Wenn man heute durch Lund und auch anderswo durch die Stadt geht, dann wird man merken das heute viel mehr Polizei unterwegs ist als sonst und das es auch hier und dort kleinere Demos gibt, auch das alles unter Polizeiaufsicht. Warum das so ist?

Ich zitiere.

FAKTEN / 30. November in Lund
Der Lunder Verein 30. November erinnert alljährlich an den Toedestag König Karls XII. am 30. November 1718. In den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zog es viele junge Nationalisten und Nazisympathisanten zu den Feiern des Vereins.

Es kam zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen den Anhängern des Vereins und antifaschistischen Gruppierungen. Zu Beginn der 90er Jahre mussten enorme Polizeikräfte aufgebracht werden, um diese Gruppen voneinander zu trennen.

Später wurde es wieder ruhiger. Dem Verein wurden seine traditionellen Fackelzüge untersagt, und es gab dadurch weniger Gegendemonstranten.

Seitdem verlief der 30. November ohne grössere Unruhen, aber durch den Symbolwert, den dieser Tag bekommen hat, ist das Risiko von Unruhen nach wie vor gegeben, meint die Polizei.

Anmerkung nebenbei:

Interessant ist vielleicht zu erfahren, dass in dem Artikel, an den diese Fakten angeschlossen wurden, unter anderem steht, dass heute mittag gegen 12 Uhr Mitglieder des Vereins 30. November von jugendlichen Demonstranten mit Eiern beworfen wurden, als sie, man höre und staune, den Dom verliessen, in dem offensichtlich ein Teil der Novemberfeierlichkeiten stattfanden – nachdem man den Fackelzug nicht mehr durchführen darf. Natürlich wurden einige der Demonstranten festgenommen. Wie immer und überall ist man wohl auch in Schweden auf dem rechten Auge blind, zumal man sowieso davon ausgeht, dass sowas Schlechtes wie der Nationalsozialismus ohnehin nur von Deutschland ausgehen konnte und kann. Man hat ja seit Hitler einen Knick in der schwedischen Optik des grossen, vielleicht sogar übergrossen südlichen Nachbarn.

Interessant ist aber auch, dass ausgerechnet König Karl XII. von zwielichtigen Gestalten zu einer Ikone hochstilisiert wird, ein jugendlicher Heisssporn, der mit gerade mal 36 Jahren bei einer seiner vielen Schlachten ums Leben kam. Sein Ziel war es unter anderem, Russland zu unterwerfen, was ihm wie gewissen Leuten nach ihm nicht gelang, und statt Schweden als gesamteuropäische Grossmacht zu etablieren, verspielte er den Status des Landes als nordische Grossmacht, und Schweden fiel nach ihm langsam aber sicher in die Bedeutungslosigkeit, was dem Lande einen bislang fast dreihundertjährigen Frieden beschert hat – wer sonst kann das von sich behaupten in Europa. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verfiel Schweden dann sogar zu einem der Armenhäuser Europas. So kann das gehen mit dem Grössenwahn jugendlicher Heisssporne, wenn sie erstmal an der Macht sind.

Apropos Deutsch: Karl XII. war übrigens ein Wittelsbacher…