Dezember 2006


… dass die mischpoke sich nicht eignet für solcherlei Unternehmungen, wie wir jetzt gerade machen, nämlich eine Familienbegegnungsseminar  zum Jahreswechsel. Die Umgebung ist schön, das Osterberghaus hat was, das Essen ist gut, die Leute recht nett, also die meisten, aber die mischpoke ist mit ihren Besonderheiten hier nicht so am rechten Platz. Wenn wir uns vergleichen sollten, mit den meisten der Gruppe (fast 50 Leute mit Kindern zwischen 4 und 17) so geht es uns super, in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen, wir  sind zwar geldlich gesehen Lebenskünstler, aber wir lieben uns, haben uns recht gut vermehrt  und man guckt recht komisch,wenn ich sage, ich studiere, arbeite (ein wenig) und hab trotzdem Familie. Zu uns passen dann so mehrmalige Sammlungen am Tag mit Abfrage, wie es den geht, nicht so und wir haben auch keine Lust uns beim Essen an alle Tisch zu verteilen, sondern sind dafür, gemeinsam zu essen. Das Bedürfnis nach Ruhe von Alleinerziehenden kann ich durchaus verstehn, aber man sollte sich dazu nicht so eine Familienseminar suchen, mit einem hohen Jungs- Anteil von 8 bis 11jährigen die ein wahnsinniges Bedürfnis nach Schreien und Toben haben. Und ich habe immer gedacht unsre Kerle wären schwierig, nehme alles zurück. Nur Noah reagiert wie seine Mutter denkt und kann sich hier an nichts anpassen. Hannah ist ein kleiner Mittelpunkt durch ihr Sonnenscheingemüt , aber gehandicapt durch ihr Schwyska. Lotta hält sich fast raus und macht in Ruhe ihre Hausaufgaben. Uff. Ok nur noch 2,5 Tage. Und es sind auch viel nette Begegnungen am Rande, ich bin zu ungerecht. Wir wollten eigentlich irgendwo zum Schacharit Shabbat, aber hier machen die Gemeinden alle Jahreswechselruhe oder sowas. Schade. Wäre für meine russischsprechenden König ja wiedermal ein Erlebnis gewesen. Nun ja, nun geh ich Strümpfe stricken lernen, was Gutes muss das hier auch haben, es soll angeblich ganz einfach sein, sagte gestern jemand sehr Liebes zu mir. Also auf gehts.

…. Mama es schneit , titta*, juchhu, Winter, Geburtstag. Juchhu  jetzt hab ich Geburtstag.

Hannah weiss, sie hat im Winter Geburtstag und Winter ist wenn Schnee liegt, sie weiss nicht wann genau sie Geburtstag hat, nur das es weiss sein muss , weil dann ist Winter. Also reichte der Hauch von Schnee gestern aus, um unser Hannahle für Sekunden zum glücklichsten Menschen der Welt zu machen. ABER leider muss sie noch bis zum 11. Januar warten und vor ihr ist auch noch Yoram dran. Nun ja, es ist nicht einfach, das alles auf einmal zu kapieren und schon gar nicht,wenn hier in diesem komischen Land niemand schwedisch spricht, arme Hannah, nun ist Deutsch nicht gerade ihre Lieblingssprache, aber es kommt. Weil ja alle so „dumm“ sind und kein schwedisch können oder wenigsten schwyska (schwedisch-tyska).

*guck mal

wünscht die mischpoke diesmal aus Deutschland, wo wir uns nach dem Kaffeetrinken ins Atelierzimmer zurückziehen werden und die Sahbbeskerzen entzünden und dann den Kindern die Parascha erzählen und einfach ein Weile für uns sein werden.

Und  natürlich das Lieblingslied unsrer Jungs singen : Shabbat shalom, shabbat shalom, shabbat shalom …

p.s. Wie gut dass das Hannahle zur Geburt die schönsten Shabbatlichterhalter der Welt bekommen hat, die auch noch reisetauglich sind.

… an diesem Ort und so kann ich schnell vermelden, wir sind gut angkommen. Der einzige Compu hier ist gut versteckt in einer Abstellkammer, hihi. Hab ihn doch gefunden. Nun wollen wir mal sehen was uns die Tage hier noch so bringen. Gestern auf alle Fälle Schnee und unsere Lotta- Sophie wieder, die ja ein paar Tage bei der Oma war. Ansonsten läuft es hier also ruhig ab, was man mitmachen will macht man mit und was nicht das lässt man bleiben. Yoram spielt Theater mit und Jacob ist etwas hin und hergerissen und die anderen hängen am Rockzipfel beim König und Lotta mmhh die ist auch irgendwo. Das Gute ist , um Essen, Abwaschen und Einkaufen braucht man sich nicht zu kümmern und das tut mal ganz gut und wir sind auch mal raus aus unsrer liebenswerten Wohnhöhle.

UNd wir haben hier noch einen wunderbaren Spruch auf einem der Plakate gefunden, die hier hängen:

Was machen Sie ?  Nichts. Ich lasse das Leben auf mich regnen.

(Rahel Varnhagen)

Jetzt isses soweit: Die mischpoke fährt los! Auf zum grossen Abenteuer, der Jungfernfahrt mit Fritz-Bengt, ins internetlose Malente -naja, weiss man nicht so genau, aber wir rechnen nicht damit, dort online sein zu können. Eine Woche Funkstille auf diesem Sender ist also vorprogrammiert. Uns wünschen wir ’ne gute Reise und Euch allen einen Guten Rutsch ins neue Jahr und ein glückliches und gesundes solches.

Поехали! Ab geht’s!

das wünscht die gesamte Mischpoke

allen, die das hier lesen, von ganzen Herzen.

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Hier das neueste Bild des mischpokischen Nachwuchses als Vertretung der Familie.

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Und das Leuchten aller unsrer Chanukkiot möge für alle, die es brauchen, ein Licht im Dunkeln sein, auf das immer ein kleines Licht am Ende des Tunnels scheinen möge.

 

Unser treuer Begleiter seit über zehn Jahren hat jetzt das Zeitliche gesegnet und sich in den Autohimmel aufgemacht. Dass da schneller Ersatz zur Stelle war, macht die Sache nicht einfacher, denn nach mehr als zehn Jahren gehörte Jakobus, so hatten wir den Wagen damals getauft, dann doch schon zur Familie. Im Moment steht er noch in der Werkstatt, bekommt wohl nochmal eine Gnadenfrist, vielleicht auch nochmal einen neuen Besitzer, jemanden, der einen Ersatzteilspender gebrauchen kann – mein Münchner Bruder meinte sogar, er könne ihn vielleicht noch für 2000 Euro in Deutschland verkaufen, aber ich glaube, er kennt mein Auto nicht. Wir werden sehen, was das neue Jahr bringt.

Morgen beginnt übrigens die Feuertaufe, unsere Fahrt nach Malente, für Fritz-Bengt Pettersson, wie das neue Familienmitglied provisorisch heisst, bis wir uns einigen können werden – Fritz, weil Yoram ihn so nennen wollte, Bengt, weil Papa ihn so nennen wollte und Pettersson, weil wir ihn bei einem Peter gekauft haben.

…. sind an der Tagesordnung bei Mischpokes. Eigentlich sollte man sie einfach hinnehmen und zur Tagesordnung übergehen. So einfach ist das aber dann doch nicht. Zum Beispiel seit gestern Abend:

  1. der kleine Bauer aus dem Schachsteckspiel ist verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt
  2. Moshe ist auch weg, Hannah musste ohne schlafen
  3. Noah hat geschwitzt ( meint er)… war aber eher ein kleiner Teich, der da heute Nacht imBette war.

… und es gibt noch klitzkleinere K. ,die wir ja nun wirklich als gegeben hinnehmen.

Aber zu erstens: ohne Bauern kann man nicht spielen und wo gibts Ersatz, also weitersuchen. Zu zweitens Riesengeschrei und trotz ner Menge anderer Puppenkinder musste es Moshe sein, der bestimmt irgendwo im Hannenzimmerlein liegt, also überhaupt erstmal suchen. Zu drittens , hausgemacht , denn das Kind hat gestern Abend noch zuviel getrunken, klar bloss Wasser, aber das reicht halt – ABER es ist ja immer noch Weihnachten und wir können immer noch mehr waschen als sonst. Also kein Problem.

Da wir heute sowieso Packen (morgen gehts nach D für 5 Tage )  und die Bude entmöhlen müssen, na da findet sich auf alle Fälle Moshe wieder an, bei dem Bauern hab ich meine Bedenken…. was lehrt uns das, die Jungs brauchen ein etwas grösseres Schachspiel und nicht Mutters altes Reiseschach, das von Haba ist leider auch so murkelig, genauso untauglich wenn auch schön bunt.

Nun ja wir hatten trotz dieser abendlichen Katastrophen mit viel Geschrei und Geschimpfe dann eine ruhige Nacht, unterbrochen durch Noahs Teichschaffung und sind jetzt auf dem Weg in den neuen Tag mit vielen neuen nein nicht Katastrophen  ….  Abenteuern! 😉

… hab ich sie, die grossen Jungs,in den Sonnenschein da draussen, sonst spielen die Beiden nur den ganzen Tag Schach oder wollen Kinderfernsehen  gucken (bei ZDF, weil wir haben nur 2 Sender ZDF und 3 sat). Schach ist neuerdings ihre grosse Leidenschaft, allerdings bekommen sie sich auch immer in die Wolle nach ner Weile, wobei seit sie dieses wunderbare Schachbuch für Kinder haben, halten sie sich genau an die Regeln,mmhhh. Würde deren Mutter nie machen, die versucht immer zu schummeln.

Der König samt Kinder ist mit dem „neuen“ Auto, das jetzt Fritz heisst (Yoram meinte als deutsches Auto müsste es einen deutschen Namen haben, aber warum Fritz?/der König wollte Bengt – puh genauso unromantisch, aber richtig schwedisch), unterwegs. Unterwegs nach Månslunda, zu  unsrer alten Schule, die da einsam auf den Sommer harrt , das wir wieder raus kommen zu ihr. Naja so einsam ist sie gar nicht, da Massen von Mäusen dort vorübergehend ihr Zuhause haben. Ich hoffe bloss immer, sie lieben keine Kunstsachen (meine Sachen vom Kunststudium sind da draussen) und keine Bücher ggrrr. Wir werden wohl oder übel Månslunda verkaufen müssen, ein wunderbares Objekt in Österlen (dem schönsten Fleckchen von Schweden) aber mit Renovierungsbehov (wie sagt man das auf deutsch) und unheimlich viel Platz (300m2 Wohnfläche unten , genauso viel könnte man oben auf dem Dach haben und 5000 m2 Land drumherrum)- aber es liegt für uns am falschen Platz. Zu weit weg von Lund und Kopenhagen. Als wir es kauften war noch ein Job in der Nähe da, aber den gibts jetzt nicht mehr, ausser der Sommerjob als Burgguide auf Burg Glimingehus. Nun ja also verkaufen, seufz, damit wir auch von den Bankschulden runterkommen, obwohl die für hiesige Verhältnisse gering sind, aber uns drücken sie.

So und ich mach mich jetzt mal an den Wäscheberg der Dank weihnachtsfreudiger Menschen entstand durch unsere Waschorgie gestern und heute früh. Aber lustigerweise nicht nur wir (Waschorgie) sondern gleichzeitig auch unsere Muslimen hier (auch 4 Kinder), die Chinesen, die Bangladeshis – alle mit Riesenwäsche und schöner Eintracht abwechselnd gewaschen. So also auf gehts, brrrr ….. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich nichts lieber tue als Wäsche legen und weglegen. 😦

Adi von Blog: http://adi5767.wordpress.com/ , schreibt folgendes:

da ich hoffe mit dem blog mehr zu erreichen als mit einer email kette, leite ich euch hiermit eine mail von heute weiter. wenn ihr wollt, schneidet den text aus und sendet ihn an freunde und bekannte weiter

It is now more than 60 years after the Second World War in Europe ended. This e-mail is being sent as a memorial chain, in memory of the six million Jews who were massacred. Now, more than ever, with Iran , among others, claiming the Holocaust to be “a myth,” it is imperative to make sure the world never forgets.

This e-mail is intended to reach six million people worldwide! Join us by e-mailing it to your friends and be a link in the memorial chain and help us distribute it around the world. Please don’t just delete it. It will only take you a minute to pass this along – Thanks!

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