Unsere Regierung ist jetzt in Frankfurt bei schönstem Wetter, wie ich hörte. Da können wir hier vor Neid bloss platzen. Hier regnet’s wie aus Eimern, den ganzen Tag schon, so dass ich Hannah (und damit auch Noah) schon mal vorsorglich aus dem Kindergarten gerettet habe. Dort ist nämlich mittwochs Ausflugstag, und dabei spielt es keine Rolle, wie das Wetter aussieht. Es geht raus ins Grüne. Und da sassen die süssen Kleinen nun im „Grünen“, das natürlich mehr grau war als grün bei dem Wetter und futterten ihre medhavda matsäckar, ihre mitgebrachten Futtertüten leer, bis ihnen die Finger vor Kälte erstarten. Und das ist natürlich Medizin für Hannahs Asthma, kann man sich gut vorstellen.

Wir sind also geflüchtet – ins Trockne, und kaum zu hause angekommen, kommt der Rapport aus Frankfurt per Telefon. Der Flug war soweit gut, aber durch die neuen Sicherheitsbestimmungen ist sie einer Spraydose verlustig gegangen, ihr bestes Spray! (Darf man hier Namen nennen – oder ist das wie bei Kerner, der sich immer wieder mal rückversichert, ob er den Namen der Firma, den er eben nannte, nun sagen durfte oder nicht. Noa jedenfalls – das Spray.) Und während es in Kopenhagen geregnet hat wie hier auch, scheint wohl in Frankfurt die Sonne. Und nun soll es irgendwann weitergehen. Næste station – Tel  Aviv. Oder wie es in der Moskauer Metro immer so schön heisst: Осторожно, двери закрываются! Следующая станция – Копенгаген…, nein! Tel Aviv! (Achtung die Türen werden geschlossen! Nächste Station -Tel Aviv! – Das mit Копенгаген, Kopenhagen also, war ein alter Witz aus sowjetischer Zeit: Ein Entführer wollte einen Zug der Metroringlinie in Moskau nach Kopenhagen entführen. Das Personal wollte ihm einschärfen, dass dies die Ringlinie sei, demzufolge immer im Kreis führe. Nach etlichen Versuchen, ihm das beizubringen, half man sich anders: Siehe oben.)

Hier zu hause wuseln in der Zwischenzeit Hannah und Noah um alle erdenklichen Ecken und sind damit beschäftigt, die notdürftig in der Balance gehaltene Ordnung wieder zur Minna zu machen. Und wenn man es ihnen dann sagt, läuft Noah vor sich her blubbernd davon und meint: „Ich mach jetzt gar nichts mehr. Ich geh jetzt ins Bett und schlafe.“ Gute Idee eigentlich, Hauptsache doch er schläft dann auch nachts noch, was er in letzter Zeit tunlichst bleiben lässt – zumindest vor zehn. Als ich doch in sein Zimmer komme, sehe ich ihn nicht im Bett, sondern – unterm Bett. Geht also auch als Schlafplatz.

Wir werden also eben mal schauen, was sich in Frankfurt tut, und dann ist’s Tea Time… Aber auf der Seite vom Frankfurter Flughafen ist ausser Werbung nix zu holen, zumindest nicht durch mich. Trinken wir lieber ’n Tee und essen ’n Stück Stollen dazu.

Frischer Bericht aus dem Flieger: Wir starten jeden Moment. Es ist 14.48 in Frankfurt.