Mittwoch, 13. Dezember 2006


Wovon zehrt man tage-wochenlang – von kleinen Freuden… so kam ein wunderbares Sockenpaket ins Haus geregnet, gezaubert von der Sockenfee: http://wollsocke.blogspot.com/

Danke so sehr, nun braucht die mischpoke nie mehr über kalte Füsse klagen und meine sind die schönsten (nein alle)- sie passen zu allem was ich habe. Ich freue mich und die anderen auch!!!dezember-3-050.jpg

Die nächste Freude kam gestern gegen halb 5 nachmittags, unsere Zweite aus Brüssel auf dem Weg zu ihrem Liebsten,den sie überraschen wollte (weil sie ersten Jahrestag hatten, heute ist sie schon wieder in Brüssel), war zum Kaffetrinken da und wir haben ihr zu Ehren Marthas Schokoladentorte in Miniformat besorgt, mums. Die Jungs und die Kinder wollten sie gar nicht mehr weglassen, ich auch nicht schnief.

Nachdem wir Ihr schnell noch lauter schwedische Julspezialitäten (nej nicht Julskincka, igitt) eingekauft haben für ihre Gastfamilie, war sie auch schon wieder weg.

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Und dann kam da noch 2 kleine Hyazinthen, die wollen bei uns aufblühen und haben für´s Hannahle noch eine Minilucia gebracht, ;).

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P.S. Bitte um Nachsicht, der Fotoapparat will nicht so wie ich…

… ich möchte jezt nicht der Briefträger sein, es regnet gerade wie aus Kannen und das mit Sonnenschein brrrrr. Hoffentlich ist in Hardeberga bei den Waldorfs das Wetter noch in Ordnung, denn

  1. ist Lucia heute und die Kinder der 4. Klasse haben ja den Luciazug durch das Schuldorf
  2. es ist Mittwoch und da haben Hannah und Noah wie immer Ausflugtag
  3. ist der König vielleicht mit dem Auto unterwegs nach hause
  4. OJEMINE und jetzt hagelt es Riesenhagelkörner

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WO ist meine Höhle…. ich geh wieder ins Bett.

Da soll der König in der Schule unser Geld verdienen und die Regierung eigentlich mal ein bisschen mehr Aufsatz schreiben und eventuell mal aufräumen oder wenigstens Rechnungen bezahlen… UNd was tun die, sitzen am Computer als Luciengeschädigte, die arme Lucia kann ja nun nichts dafür nicht.

Warum sind wir nicht auch in ein Land ausgewandert wo es zumindest Lucia,Jul und Midsommar nicht zu feiern gibt, vielleicht Marocko – schön warm, aaaabbbber da gibts Ramadan (puh Fasten, reicht schon einmal pro Jahr) und Wein istda ja wohl auch nicht soo frei verkäuflich.

Also bleiben wir hier und jammern ein bisschen und dann ist wieder gut…. ausserdem den Kindern gefällt es ja, was wollen wir mehr… glückliche Kinder haben wir ja, die Kerzen auf dem Kopf lieben, Lussekater gerne essen und Glittergirlanden – die ein Jahr lang hier rumhängen. 😉

Denn es ist Lucia. Und Yorams nur natürliche Frage in diesem Zusammenhang lautete heute morgen: Warum feiert man eigentlich Lucia? – Gute Frage!, meinten wir unisono, Die musst du deinem Fröken stellen. Sprich: Deiner Lehrerin. Mal sehen, mit welcher Botschaft er heute nach hause kommt, denn selbst nach neun Jahren Schweden haben wir die Botschaft dieses Tages noch nicht geschnallt.

Früher war das mal Pioniergeburtstag – aber das war woanders, in einem anderen, längst verschwundenen Land. Atlantis? Nee, so lange ist es dann doch noch nicht weg, das Land…

Aber hier ist heute Ausnahmezustand, was für mich bedeutet, dass ich oimmer noch nicht weiss, ob ich heute Unterricht habe und, wenn ja, wieviel. Und es ist schon 9.03, und ich sitze schon im lehrerleeren Lehrerzimmer der Schule.

In Erfahrung gebracht habe ich allerdings, dass die Lehrer der Schule – mich ausgeschlossen, morgen ein Weihnachtsspiel vortragen, zweimal vormittags für die Schüler, zweimal abends für die Eltern. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir es einplanen können, aber so warten meine pensionierten Volksuniversitätsstudenten morgen abend und wollen mit mir Weihnachten feiern mit schwedischen Pfefferkuchen, deutschen Lebkuchen und Stollen sowie jüdischen Sufganiot, Berlinern also. Dazu gibt’s schwedischen Glögg zu trinken, eine Art Glühwein, in Deutschland besser bekannt als Medizin – extra süss, einigermassen eklig, auf alle Fälle heutzutage alkoholfrei imLande der sta(a)(t)tlich verordneten Antialkoholfetischerie. In diesem Glögg schwimmen dann regelmässig Rosinen und Nüsse. Na, dann!

Am Samstagabend, 16 Uhr, ist dann noch Schulabschlusssingen vor dem Gutshaus, das das Gymnasium beherbergt.

Und dann hat der Ausnahmezustand ein Ende, nämlich Weihnachtsferien, drei Wochen, bis zum 8. Januar. Glücklich die Kinder, die bei uns zur Schule gehen. Aber wer fragt schon die Eltern…

Na,weiss jemand was heute für ein Tag ist, klar 13. Dezember und was bedeutet das in Schweden – Früh Aufstehen, eventuell Lucialiebende Töchter aushalten die ein gegen 6 das Frühstück verkleidet ans Bett bringen, dann alle Kinder fein anziehen (weisse Kleider und Glittergirlanden und Lichter und Tomtemützen …..), eventuell Essen einpacken, Kinder und sich selbst halb im Schlaf beruhigen, pünktlich gegen 7 in Schule oder Kirche sein, der Lucia samt Gegfolge wohlwollend lächelnd zusehen und-hören , dann schnell zusammen Picknik, im günstigsten Falle Elternfrühstück, nette Worte über süsse Kinder insbesondere Lucien und Sternjungen und Tomtes und Pfefferkuchenkinder und wieder los zur Arbeit und da kommt dann die nächste Lucia…… Juchhu ich hab es nicht machen müssen , gar nichts, grosse Töchter sind nicht mehr zu hause, das Lucialied kam gegen halb 8 von Hannahle , war zu ertragen und die Jungs hatten keine Lust um 7 schon in der Schule zu sein (zum Glück ist das bei unsern Waldorfs hier freiwillig) und so sind unsere dann wie immer los, kommen sowieso nicht um den Luciazug drumherum, weil der heute den ganzen Tag in der Schule singend umherziehen wird. Wie schon mal erzählt, gibt es heute massig Lucien ( ist das die Mehrzahl ???) hier in Schweden, der Lucia in Schulen und Unis und Städten ist vorher eine Wahl vorrausgegangen. Uff das erste Jahr bin ich ohne Lucia, in welcher Form auch immer, ich bin nicht schwedisch genug um mir das freiwillig anzutun. Ich geh heute nur aus dem Haus zu Islam ( da gibs die hoffentlich nicht mehr die Unilucia, davon gibts nämlich auch noch eine pro Fakultät), das Seminar ist erst heute nachmittag und dann um Halb 5 huhu die Strafe 😉 :Ich muss nun zum Zahnarzt die Wurzel muss nun endlich behandelt werden und heute ist Termin – Bohren usw. , bitte um Mitleid- villeicht sollte ich doch netter zu Lucia sein … häää glaub ich neuerdings an Heilige Lucien.

Nun ja ich hab mal was raugesucht  über Lucia, wiedermal auf schwedisch, übt ein bisschen, und ausserdem das wichtigste Lied vom Tag, so ungefähr hörte sich das beim Hannchen an, nur unser Prinzesschen ist dunkelhaarig: Das kleine Mädchen singt dazu noch fein auf skånisch hihi (weiss leider nicht wie man you tube hier direkt reinstellt, bitte um Nachsicht)  http://www.youtube.com/watch?v=Y0vZ48HQbps 

Hier nochmal die Safranbrötchen, die es heute allerorten gibt:

Lucia, ljusets drottning. Denna sed den 13 december betraktas av både svensken och omvärlden som något av det mest ursvenska som finns. Men tittar man närmare på bakgrunden så är det ett italienskt helgon vi hyllar. Enligt svensk festtradition är natten till den 13 november årets mörkaste. Och med äldre tiders almanacka så var det så. Denna natt ska både folk och fä få extra förplägning. Från att från början ha varit en mansdominerad helg så har Luciafirandet blivit en kvinnohelg i första hand. Föreningar och skolor har i högsta grad bidragit till att sprida denna sed. Det ordnas officiella Luciatävlingar och det finns väl knappast ett dagis eller skola med självaktning som inte har sin egen eller till och med flera lucior. För att undvika avundsjuka bland de yngre barnen brukar man låta alla flickorna få bära luciakrona. I övrigt är alla i luciatåget klädda i vita, fotsida skjortor men antingen ett rött sidenband eller ett glitterband om midjan. Även på många arbetsplatser brukar man fira lucia med gemensamt morgonkaffe och Luciatåg. Årets nobelpristagare uppvaktas också i sina hotellrum av Sveriges officiella Lucia och det finns många dråpliga historier om skrämda pristagare som trott att de kommit till himlen när den ljusprydda varelsen plötslig finns inne i rummet.

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PS das ganze nochmal auf Deutsch:

Lucia, Königin des Lichts. Dieser Brauch am 13. Dezember wird eigentlich als sowohl von Schweden als auch Nichtschweden als der urschwedische Brauch betrachtet. Schaut man sich diesen Brauch aber näher an, sieht man, dass hier eine italienische Heilige verehrt wird. Entsprechend der schwedischen Festtradition ist die Nacht zum 13. Dezember die dunkelste Nacht des Jahres. Und in älteren Kalendern findet man das auch noch. In dieser Nacht bekamen Gesinde und Vieh extra Verpflegung. Am Anfang war Lucia ein männerdominiertes Fest, aber heute ist das in erster Linie ein Frauenfeiertag. Vereinigungen und Schulen haben in hohem Masse dazu beigetragen, diesen Brauch zu verbreiten. Es werden offizielle Luciawahlen organisiert, und es gibt wohl kaum einen Kindergarten oder eine Schule, die was auf sich hält, die nicht ihre eigene Lucia hat, oftmals sogar mehrere. Um Eifersucht unter den Kindern zu begegnen, lässt man nämlich alle Kinder die Luciakrone tragen. Im übrigen ist die ganze Luciaprozession in weisse, weite Kleider gekleidet, mit entweder einem roten Seidenband oder einem Glitzerband um die Hüfte. Auch an vielen Arbeitsplätzen feiert man Lucia mit Frühstückskaffee und Luciaprozession. Die Nobelpreisträger werden ebenfalls alljährlich in ihren Hotelzimmern von Schwedens offizieller Lucia besucht und es gibt eine Menge Geschichten über verschreckte Preisträger, die trotz allem glaubten, sie wären in den Himmel gekommen, als das lichtgekrönte Wesen plötzlich in ihrem Hotelzimmer auftauchte.