Dezember 2006


…. sind an der Tagesordnung bei Mischpokes. Eigentlich sollte man sie einfach hinnehmen und zur Tagesordnung übergehen. So einfach ist das aber dann doch nicht. Zum Beispiel seit gestern Abend:

  1. der kleine Bauer aus dem Schachsteckspiel ist verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt
  2. Moshe ist auch weg, Hannah musste ohne schlafen
  3. Noah hat geschwitzt ( meint er)… war aber eher ein kleiner Teich, der da heute Nacht imBette war.

… und es gibt noch klitzkleinere K. ,die wir ja nun wirklich als gegeben hinnehmen.

Aber zu erstens: ohne Bauern kann man nicht spielen und wo gibts Ersatz, also weitersuchen. Zu zweitens Riesengeschrei und trotz ner Menge anderer Puppenkinder musste es Moshe sein, der bestimmt irgendwo im Hannenzimmerlein liegt, also überhaupt erstmal suchen. Zu drittens , hausgemacht , denn das Kind hat gestern Abend noch zuviel getrunken, klar bloss Wasser, aber das reicht halt – ABER es ist ja immer noch Weihnachten und wir können immer noch mehr waschen als sonst. Also kein Problem.

Da wir heute sowieso Packen (morgen gehts nach D für 5 Tage )  und die Bude entmöhlen müssen, na da findet sich auf alle Fälle Moshe wieder an, bei dem Bauern hab ich meine Bedenken…. was lehrt uns das, die Jungs brauchen ein etwas grösseres Schachspiel und nicht Mutters altes Reiseschach, das von Haba ist leider auch so murkelig, genauso untauglich wenn auch schön bunt.

Nun ja wir hatten trotz dieser abendlichen Katastrophen mit viel Geschrei und Geschimpfe dann eine ruhige Nacht, unterbrochen durch Noahs Teichschaffung und sind jetzt auf dem Weg in den neuen Tag mit vielen neuen nein nicht Katastrophen  ….  Abenteuern! 😉

… hab ich sie, die grossen Jungs,in den Sonnenschein da draussen, sonst spielen die Beiden nur den ganzen Tag Schach oder wollen Kinderfernsehen  gucken (bei ZDF, weil wir haben nur 2 Sender ZDF und 3 sat). Schach ist neuerdings ihre grosse Leidenschaft, allerdings bekommen sie sich auch immer in die Wolle nach ner Weile, wobei seit sie dieses wunderbare Schachbuch für Kinder haben, halten sie sich genau an die Regeln,mmhhh. Würde deren Mutter nie machen, die versucht immer zu schummeln.

Der König samt Kinder ist mit dem „neuen“ Auto, das jetzt Fritz heisst (Yoram meinte als deutsches Auto müsste es einen deutschen Namen haben, aber warum Fritz?/der König wollte Bengt – puh genauso unromantisch, aber richtig schwedisch), unterwegs. Unterwegs nach Månslunda, zu  unsrer alten Schule, die da einsam auf den Sommer harrt , das wir wieder raus kommen zu ihr. Naja so einsam ist sie gar nicht, da Massen von Mäusen dort vorübergehend ihr Zuhause haben. Ich hoffe bloss immer, sie lieben keine Kunstsachen (meine Sachen vom Kunststudium sind da draussen) und keine Bücher ggrrr. Wir werden wohl oder übel Månslunda verkaufen müssen, ein wunderbares Objekt in Österlen (dem schönsten Fleckchen von Schweden) aber mit Renovierungsbehov (wie sagt man das auf deutsch) und unheimlich viel Platz (300m2 Wohnfläche unten , genauso viel könnte man oben auf dem Dach haben und 5000 m2 Land drumherrum)- aber es liegt für uns am falschen Platz. Zu weit weg von Lund und Kopenhagen. Als wir es kauften war noch ein Job in der Nähe da, aber den gibts jetzt nicht mehr, ausser der Sommerjob als Burgguide auf Burg Glimingehus. Nun ja also verkaufen, seufz, damit wir auch von den Bankschulden runterkommen, obwohl die für hiesige Verhältnisse gering sind, aber uns drücken sie.

So und ich mach mich jetzt mal an den Wäscheberg der Dank weihnachtsfreudiger Menschen entstand durch unsere Waschorgie gestern und heute früh. Aber lustigerweise nicht nur wir (Waschorgie) sondern gleichzeitig auch unsere Muslimen hier (auch 4 Kinder), die Chinesen, die Bangladeshis – alle mit Riesenwäsche und schöner Eintracht abwechselnd gewaschen. So also auf gehts, brrrr ….. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich nichts lieber tue als Wäsche legen und weglegen. 😦

Adi von Blog: http://adi5767.wordpress.com/ , schreibt folgendes:

da ich hoffe mit dem blog mehr zu erreichen als mit einer email kette, leite ich euch hiermit eine mail von heute weiter. wenn ihr wollt, schneidet den text aus und sendet ihn an freunde und bekannte weiter

It is now more than 60 years after the Second World War in Europe ended. This e-mail is being sent as a memorial chain, in memory of the six million Jews who were massacred. Now, more than ever, with Iran , among others, claiming the Holocaust to be “a myth,” it is imperative to make sure the world never forgets.

This e-mail is intended to reach six million people worldwide! Join us by e-mailing it to your friends and be a link in the memorial chain and help us distribute it around the world. Please don’t just delete it. It will only take you a minute to pass this along – Thanks!

…. einen Lehrerblog 😉

  Das  Lehrerzimmer !!! Erwar darüber nicht sooo erfreut hihi, der Herr Lehrer, er sagt er hat Ferien, hat er ?

Eben war ich mit den Kindern auf einem kurzen Spaziergang draussen in der Stadt und stellte fest, dass es sehr still ist heute. Kein Lüftchen weht, kein Auto ist zu hören, kein Mensch zu sehen, selbst die Kirche ist duster und wartet auf den Gottesdienst heute nacht um halb zwölf. Nur in Rådhusrätten, einem Viertel hier ganz in der Nähe mit hohem Ausländeranteil war es etwas lebhafter, aber auch nur etwas. Überall sind hell erleuchtete Stuben mit natürlich Weihnachtsbäumen drin, aber kein Mensch ist zu sehen. Man wundert sich, wo sie wohl alle sein mögen an so einem Abend.

Nur in unsrem Kiez ist alles ganz anders: Da ist es nämlich ganz still. Von sechzig Wohnungen auf unserem Hof sind vielleicht noch sechs im Moment „bewohnt“. Alle anderen sind duster, die Bewohner ausgeflogen, maximal noch etwas Weihnachtsschmuck an den Fenstern.

Ein komischer Geburtstag. Etwas gruselig mit seiner Stille inmitten der Menschen. So ähnlich muss es den Menschen früher ergangen sein, als es noch keinen elektrischen Strom gab, keine ewig glitzernden Weihnachtsbäume und nen Haufen Geschenke darunter, sondern nur diese Stille, diese Dunkelheit, diese Nacht. Und ich kann verstehen, dass man eine dieser langen, dunklen und zuweilen ja auch kalten Dezembernächte zur heiligen Nacht gemacht hat – eben damit sie etwas kürzer, heller und wärmer wird.

Aber Joshua, wer denkt dabei noch an Dich? Unsere Hannah! Sie fragte vorhin: Wann gehen wir nun zu Jesus? Sie wollte ihm nämlich gratulieren zum Geburtstag. Als ich ihr dann erzählte, dass er schon lange tot sei, meinte sie: Aber dann kriegt er ja gar nicht seine Geschenke!

Aber solange man an einen Menschen denkt, kann man auch seinen Geburtstag feiern. Und so feiern wir am 28. weiter. Da wird nämlich mein Opa, sel. A., 100! Wieder ’n Grund zum Feiern! Das nimmt hier in dieser Familie kein Ende!

 Nun ist das gesamte Volk samt König raus, sie wollen Tannenbäume angucken, sagt Hannah, was ja in Schweden Dank wenig Gardinen ja durchaus machbar ist. Wir haben schöne Kaffee/Kakao getrunken und viel Torte gegessen miteinander und sind jetzt alle kugelrund…

 Zur Vollbildanzeige wechselnZur Vollbildanzeige wechseln Damit Ihr ein bisschen Appetit bekommt, links die Princesstårta und rechts der Kladdkaka(Schokoladenmatschkuchen)

Pettson & Findus Tomtemaskinen [filmen] - Pettson & FindusAuf dem Kaffeetisch lag noch eine Geschenk, sieh an kriegen die Kinder doch Geschenke 😉 , das gabs nicht Chanukkah, sondern heute, der langersehnte 3. Teil von Pettersson und Findus. Er handelt nämlich von der Tomtemaschine, die der alte Pettsson seinem Kater Findus baut, weil:

Kurzbeschreibung
Der alte Petterson steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muß nämlich einen Weihnachtsmann herbeischaffen. Seit er seinem Kater Findus von ihm erzählt hat, hat der nur noch einen Wunsch: Der Weihnachtsmann soll unbedingt auch zu ihm kommen. Petterson möchte Findus nicht enttäuschen, und am Ende ist Findus auch richtig glücklich.

Und hier noch eine sehr schöne schwedische Seite zum Kinofilm: http://www.tomtemaskinen.se/

Werden wir uns also nachher zusammen angucken. Und nebenbei mach ich Wäsche , weil endlich mal alles frei ist da unten im Waschhaus, na nicht ganz, da unsere muslimischen Nachbarn die Lücke auch für sich entdeckt haben.

Als Yoram im letzten Jahr in der ersten Klasse viel über Weihnachten und warum man es feiert hörte, kam er zu Hause zu der Überlegung, das irgend etwas an der Geschichte von Jesus und Maria und Josef nicht erklärbar ist (in seinen Augen). Also Maria und Josef ( Miriam und Josef) wohnen in der Stadt Nazareth im jüdischen Lande …. Mama gab es da viele Juden? Ja, gab es. Also waren Maria und Joseph auch Juden? Ja soweit ich weiss, waren sie es, steht jedenfalls überall so. Also Mama, man ist doch jüdisch wenn seine Mama jüdisch ist? Ja. Also ist doch Joshua(Jesus) auch jüdisch oder? Ja das ist er. MMHHH….. Wieso feiern die Christen dann den Geburtstag von einem jüdischen Kind? MMHHH… Jammhhh…weil sie ihn verehren.  Du Mama, die haben den uns geklaut! ÄÄHH mhh.. kann man so nicht sagen…. Du Mama, aber dann können wir doch erst recht seinen Geburtstag feiern, weil wir sind doch Juden und er auch. MMHHH .. naja warum nicht…

Also nun muss man dazu sagen, das Yoram sehr clever ist und gerne feiert und fand, dass wir am 24. anfangen könnten mit Joshuas Geburtstag, dann 8 Tage Chanukkah und am 2. Januar hatte der clevere Bursche dann selber Geburtstag, seinen 7.!

Also gab es voriges Jahr am 24. Dezember eine Torte und Kakao und so wird es auch morgen Nachmittag eine Princesstårta geben und wunderbaren warmen Kakao, dem Joshua Josefsson (eine Schöpfung original von unserm Freund und Kinderarzt Salomon) zu Ehren. Herzlichen Glückwunsch, Joshi!

 

Marc Chagall:  Fensterfragment aus St Stephan/Mainz (http://tamseeg.blogg.de)

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