Ich habe gerade mit Jacobs Lehrerin gesprochen, zwischen Tür und Angel hat sie mich angesprochen. Sie will, dass Jacob einen WISC-Test macht, weil er allgemein in der Klasse hinterher hängt und keine sozialen Kontakte pflegt, nicht nur nicht in seiner Klasse, sondern jetzt wohl auch darüber hinaus – das hatte er uns ja mal selbst bestätigt. Sie sagt, dass es nicht nur das Lesen und Schreiben sei, sondern auch das Rechnen, dass er sich schlecht erinnern könne, z.B., die Dreierreihe nicht beherrsche usw. Wir möchten bitte zu hause mit ihm üben, die Hausaufgaben machen usw. Ich habe sie gebeten, spezielle Hausaufgaben für ihn mitzugeben, damit wir wissen, was wir tun sollen, worauf es ankommt. Weiss nicht, ob sie das tun wird.

Sie haben jetzt die Uhr behandelt, wir sollen auch da mit ihm üben, was wir ja auch schon punktuell ein bisschen gemacht haben. Ein Elterngespräch ist im Moment nicht in Aussicht, erst will sie ein Ergebnis des WISC-Testes haben. Das alles hätte so lange gedauert, weil so viele Instanzen in die ganze Geschichte einbezogen waren, Salomon (unser Kinderarzt), SKED (die Dyslexiespezialabteilung, die aber die Untersuchung wieder auf Eis gelegt hatte, nachdem sie keine Zuarbeit bekommen hatte), Röst- och talvård (das Stimm- und Sprachzentrum, die eigentlich eine Gehöruntersuchung hätten machen sollen, aber irgendwas falsch verstanden hatten, weil wir nicht mehr mitbekommen hatten, wie wir nun eigentlich zu ihnen gekommen waren und damit eine falsche Fährte gelegt hatten), Hans A. (der in der Schule war und Untersuchungen mit Jacob angestellt hat, kein Psychologe, wir wissen nicht genau, wer er ist), die Schulschwester, nun also auch noch BUP (die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die den WISC-Test machen soll) – und die rechte Hand nichts von der linken wusste, mit anderen Worten: Wir drehen uns im Kreis, weil letztlich keiner mehr durchsieht, was schlussendlich daher rührt, dass keiner mit jemandem spricht, jedenfalls nicht, bevor etwas unternommen wird – wir wohl eingeschlossen.

Ausserdem meinte sie, er hätte geäussert, kein Schwedisch lernen zu wollen und hätte gemeint, wozu ihm das denn nütze sein sollte…

Vielleicht sollten wir uns auf den WISC-Test einlassen. Danach wissen wir mehr. Sicher scheint mir jedenfalls zu sein, dass er einen Assistenten braucht, das können wir selbst nicht sein, mit uns verbindet er Deutsch als Umgangssprache. Der Assistent hier muss Schwedisch mit ihm sprechen und entsprechend ausgebildet sein. Oder vielleicht sollten wir uns mit dem Gedanken anfreunden, ihn umzuschulen – in eine Hilfsschule – weiss gar nicht ob es hier sowas gibt, wenigstens ’ne gewisse Zeit, damit der Druck weg geht.