Schwedisches


…. für ein online-Lehrmittel für den Deutschunterricht gesucht. Für ein solches Projekt bin ich gerade auf der Suche nach jemandem, der sich vorstellen könnte, ein paar Fragen zu beantworten und die Antworten zur Verfügung zu stellen. Es geht bei diesem Projekt nicht um hundertprozentige Richtigkeit des Gesagten, sondern darum, die Authentizität des Kursmaterials für das Gymnasium, das wir gerade erarbeiten, zu erhöhen. Und ich als gelernter Ossi habe gerade festgestellt, dass ich es sehr schwer habe, mir das Leben von der Franzi Mayer aus Bad Tölz vorzustellen.

Die Fragen richten sich an eine Frau aus dem Westen; wir haben nämlich schon einen Mann aus dem Osten. Diese Frau sollte 1980 zwischen 16 und 20 Jahren alt gewesen sein und ansonsten eine ganz normale Entwicklung in welchem Beruf auch immer oder eben auch als Hausfrau und Mutter durchgemacht haben. Allzu exotische Geschichten verkomplizieren nur das Verständnis. Hoch interessant sind auch Beiträge von Frauen wie Männern der entsprechenden Altersgruppe aus Österreich und der Schweiz, Lichtenstein, Luxemburg, Südtirol, dem Elsass, Namibia und anderen Gegenden, wo Deutsch als Muttersprache gesprochen wird.

Ich hänge einfach mal die Interviewfragen hier dran.

All das soll in diesem Material in einem Kapitel münden, wo die Schüler etwas über das Leben Gleichaltriger vor knapp dreissig Jahren lesen und sich dann eigene Gedanken über ihr eigenes Leben, ihre Träume und Zukunftsvorstellungen machen sollen.

Echt witzig, eigentlich sah alles so aus, als ob der Frühling mit grossen Schritten anmarschiert kommt. Haha, können wir da nur sagen, Lund ist seit gestern schneebedeckt, und es soll noch so weitergehen die nächsten Tage. Die Kinder, die ja Ferien haben und in Fritids und Kiga sind, freuen sich und machen das Beste drauss. Auf den Strassen um Lund gab es rund 13 Unfälle wegen Schnee und Glätte. Ich plage mich mit Halsschmerzen und Ohrenschmerzen und bin deshalb zu hause, morgen muss ich aber wieder hin, denn Purim steht vor der Tür und Donnerstag früh ist Purimparty im Chinuch. Hier kommen ein paar Impressionen von vor der Haustür:

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Ich muss ganz ehrlich sagen, ich sehnte mich den ganzen Winter nach Schnee, und für mich hat so ein Schneefall etwas sehr Beruhigendes. Aber jetzt war schon alles so grün knospig, und überall blüte es schon, da will ich eigentlich nicht mehr, dass es schneit. Gleichzeitig gehört für mich zu Purim Schnee, und Purim ist ja nun erst übermorgen…….aber wie war dass, ist nicht auch bald Frühlingsanfang. Denn heute ist der 18. März und mein Vater sel.A. wäre heute 69 geworden, er ist schon fast 10 Jahren nicht mehr direkt bei uns.

Unsere Kronprinzessin wurde heute genau 30 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch, Grattis Viktoria. Und wir wünschen Dir von Herzen ,dass Du den Mann Deiner Liebe bald heiraten kannst und dann hoffentlich bald einen Job bekommst, nämlich denn der Königin von Schweden!

(Bild: sydsvenskan.se)

und gut Shabbes, sowie ein etwas weniger feuchtes schönes Wochenende wünschen Mischpokes

Was ist den nun dieses Midsommar?

Hier die Erklärung von wikipedia:

Schwedischer midsommar (Gemälde von Anders Zorn 1897)

Schwedischer midsommar (Gemälde von Anders Zorn 1897)

Midsommar ist in Schweden das zweitgrößte Fest des Jahres. Es ist größer als Ostern, jedoch nicht so bedeutsam wie Weihnachten (Julfest). Die meisten Schweden feiern es mit Verwandten, Freunden und Nachbarn. Laut Gesetz aus den 1950er Jahren wird Midsommar immer an dem Freitag gefeiert, der dem längsten Tag im Jahr am nächsten ist. In dieser Zeit ist es die ganze Nacht lang hell, im nördlichsten Schweden geht die Sonne sogar überhaupt nicht mehr unter. Der Freitag wird »midsommarafton« (Mittsommerabend) genannt und der Samstag »midsommardag« (Mittsommertag).

Midsommarstången / Majstången

Am Mittsommerabend wird die Mittsommerstange (Midsommarstången bzw. Majstången) aufgestellt. Sie sieht in den verschiedenen Regionen des Landes jeweils etwas anders aus, auch einzelne Orte haben oft ihre eigene Tradition. Die Stange wird mit Blättern und Blumen geschmückt und aufgerichtet, danach wird im Kreis um sie herum getanzt, wobei verschiedene Spieltänze üblich sind. Eines dieser Tanzlieder ist Små grodorna: es handelt von einem Frosch und man imitiert beim Tanzen seine Bewegungen.

Mittsommerbaum

Mittsommerbaum

Zum Fest zieht man sich fein an, die Mädchen und Frauen haben meist weiße oder blumige Kleider an; viele tragen zu dieser besonderen Gelegenheit auch ihre Trachten. Einige binden Kränze aus Blumen und setzen sie sich oder ihren Kindern auf.

Der Brauch ähnelt in vielem dem deutschen Maibaumaufstellen.

Essen und Trinken

An Mittsommer isst man die ersten Jungkartoffeln. Sie werden zusammen mit Hering, Sauerrahm, Schnittlauch, Knäckebrot und Käse serviert. Viele nehmen während des Essens ein oder mehrere nubbe genannte Gläser Schnaps zu sich und singen ein Trinklied wie das unten stehende, welches davon handelt, den Schnaps entweder auf Ex auszutrinken oder gar keinen zu bekommen. Es wird aber auch öl (Bier) dazu getrunken. Zum Nachtisch gibt es frische schwedische Erdbeeren mit Sahne.

Helan går
sjung hoppfaderallanlallanlej,
helan går
sjung hoppfaderallanlej.
Och den som inte helan tar
han heller inte halvan får.
Helan går (Es wird ausgetrunken)
sjung hoppfaderallanlej!

Magische Natur

Früher glaubte man, dass die Natur in der Mittsommernacht (der Nacht zwischen Freitag und Samstag) magisch sei. Elfen tanzten und Trolle standen hinter den Bäumen. Außerdem hieß es, dass der Morgentau kranke Tiere und Menschen heilen konnte. Deshalb sammelte man etwas Tau in einer Flasche. Dieser wurde auch zum Backen benutzt; das Brot und die Brötchen wurden davon groß und lecker, so glaubte man. .

Sieben Blumen

Unverheiratete Mädchen pflücken in der Nacht sieben oder neun Sorten wilder Blumen von sieben oder neun verschiedenen Wiesen, die sie dann unter ihr Kopfkissen legen. Dann sollen sie der Legende nach von dem träumen, den sie irgendwann einmal heiraten werden. Sie müssen aber beim Pflücken absolut still sein und am nächsten Tag dürfen sie niemandem erzählen von wem sie geträumt haben, sonst geht der Traum nicht in Erfüllung.

Hannah heult, Hannahwill unbedingt um die Midsommarstange tanzen. Ich glaube , ich muss sie dringend übereden, das auf nächstes Jahr zu verschieben. bei dem Wetter kriegen mich nicht mal Hannahs bittende Äuglein dazu, Richtung Kulturen zu wandern und dort wie schon mal die ganze Prozedur mitzumachen. aber wir können ja stattdessen wenigstens Små grodorna singen, ein überaus beliebtes Tanzlied, was eigentlich für kleine Kinder ist, hier aber sowohl zu Midsommar als auch zu Jul dazu benutzt wird um um die Stange bzw um den Julgran zu tanzen. Schon etwas komisch, oder?

 Und hier kommt das Lied, schwedisches Kulturerbe (laut Wikipedia) und musste
laut aftonblad (einer komischen Tageszeitung) in Paris von jedem gesungen werden, der seinen schwedische Staatsbürgerschaft erneuern wollte. Ob das wohl stimmt?
Små grodorna, små grodorna är lustiga att se. Kleine Frösche,kleine Frösche sind lustig anzusehen.
Små grodorna, små grodorna är lustiga att se.
Ej öron, ej öron, ej svansar hava de. Keine Ohren, keine Schwänze haben sie.
Ej öron, ej öron, ej svansar hava de.
Kou ack ack ack, kou ack ack ack,  Quack……
kou ack ack ack ack kaa.
Kou ack ack ack, kou ack ack ack,
kou ack ack ack ack kaa.

Man hüpft in der Hocke im Kreis und dann wenn die Ohren und der Schwanz kommen, zeigt man das mit den Händen. Findet Ihr nicht es ist ein bisschen komisch :)

Recept på nationaldagsbakelse

Svenska flaggans dag blev nationaldag 1983. Året därpå utlystes en tävling, initierad av Arla, för att skapa en Sverigebakelse. Det vinnande bidraget var en gräddig boll, med klar syftning till ”den snöiga Nord”. Inget fel på smaken, men det blev ingen folklig succé. 1994 utlyste Fruktrådet en tävling för unga konditorer. Vinnare blev Helena Bergsmark på Café Gateau i Stockholm. I samband med tävlingen skapade hon Nationaldagsbakelsen som vann svenska folkets hjärtan. Mazarinbotten med jordgubbar, smaker som smeker en svensk gom. Den är inte bara god, den är lättbakad. Perfekt för utflykten i sommarhagen.

Ingredienser
10 st

Mazarinbotten:
300 g mandelmassa
150 g smör
3 ägg

Lös mandelmassa:
100 g mandelmassa
apelsinlikör, t.ex. Grand Marnier eller färskpressad apelsin (ca 2 msk)
1 liter jordgubbar
Citronmeliss

1. Sätt ugnen på 175 grader.
Riv mandelmassan till bottnen. Fördela smöret i mandelmassan med en gaffel eller i en matberedare till en jämn massa. Tillsätt lätt vispade ägg och arbeta snabbt ihop smeten.

2. Bred ut smeten i ett jämnt lager, ca 1 cm tjockt, i en ugnsform med bakplåtspapper, formen kan vara ungefär hälften så stor som ugnens långpanna. Grädda mitt i ugnen 12-15 minuter. Låt bottnen svalna.

3. Riv mandelmassan, tillsätt likören eller apelsinsaften och rör till en lös kräm. Bred ett lager av krämen på mazarinbottnen.

4. Skär i rutor eller ta ut runda bakelser med ett mått. (Originalet hade oval form). Skiva jordgubbarna på längden och ställ jordgubbsskivorna tätt i mandelmassan. Garnera med citronmeliss och en gärna en svensk flagga. * Übersetzung kommt später!

Pressmeddelande fr�n: Nordiska museet
Artikeln publicerad: 050603

Nationaldagsbakelsen
Mazarinbotten med jordgubbar - god och lättbakad.
Foto: Mats Landin, ©Nordiska museet.

 

 

* Flaggenschwenktag

:) Also dieses Wort hörte ich bzw las ich heute morgen zum ersten Mal. Mir ist nur noch nicht ganz klar, ob nun alle Flaggentage damit gemeint sind oder nur unser neuer Feiertag morgen, nämlich der schwedische Nationaltag, 6. Juni, auch genannt Flaggentag. Alles fein erklärt hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Schwedischer_Nationalfeiertag und auf der schwedische Seite kann man sogar unser Kronprinzesslein bewundern. Erst seit 2 Jahren haben wir den auch hier frei und dafür musste die Kirche den Pfingstmontag opfern. Morgen nun wird hier alles fein blau-gelb geflaggt sein und es gibt überall kleine und grössere Feiern , wo u.a. bei ofiziellen auch Flaggen ausgeteilt werden (als Auszeichnung) und es gibt ein bestimmtes Gepäck:  Nationaldags bakelse. Ja, ist schon was Besonderes, dieses Schweden. Wir (Mischpokes) machen uns morgen auf den Weg ins Nachbarländle, wo heute schon Nationaltag ist und Abends werden wir  unser Judaistikdoktor samt Familie beehren, der zum Grillen eingeladen hat.

Na dann: Herzlichen Glückwunsch, Schweden! Grattis Sverige!

Kronprinsessan Viktoria på nationaldagsfirandet i Sundsvall 2006

 

http://www.sprachkasse.de/blog/2007/05/08/ikea-synagoge/

Schweden ist ja nun nicht gerade ein Israelliebendes Land, eher im Gegenteil, umgekehrt ist Israel offen für alles, sogar für Ikea ;) und flexibel wie Ikea nun mal ist, gibts da anscheinend sogar eine Ikeasynagoge, bei uns in Malmö gibts nur eine Kinderaufbewahrungsstelle, da bekommen die Kinder ihre zweite Nummer ;. die Erste haben sie ja seit Geburt = Personennummer ;). Vielleicht sollte ich mal zu Ikea während meiner Reise, puh nej ich kriege hier schon immer Zustände …..

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3306902,00.html

Wenn man in einem überwiegend christlichen Land wohnt (ok die meisten hier sind es wohl bloss auf dem Papier oder wenn es ans feiern geht) kommt man um Ostern nicht herum. Und gerade ebend am Frühstücktisch kam eine Riesendisskusion auf. Die Kinder (Hannah und Noah) haben Grasschalen mit einem Hühnchen (gestrickt) drin mitgebracht aus dem Waldorfkiga. Und die Jungs (Yoram und Jacob) haben in der Schule Ostereier aus Schokolade bekommen.

Also Yoram fragt : Was haben Hasen, Hühner und Eier mit Jesus zu tun? (übrigens Ei gibts auch beim Seder) Und was hat denn der heutige Hexendonnerstag (Skärtorsdag = Kärtorsdag / Käringar = Hexen) mit Ostern zu tun?

Gut das wir einen Lehrer im Haus haben, der als Nebenfach auch Religion macht (wenn auch jüdische). Er hat dann auf die Schnelle , denn die Bande sollte ja noch Richtung Kiga und Hort, was von heidnischen und christlichen Bräuchen erzählt und das da wohl was gemischt wird. Aber so richtig hat das den Yori nicht befriedigt. Weiss  jemand kindgerecht mehr ?

Ja und dann ist heute hier nicht Gründonnerstag sondern der Tag, wo alle schwedischen und andere Hexen nach Blåkulla zum Hexentreffen fliegen und vorher ziehen sie noch durch die Gegend und singen und fegen und verteilen Osterkarten und wollen dafür Geld oder Godis(Süssigkeiten). Und selbt in der Stadt können heute verkleidete Kinder gross Ausbeute an Godis machen, denn fast alle Geschäfte und Institutionen machen da auch mit. So sieht man also heute nachmittag lustige Hexenkinderbanden durch Schweden ziehen, auch die Jungs die dann Hexenjungs halt sind, von wegen Gleichberechtigung. Hoffentlich will nicht Madame Hannah& Co auch losziehen (obwohl ein Hexlein ist sie ja), das Godis bekommen lockt die Bande sehr. Und ich muss heute auch ein paar Godis bereit halten, denn auch hier klopfen jedes Jahr Kinder an die Tür und Geld mag ich nicht geben.

Ich werde jetzt hier noch ein wenig saubermachen, ehe morgen die grossen Mädchen reingeschneit kommen und dann müssen wir noch nach Malmö Matze nachkaufen , unsere Raupen hier fressen alles ratzekahl weg. Und Hannahle hat noch Reihenuntersuchung und das obwohl halb Feiertag heute ist. Ab morgen sind dann 4 Tage frei und mal sehen, was wir machen werden, wir müssen ja auch so langsam Månslunda ausräumen, aber wohin damit. Braucht jemand gute Bücher oder noch Stühle und Tische?

Meinem Kopf geht es etwas besser, ich fühl mich bloss ein bisschen wie benebelt und muss immer an die Zwei in Kopenhagen denken, die wir noch nicht angerufen haben. Draussen hat es heute angefangen zu stürmen.

Liebe Grüsse an alle und an diejenigen die Ostern feiern : Frohe Ostern (darf man das nicht erst ab Sonntag wünschen ?) und  allen Kindern einen fleissigen Osterhasen !

Hier kann man was auf schwedisch zum Brauch nachlesen!

… ja, wiedermal haben wir einen Tritt in den Allerwertesten hinnehmen müssen, was heisst hinnehmen, wir haben ihn nämlich nicht hingenommen. Man ist ja in Schweden fast niemals gerade heraus, sondern redet oder handelt oft hinterm Rücken. Man lächelt freundlich und reicht dir im selben Moment dein Todesurteil. Man kritisiert niemals und verlangt auch von dir, dass du das gefälligst nicht tust. Wenn etwas nicht ok ist, dann sagt man das demjenigen, den es betrifft, nicht direkt ins Gesicht, weil da müsste man ja sein eigenes zeigen, sondern, wie es gerade wieder uns passiert ist, man meldet den “Schuldigen” direkt entweder bei der höheren Instanz oder bei der Polizei (wenn man hier jemanden anmelden will, so macht man das normalerweise nicht beim Vorgesetzten, sondern gleich bei der Polizei) oder aber beim Sozialamt an - ja, und da haben wir wieder eine solche Kniffligkeit deutsch-schwedischer Befindlichkeit: att anmäla kann nämlich alles Mögliche heissen, sich über jemanden beschweren, über jemanden Mitteilung machen (bei einer höheren Instanz) oder jemanden anzeigen (bei der Polizei), wobei letzteres eben auch bei Nichtigkeiten geschehen kann. Und bei uns: Wir werden gerade von unserm Vermieter, einer Stiftung StudentenWohnung, angemeldet beim Sozialamt.

Es kam also folgender Brief: Es seien mehrere Klagen gekommen (ja, leider nicht direkt zu uns), dass Sachen vor unserer Wohnung stünden, was ja auch der Fall ist, und hinterm Haus auf der Rasenfläche mehrere Balkonkästen mit Erde, was ebenfalls der Fall ist, beides nicht erst seit gestern, sondern seit fast einem Jahr. Und wenn sich das nicht sofort ändern würde, dann würde der Mietvertrag gekündigt und wir rausgeworfen. Nun steht vor unserer Tür schon so einiges rum, wie zum Beispiel eine Sitzbank und darauf oft die Sachen, die die Kerle irgendwo sammeln oder basteln, dann noch eine bunte Kiste mit Sandspielzeug und ein Sack mit Bällen, wohl gemerkt direkt vor unserm Fenster und niemandem im Weg, höchsten Dieben, die keinen direkten Zuweg zum Fenster haben. Als wir uns bei unserm Wohnungsmenschen (bovärd, wird gern ins Englische mit Landlord oder Cartaker übersetzt) telefonisch über diesen Brief beschwerten, wusste der nichts zu sagen, weil es ihm schon peinlich war, das er es nicht vorher schon mal gesagt hat, Betonung liegt auf gesagt, das und das passt mir nicht, aber zugeben konnte er das natürlich auch nicht - ein echter Schwede gibt nicht zu, wenn er hinterfotzig ist, kann er ja auch nicht, weil ja das ein Wesenszug des Schweden an sich ist. Und er meinte dann auch nur, ja, aber das Kaninchen von Jacob in einem schönen grossen Stall (auch niemandem im Weg, steht auf unserm Aussenplatz vor der hinteren Tür) würde Ratten anziehen. Hää? Ein Kaninchen, jede Woche saubergemacht, mit keinem Futter frei rum liegend, wie soll das denn Ratten anziehen, woher? Das im Keller Mäuse sind, das interessiert die Vermieter nur am Rande und auch nur deshalb, weil wir mit unserem Hauswirt dann doch trotz aller Ungemach noch einigermassen Glück haben. Dass bei anderen eine riesiges Trampolin steht, ist auch egal, ein Sandkasten bei jemand anderem mitten auf dem Rasen, auch egal, es sind ja nun gerade wir, die sie auf dem Kieker haben, aber die anderen sind bestimmt auch irgendwann dran. Das der angeblich neue Rasen kaputt ist durch das ewige Mähen und völlig vermost ist, das ist egal und dass wir die Kästen ja bepflanzen wollen und an die unbegrasten Stellen stellen, interessiert nicht. Um das heraus zu kriegen, hätte man ja mit den Leuten reden müssen. Oh, pfui, reden, und dann auch noch ehrlich, nee, nee, nee! 

Ok, wir haben allen Jungsbastelmist weggeworfen, gefegt und frühlingsfein gemacht schon heute, was wir ansonsten sowieso bald gemacht hätten, und die Blumenkästen stehen jetzt so, wie sie bei anderen auch stehen, nämlich direkt am Haus im ewigen Nachmitagsschatten, wehe, jemand sagt da was, dann will ich, dass die mit uns rumgehen und alles andere auch wegkommt. Nein, das wäre gemein. So, und nun hat der König gleich noch beim Telefonat bescheid gesagt, das sie uns gerne beim Sozialamt melden können, aber sie brauchen es auch nicht zu tun, weil wir das selbst machen werden, dann kriegen wir ja vielleicht eine grosse Wohnung, weil offiziell will man in Schweden davon wegkommen, das grosse Familien so beengt wohnen müssen, laut Boverket, der staatlichen Instanz, die fürs Wohnen zuständig ist, braucht ene vierköpfige Familie mindestens eine Vierraumwohnung, um nicht als beengt wohnend zu gelten. Na, dann mal her mit der Siebenraumwohnung! Für uns, die vier Kleinsten und Lotta. Wir werden jezt aber auch endlich mal diese blöden AF-bostäder, so heisst der Laden, anmelden, wegen zuwenig Waschzeiten, wegen kaputter Spielzeuge auf dem Hof und auf alle Fälle wegen Hunde- und Katzenscheisse in der Sandkiste, grr, Noahs Anzug stank furchterrregend, das letzte Mal.

Das nervt! Und all diese A……..er wollen, dass unsere Kinder ihnen irgendwann mal die Rente finanzieren! Nichts da! Die werden eigenhändig emigriert!

Wenn ich etwas hasse, ist es dieses unehrliche Freundlichtugehabe und diese Kritiklosigkeit. Man kann wohl auf mich zukommen und sagen, Du könntet Ihr nicht mal ein bisschen frühlingsfein machen vor der Tür und einiges wegtun. Es wird immer noch nicht genug sein, was wir gemacht haben,  gefegt und Blumen vor der Tür, nein weg mit allem Schönen und wozu Kinderspielzeug in einer bunten Kiste, wozu eigentlich Kinder? Am besten ab in Stödfamilien (Pflegefamilien) und da ist man sehr schnell hier besonders bei Ausländern, sollen doch alle bitte schön gute Schweden werden, genau solche biederen nichts sagenden Krämerseelen, wie die anderen acht Millionen. Leider jedoch vergessen die Sozialämtler oft die Kinder, die wirklich gefährdet sind und deren Familien. Wie das? Weil man sich mit Nichtigkeiten beschäftigt.

Die traurigen Augen der Jungs, als ich die selbstgebauten Kameras , Schwerter,…. alles wegschmeissen musste, denn wo sollen wir denn hin damit, draussen dürfen sie nicht mehr sein und drinnen ist kein Platz. Aber sie dürfen neue basteln und dann werden wir sehen, was nächstes mal passiert. Ich glaub unsere Kinder sind Abkömmlinge der Olchis.

Und morgen rufe ich den Mieterverbund, auch so ein gleich geschalteter Jasagerklub, aber man gibt ja die Hoffnung nicht auf(!) , an und melde AFbostäder beim Diskriminierungsombudsmann an, und das Sozialamt bekommt den Brief gleich von uns mit einer Anfrage, ob man nichts anderes zu tun hat als wegen soetwas angemeldet zu werden.

Ja, das ist auch Schweden, ein heisser Aufguss von der DDR, nicht bloss Pippi Langstrumpf und weite schöne Lanschaften und saubere Städte mit immer freundlichen, aber eben, wie wir nunmehr gelernt haben, hinterfotzigen Menschen. Schweden ist z.B. auch, dass viele Kinder wegen unbezahlten Schulfotos beim Kronofogden (so eine Art Geldeintreiber mit Schufakompetenz) landen und damit, wenn sie 18 sind, mind 3 Jahre lang keine Wohnung bekommen und kein Telefon, von einem Kredit mal ganz zu schweigen. Es gibt also hier wie überall dunkle Seiten, und ich habe keine Lust, mich so anzupassen, dass ich genauso handle und statt offen und ehrlich zu sein, hinter dem Rücken die Leute anschwärze.

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