Jacobs spontane Reaktion auf Deine Mail war: „Komm, schreib Mama auch mal ’nen Brief!“, nachdem er nicht recht begriffen hatte, wie wir jetzt am Nachmittag Post von Dir bekommen haben konnten: „Du hast doch gesagt, die Post aus Israel braucht über ’ne Woche?!“ Naja, heutzutage nicht mehr. Ist vielleicht auch gut so.

War schön, Dich gestern mal gehört zu haben und zu wissen, dass es Dir gut geht, sehr gut sogar in Deinem geliebten Jerusalem. Und dass Du heute den ganzen Tag ans Bein gebunden hast, durch die Altstadt zu schlendern, Dich umzuschauen, Jerusalem, die Unvergleichliche, mit allen Sinnen zu erfassen. All das ist gut zu wissen.

’s Hannele war heute tief traurig, nur mich und die Jungs beim Abholen im Kindergarten zu sehen, nachdem sie ihr Kindergartenfröken, also -fräulein, so verstanden hatte, dass Du gekommen wärst. Sie hat ihr riesige Vorwürfe gemacht: „Men du har sagt att mamma var här!!!!!!!!“ – Aber Du hast doch gesagt, dass Mama hier ist!!!!!!!!!! Und als ich heute sagte, dass Du in zwei Tagen nach hause kommst, brachen hier regelrechte Jubelstürme aus, allen voran Jacob. Du siehst, Du wirst gebraucht. Und das wirst Du umso mehr sehen, wenn Du am Mittwoch Deinen völlig ausgemergelten und verwahrlosten Kindern entgegen trittst, und dann die zu 100% ramponierte Wohnung siehst. Aber so ist das: Ist die Katze aus dem Haus… Naja, ganz so schlimm ist es dann vielleicht doch nicht. Lass Dich überraschen.

So, jetzt muss ich vor den Fernseher und Wäsche legen, den Berg von gestern abarbeiten, damit ich morgen nachmittag die Fussböden wieder frei schaufeln kann – nein, ich mache kein Foto, bin doch kein Paparazzo.

Liebe Grüsse, 1000 Umarmungen und 10000 Küsse von der ganzen Gäng hier