Freitag, 26. Januar 2007


..mit vielen kleinen Ereignissen, nachdenklichen, fröhlichen, musischen…

Nach der Uni heute, gehen  wir Eltern erst mal ganz alleine essen, hier in Schweden gibt es etwas sehr gutes in fast allen Restaurants – Dagens rätt – Tagesgericht – ein Essen zwischen 12-14 Uhr (meist mit Salat, Brot, was zu trinken, Kaffee hinterher und natürlich Hauptgericht) für 50 bis 70 Kronen, jeden Tag ein anderes, und es ist oft eines, was auf der Speisekarte steht. Und so kann man mal in den feinsten Lokalitäten speisen, ohne dafür eine Woche hungern zu müssen. So und das werden wir heute tun. Dann geht’s an die Shabbesvorbereitung, denn heute bekommen wir Besuch, einen langersehnten, unser Kinderarztfreund kommt zum Shabbesessen. Dann wird an diesem Wochenede noch Yoris Geburtstag nachgefeiert, was ja nicht bei uns stattfindet sondern von der Mutter seiner Freundin (die auch Geburtstag hatte) organisiert worden ist, wir tragen nur mit Kuchenschiffchen, Spielen, kleinen Preisen und ein bisschen Schmuck, oh Eis nicht zu vergessen, bei. Am Holocausttag (auf Schwedisch: Förintelsedagen, was übersetzt bedeutet Vernichtungstag – schreckliches Wort- aber es stimmt) sind wir abends in der Synagoge in Malmö. Ja, und dann ist auch noch Klezmerfestival am Sonntagnachmittag, 4 Stunden lang. Wie gut, dass die arme Lotta-Sophie zu hause ist und Kinder hütet, wirklich ganz freiwillig 😉 . Also nun nicht die ganze Zeit und heute morgen muss das schöne Kind auch erst noch zur Blutuntersuchung, bbrrrr. So, na dann, auf zur Uni und was über schwedische Museen anhören und der König über die deutsche Sprache und deren Geschichte.

Ein gutes Wochenende und Shabbat shalom!

bei uns hier im Kulturen in Lund:

Roy Andersson vill krossa myten / Roy Andersson will den Mythos brechen

Die Ausstellung, die morgen am Holocausttag eröffnet wird, ist ein Teil einer grossen Ausstellung,  die zuvor in Stockholm gezeigt worden ist. Sie will mit aller Deutlichkeit zeigen, dass die Schweden in der Zeit von 1933 bis 45 nicht so unschuldig waren, wie sie es immer gerne sein wollen und von Neutralität nicht zu sprechen sein kann. Angefangen von rassenbiologischen Untersuchungen (es gab bestimmte Rassengesetze bis in die siebziger Jahre!, da gibt es seit neuestem auch eine Film drüber) bis zu Experimenten an „Behinderten“ geht es auch um die Abweisung von Deutschen mit dem J im Pass, und das obwohl bekannt war, was in Nazideutschland mit Juden gemacht wurde….

På Förintelsens minnesdag den 27 januari öppnas utställningen ”Sverige och Förintelsen” på Kulturen. Det är en utställning där bland andra regissören Roy Andersson vill krossa den svenska självbilden. Så oskyldiga var svenskarna inte.
http://sydsvenskan.se/lund/article212971.ece