Montag, 13. November 2006


Jacobs spontane Reaktion auf Deine Mail war: „Komm, schreib Mama auch mal ’nen Brief!“, nachdem er nicht recht begriffen hatte, wie wir jetzt am Nachmittag Post von Dir bekommen haben konnten: „Du hast doch gesagt, die Post aus Israel braucht über ’ne Woche?!“ Naja, heutzutage nicht mehr. Ist vielleicht auch gut so.

War schön, Dich gestern mal gehört zu haben und zu wissen, dass es Dir gut geht, sehr gut sogar in Deinem geliebten Jerusalem. Und dass Du heute den ganzen Tag ans Bein gebunden hast, durch die Altstadt zu schlendern, Dich umzuschauen, Jerusalem, die Unvergleichliche, mit allen Sinnen zu erfassen. All das ist gut zu wissen.

’s Hannele war heute tief traurig, nur mich und die Jungs beim Abholen im Kindergarten zu sehen, nachdem sie ihr Kindergartenfröken, also -fräulein, so verstanden hatte, dass Du gekommen wärst. Sie hat ihr riesige Vorwürfe gemacht: „Men du har sagt att mamma var här!!!!!!!!“ – Aber Du hast doch gesagt, dass Mama hier ist!!!!!!!!!! Und als ich heute sagte, dass Du in zwei Tagen nach hause kommst, brachen hier regelrechte Jubelstürme aus, allen voran Jacob. Du siehst, Du wirst gebraucht. Und das wirst Du umso mehr sehen, wenn Du am Mittwoch Deinen völlig ausgemergelten und verwahrlosten Kindern entgegen trittst, und dann die zu 100% ramponierte Wohnung siehst. Aber so ist das: Ist die Katze aus dem Haus… Naja, ganz so schlimm ist es dann vielleicht doch nicht. Lass Dich überraschen.

So, jetzt muss ich vor den Fernseher und Wäsche legen, den Berg von gestern abarbeiten, damit ich morgen nachmittag die Fussböden wieder frei schaufeln kann – nein, ich mache kein Foto, bin doch kein Paparazzo.

Liebe Grüsse, 1000 Umarmungen und 10000 Küsse von der ganzen Gäng hier

Ja, heute war nur Jerusalem bei mir dran, und das gleich in seiner ganzen altstaedtlichen Vielfalt, und das war gut so.

Und ein Treff mit einem Menschen den es bis dato nur internet(t)maessig gab.

Der arme Mensch hat mit mir viel Einkauferei aushalten muessen und mit mir den ganzen Cardo leergekauft, das heisst, ich, um auch ja Euch, meiner mischpacha, was mitbringen zu koennen. Wir waren wirklich in fast allen Teilen der Old City und es war wie immer spannend, vielfaeltig und ….

Dann bin ich nach einem Augenkauf („Nur fuer Deine Augen, ya habibti, gehe ich runter“ – O-Ton Verkaeufer, ich hab es geschafft, ihn bis auf die Haelfte runter zu handeln, war wahrscheinlich immer noch zu viel, hihi) einer nicht notwendigen aber oberschoenen Tasche, nach diesem Einkauf also bin ich durch den Suk die ganze Nablus Road runter zum Hotel. Oiwawoi, bin ich knuelle jetzt. Heute Abend geht es dann zur Ben Yehuda Eisessen mit einer ehemaligen Mitstudentin, die nun an der Hebrew Uni studiert. Yalla bye…