Ein König lag sterbenskrank im Bett. Keiner der Ärzte und Weisen wusste, wie ihm noch zu helfen sei.Nur eine alte Frau sagte, es sei möglich, den König zu heilen. Dazu müsse man das Hemd eines glücklichen Menschen bringen. Darin könne der König gesunden.

Die Boten des Königs durchsuchten das ganze Land nach einem glücklichen Menschen. Aber vergebens. Nicht einer war zufrieden. Gesunde waren arm, Reiche kränkelten und fühlten sich bedroht, manchen mangelte es an Liebe.

Verzagt kehrten die Boten um. Auf ihrem Heimweg kamen sie abends an einer windschiefen Hütte vorbei und hörten dort einen Mann vergnügt vor sich hin singen:

„Ich bin glücklich, glücklich, glücklich!
Mein Radieschen war vorzüglich.
Herrlich wärmte mich die Sonne.
Bin lebendig – lebenslang!
Hej!
Und es zuckt mir in den Füßen
Werde tanzen mit der Süßen
Und mit ihr phantastisch schlafen!
Gott im Himmel, vielen Dank!“

Die Boten des Königs klopften freudig an die Tür, dass sie gleich aus den Angeln fiel und baten den glücklichen Menschen, er möge dem König helfen und ihm sein Hemd schenken.

Da sagte der Glückliche: „Oh, das tut mir aber leid. Ich hab gar keins!“

( nach einem griechischen Märchen , eine andere Variante schreibt es Lev Tolstoi zu)