Zum Nachdenken


Spurensicherung, weit entfernt von Deutschland, in Czernowitz, einer Stadt im Osten. Darin lebte ein jüdisches Mädchen, das Gedichte über eine Liebe schrieb, die mehr Traum als Wirklichkeit war. Es war die erste Liebe, zu einem jungen Mann und zu einer Sprache, die nicht ihre Landessprache Rumänisch war. Deutsch war die Sprache, die sie liebte.

Selma Meerbaum-Eisinger Portrait Selmas Leben war kurz. 18 Jahre lang hat sie gelebt. Selma Meerbaum-Eisinger starb am 16. Dezember 1942 im deutschen Arbeitslager Michailowska. Was übriggeblieben und auf abenteuerliche Weise gerettet worden ist, sind 57 Gedichte.

Selma liebte Blumen und die Natur. Sie liebte Rilke, Heine und Tagore. Sie liebte den Sommer, und im Sommer schrieb sie über den Herbst. Oft stand sie lange an einen Baumstamm gelehnt, den Blick in die Ferne gerichtet, abwesend hier und anwesend dort, wo Träume geboren wurden. Selma wußte, daß die Stadt, in der ihre Träume hätten Wirklichkeit werden können, “nun ganz fern ist, wie ein Bild aus einem alten Märchen.” In ihrem Gedicht “Rote Nelken” sagt sie es beinahe entschuldigend, so, als ob sie sich damit abgefunden hätte, daß es ihr nicht mehr zustünde, diese Sehnsucht, dieser Wunsch nach Lachen und Glücklich sein:

“So hör, ich hab’ für dich gelacht.”

Und doch beendet sie einen Brief an ihre Freundin Renée Abramovici, den letzten, den sie in ihrem Leben schreiben wird, mit den Worten: “Küße. Chasak–Selma.” Chasak ist Hebräisch und heißt: “Sei stark.”

Weiterlesen hier: http://www.selma.tv/index.php?path=home

Weiterhören hier:

Selma

 Aus Ehrfurcht vor den Toten wird auf der Hompagevon unserm Judiska Center das zu sehen sein, genau 48 h von heute Abend an, seht selbst hier : www.jcl.se

Was in Israel am Yom HaShoa passiert, das kann man sehr gut bei Miriam in ihren beiden Blogs nachlesen:

hier nämlich …..und konnte es wieder mal nicht lassen zu spielen. Man gut, dass die dort nicht nach Spielsüchtigkeit gefragt haben. ;)

Personality Inventory
 
Emotional (76%) [.....|||||..........] Logical (24%)
Concerned about self (35%) [..........|||.......] Concerned about others (65%)
Atheist (27%) [..........|||||.....] Religious (73%)
Loner (44%) [..........|.........] Dependent (56%)
Laid-back (32%) [..........||||......] Driven (68%)
Traditional (66%) [.......|||..........] Rebel (34%)
Impetuous (100%) [||||||||||..........] Organized (0%)
Engineering mind (51%) [....................] Artistic mind (49%)
Cynical (14%) [..........|||||||...] Idealist (86%)
Follower (57%) [.........|..........] Leader (43%)
Introverted (43%) [..........|.........] Extroverted (57%)
Conservative (64%) [.......|||..........] Liberal (36%)
Logical (40%) [..........||........] Romantic (60%)
Uninterested (41%) [..........||........] Sexual (59%)
Insecure (40%) [..........||........] Confident (60%)
 
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Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen. (Cicero)

…und ich mich auf den Weg in die Pre-school mache, wo ich heut einen meiner Blitzeinsätze habe und beim Mittagstisch helfe, fundiere (auwei, ich glaub das heisst auf deutsch: nachdenken) ich nebenbei darüber, wie wichtig Traditionen, Erinnerungen, Werte und auch Religiösität für Kinder sind. Ich glaube wichtiger, als wir manchmal denken und es vielleicht wollen. Denn man ist nicht/niemals ganz frei von seiner Herkunft und Geschichte, seinen Wurzeln. Und heutzutage will man frei sein, möglichst ungebunden, man will sich nicht zu sehr verpflichten und binden. Wohlgemerkt, ich rede von hier, wo ich seit 10 Jahren lebe, von meiner Umgebung. Für mich selber merke ich , dass ich die Familie brauche, diese Bindung, die ich nicht einfach so lösen könnte und auch nicht will. Dass Traditionen mit Kindern noch viel mehr bedeuten, als wenn ich nur alleine wäre und das Mitgeben von Werten und ja auch Glauben ein grosses Geschenk und Belastung zu gleich ist. Kurioserweise fand ich durch Zufall heute morgen, diese rabbinische Geschichte (siehe unten) und ich bin noch immer am Nachdenken über sie und werde mich jetzt gleich auf mein Fahrrad “schwingen” und auf dem Weg zu den Pre-schoolkindern ( die so eine herrliche Mischung aus allen Herren Ländern, Religionen und Traditionen sind und doch ein Sache gemeinsam haben, sie sind wunderbare Kinder und noch eine zweite gemeinsame Sache, neben ihrer Muttersprache sprechen sie mehr oder weniger gut englisch)noch ein bisschen mehr darüber nachdenken, das geht so gut auf dem Fahrrad mit dem Wind um die Nase und dick eingemummelt an diesem sonst so grauen Tag. Egal, hej Tag ich komme…

Hier nun die rabbinische Geschichte und uns und Euch allen wünsche ich ein gutes Wochenende und gut Shabbes.

„Ein Rabbiner durchquerte ein Dorf, ging in den Wald, und dort, am Fuß eines Baumes, immer desselben, betete er. Und G”tt hörte ihn. Und auch sein Sohn durchquerte immer dasselbe Dorf. Er wußte nicht mehr, wo der Baum war, so betete er am Fuß irgendeines Baumes, und G”tt hörte ihn. Sein Enkel wußte weder, wo der Baum war noch der Wald noch selbst das Dorf. Aber er kannte noch das Gebet. So betete er in seinem Haus. Und G”tt hörte ihn. Sein Ur-Enkel kannte weder den Baum noch den Wald noch das Dorf noch die Worte des Gebets. Er kannte aber noch die Geschichte, er erzählte sie seinen Kindern. Und G”tt hörte ihn.“ (Quelle -Danke Miriam  :) : Rabbi Baal Shem Tov und dessen Nachfolger)

Wir kommen gerade aus der Malmöer Synagoge und haben noch Jemand im Auto. Dieser Jemand erzählt: “Ja, es ist schon ein besonderer Tag heute, ich hab meinem Sohn (Jemand ist alleinerziehend mit einem schönen farbigen halbamerikanischen Sohn) Zeitungsartikel aus einer deutschen Zeitung (dort war ein Artikel über die Vatereltern und ihr Leben in einer kleinen deutschen Stadt; ehe sie in Auschwitz starben) vorgelesen und zwei Kerzen angezündet für meine Vatereltern (Farföräldrar).” “Er will nicht viel zu tun haben mit Religion , mein Sohn”, sagt Jemand und ist ein wenig traurig, weil er nicht mit kam in die Synagoge, in der Jemand eigentlich nicht willkommen ist, weil halachisch ist dieser Jemand nicht Jude, da nur der Vater sein Judentum und seinen Lebensrucksack Jemand mitgegeben hat. Und die Synagoge samt Gemeinde ist orthodox, und somit ist Jemand nicht willkommen, obwohl Jemand mehr jüdisch als wir alle zusammen,mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Ich ziehe den Hut vor Jemand!

                                              Ich sah gestern die Bilder

aus
Kaunas
Babji Jar
Iasi
Warschau

aus
Sobibor
Treblinka
Majdanek
Auschwitz

Ich sah
meine Liebe
mit meinem Sohn
auf dem Arm

Ich sah
meine Tochter
versunken weinend
an ihrer Hand

Ich sah
meine Liebe
meine Tochter
meinen Sohn
an der Rampe
stehen
aus dem Güterzug
steigen
sich in die endlose Schlange
einreihen

Ich sah sie
sich entkleiden
nackt in der Kälte
stehen
auf ihrem letzten Weg
in die Dusche

Ich sah meine Liebsten
auf dem Weg
in den
Tod

Ich fühlte
mein Herz sich verkrampfen
sprang auf
rannte
zu den Betten
meiner Kinder
streichelte
umarmte
küsste sie
spürte sie

Es war nur ein Film

Doch
für
Millionen
war
das
kein
Film

Und ich sah

Es gibt kein
Verzeihen

Es kann keines geben

Nicht in Deutschland
Nicht in Litauen
der Ukraine
Rumänien
Polen

Nicht in Uganda
Nicht in Rwanda
Nicht in Bosnien
dem Kosovo
Osttimor

Nirgendwo

Und ich sah

Es gibt kein
Vergessen

Es darf keines geben

Nirgendwo

28. Januar 2000

Steven Marlauer, unveröffentlicht

bei uns hier im Kulturen in Lund:

Roy Andersson vill krossa myten / Roy Andersson will den Mythos brechen

Die Ausstellung, die morgen am Holocausttag eröffnet wird, ist ein Teil einer grossen Ausstellung,  die zuvor in Stockholm gezeigt worden ist. Sie will mit aller Deutlichkeit zeigen, dass die Schweden in der Zeit von 1933 bis 45 nicht so unschuldig waren, wie sie es immer gerne sein wollen und von Neutralität nicht zu sprechen sein kann. Angefangen von rassenbiologischen Untersuchungen (es gab bestimmte Rassengesetze bis in die siebziger Jahre!, da gibt es seit neuestem auch eine Film drüber) bis zu Experimenten an “Behinderten” geht es auch um die Abweisung von Deutschen mit dem J im Pass, und das obwohl bekannt war, was in Nazideutschland mit Juden gemacht wurde….

På Förintelsens minnesdag den 27 januari öppnas utställningen ”Sverige och Förintelsen” på Kulturen. Det är en utställning där bland andra regissören Roy Andersson vill krossa den svenska självbilden. Så oskyldiga var svenskarna inte.
http://sydsvenskan.se/lund/article212971.ece

…. diesmal von Beatrice Wood, die 104 war, als sie diese Worte sagte und sie sprechen mir aus dem Herzen:

“Drei Dinge im Leben sind mir sehr wichtig: Ehrlichkeit, die aus dem Herzen kommt; Mitgefühl für andere, weil uns erst dies zu Menschen macht; und Neugier, denn nur ständiges Hinterfragen bewahrt uns vor Langeweile und Sterilität”

Und jetzt geh ich mit Sonnenschein in mir und draussen (trotz Sturm) daran Shabbbes vorzubereiten,den Islam auf Sonntagfrüh zu verschieben und nun als erstes die Parasha Shemot von Miriam mir auszudrucken, hab ich gestern schon machen wollen, aber hatte es vergessen. Diesmal ist die Geschichte von Moses dran, Hannahle liebt sie so sehr,kein Wunder - ein Baby im Korb und eine Prinzessin.

Shabbat Shalom und ein schönes ruhiges Wochenende.

 

…nicht nur angesichts dessen, dass ich, wenn ich aus dem nächtlichen Fenster schaue, nur noch Nacht sehe, die anscheinend immer näher rückt. Ein Stromausfall, oder was immer es auch sein mag, scheint uns hier Hof für Hof näher zu rücken. Nach und nach gehen alle Lichter des Viertels aus. Bei uns bislang noch nicht, aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit.

Dazu passt die Lektüre von Lilas Blog, in dem sie heute einen Artikel aus der Welt vorstellte, und dem, was die Sydsvenskan von gestern unter Berufung auf englische Quellen zu diesem Thema zu berichten hat.

Aber einen Lichtblick gab es an diesem fürchterlich grauen Tag auch. Er kam aus Kopenhagen, und Ihr solltet diesen Lichtblick tief in Euch hinein sinken lassen, auch wenn er klingt wie ein Märchen aus längst vergangenen Tagen und mit dieser Kraft, die Ihr daraus schöpft, am 28. Januar nach Berlin kommen.

Vielleicht gibt’s auch eine Chance für uns, das zu ermöglichen.

Wurde ich irgendwann mal in der Komvux ( Komunale Erwachsenenschule an der auch Einwanderer schwedisch lernen) in einem Religionskurs für Erwachsene gefragt. Viele antworteten gar nicht und die Antwort einer aufgestylten süssen blonden Schwedin fand die Zustimmung von über der Hälfte der Klasse. Sie antwortete so: Religion ist für mich, es lustig im Leben zu haben.  Ich war so ziemlich baff. Dieselbe Person sagte später auch noch, dass sie immer erst ihrem Pferd helfen würde, als dem vielleicht am Unfall beteiligten Menschen. Nun bin ich teils auf dem Bauernhof meiner Grosseltern aufgewachsen und von daher Tieren gegenüber sehr realistisch eingestellt, und so steht an erster Stelle bei mir der Mensch und dann natürlich sofort das Tier.  Aber das nur nebenbei. Diesen Kurs habe ich nicht bis zu Ende besucht, weil er mir zu oberflächlich und ungenau war. Das wiederum ist kein Wunder, da viele Religionslehrer (Religion an der schwedischen Schule ist niemals konfessionsgebunden, was auch gut ist) kaum Ahnung haben, von dem, was sie unterrichten. Ich finde, und heute ist es auch oft so, dass man, wenn man Religion unterrichten will, zumindest einen Grundkurs in Islam, Judentum und Christentum studiert haben muss. Bei meinen Mentorsstudenten sind auch viele zukünftige Relilehrer dabei. Also kann es nur besser werden mit dem Unterricht und nicht so wie unsere Töchter noch hörten von einem ihrer Relilehrer, dass die Kirche der Juden Synagoge genannt wird und vieles anderes Kurioses mehr.

Ja, was bedeutet Religion nun für mich/uns? Aufgewachsen sind wir, wie viele andere aus der ehemaligen DDR auch, sehr unreligiös. Es gab viele, die feierten Weihnachten und Ostern, ohne zu wissen warum, oder es als Jahresendfest und Frühlingsfest bezeichneten. Warum auch nicht, da beide Feste ja um den Winter- und Frühlingswendpunkt herum fallen. Fehlt nur noch Midsommar und irgend was im Herbst, aber da war ja Tag der Republik.

Nun zu uns. Erst als wir uns trafen, der König und ich wurde das Thema Religion wieder wichtig für uns und eigentlich noch viel wichtiger, auch insofern, dass wir uns mit unsern Wurzeln beschäftigten und auch für die Frage der Erziehung unsrer Kinder: was wollen wir ihnen mit auf den Weg geben. Wir haben viel darüber gesprochen, diskutiert, gestritten und dann irgendwann angefangen, mit ihr zu leben, und so ist unsre Religion zu einem wichtigen Bestandteil unsres Lebens geworden, zu einem Teil unsrer Beziehung, sie bestimmt die Erziehung unsrer Kinder, sie bestimmt unser Leben ohne uns zu vereinnahmen. Denn all das machen wir freiwillig, und wir tun es bewusst und sind in keinster Weise gezwungen zu irgend etwas. Religion oder besser gesagt mein Glaube ist also ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, ist mir Halt und Richtung weisend, ist mir Freude und ja auch Pflicht, ist das Beschäftigen mit meiner Herkunft und mit mir selbst, ist mir Hilfe bei der Erziehung unsrer Kinder …   Dazu kommt, dass ich es wichtig finde, zu wissen wohin man gehört und dass man sich zu einer Gemeinschaft zugehörig fühlt und weiss, wo sein zu hause ist, es gibt mir Geborgenheit und Kraft, aber auch die Beachtung des Menschen neben mir. Und es bedeutet aber auch Zweifel an Manchem und ist Diskussionsgrundlage, ob nun zu hause, in der Gemeinde oder an der Uni.  Ja, das alles bedeutet Religion/Glauben für mich und noch viel mehr. Und Klartext gesprochen, ist den Shabbes mit den Kindern feierlich mit Kiddush zu begrüssen, ein wichtiger Bestandteil unsrer Woche geworden. Genau wie unser Essen sich geändert hat und ändert (wir denken viel mehr darüber nach, was wir essen, wie wir es zubereiten und kaufen noch mehr ökologische Sachen), das Vorbereiten  der Feiertage mit allen guten und schlechten Seiten ( ich kann Matze nicht leiden, ich leide… aber die anderen dieser Familie nicht), die Paraschalesung mit den Kindern und das Erklären dieser, der Besuch in unsrer Gemeinde und das Beteiligen an den Veranstaltungen im jüdischen Zentrum hier in Lund und da besonders bei Dreidlach mit den Kindern. Was ich mir wünsche, ist eine Rosh Chodesh Gruppe und dass wir hier jeden Shabbes Schacharit Shabbat haben können, aber irgendwie ist das noch nicht möglich. Aber vielleicht schicken wir die Jungs doch wieder zum Cheder nach Malmö, was aber wiederum eigentlich die Mitgliedschaft in der dortigen orthodoxen Gemeinde erfordert.

Nun ja, mal sehen, was kommt. Jetzt auf alle Fälle Rosenzweig und sein Stern der Erlösung, sehr hilfreich bei Fragen über Religion, aber schwer ganz kurz wieder zu geben und noch dazu auf schwedisch.

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