Dienstag, 06. Februar 2007


… habe ich durch Zufall heute den Brief vom Hannahle  in unseren Annalen und kurios ist, das gerade unsere Noomi (das Kind unsrer Freundin Tina) genau dieselben Probleme hat, wie Hannah vor zweieinhalb Jahren. Jaja sie haben es nicht leicht unsere Kinder. Also hier Hannahs Brief vom Sommer 2004:

 Hallo Ihr alle ! (Schnief)

Niemand, aber auch niemand versteht mich.Dabei quassele ich den ganzen Tag!Alle finden mich süß und zum knuddeln,aber niemand nimmt mich für voll. Ich will nicht küssen noch geküsst werden. Ich will lieber beißen, macht vielmehr Spaß und ich hab doch so tolle Zähne, oder ???

Man kneift mir in meine Wangen und ruft dabei voll entzücken:

oh wie niedlich die runden Bäckchen.

Kneife ich aber , besonders gerne in Nasen, dann heißt es gleich:: Nein, nein Hannah.Alle bewundern meine Haare und fassen diese auch noch an: Was für herrliche Locken. Reiße ich aber voller Kraft mal jemanden ein paar Haare aus, dann gib´s Geschrei und wieder : Nein, nein,  das macht man nicht.Ich soll immer ordentlich essen, und dann sitze ich im Sandkasten und will so gerne Sand essen, was kommt : Nein, Nein.

im002484.JPGIch soll alleine spielen lernen, habe ich dann eine noch nie entdeckte Schublade aufgezogen und spiele mit deren Inhalt, gibt es auch wieder Geschrei: Nein, nein.

Ich kann´s nicht mehr hören.Nichts darf man: Nicht in die Badewanne sch…,keine Brillen angucken, keine Sachen klauen,keine Papiere zereisen, auf den Tisch klettern ist verboten, Treppe alleine hochgehen auch.Früh aufstehen darf ich auch nicht. WAS, sagt mir, was ist eigentlich erlaubt.Nee, also anderthalb Jahre alt zu sein ist nicht einfach, das könnt Ihr mir glauben!!! 

Eure Hannah, die das mal alles loswerden musste

stimmt nicht, hier in Schweden fast das ganze. Und ich hab gedacht, so was war vor allem damals in der DDR wichtig, aber nein, hier, wo man ja sowieso ne Menge von der DDR gelernt hat, sind Beziehungen etwas was man haben muss, oft ohne Beziehung kein Job. Schon in früheren Zeiten hat mir das das Leben schwer gemacht . Warum ? Ganz einfach ich habe/hatte keine Beziehungen, die mir für mein Arbeitsleben oder was anderes von Nutzen hätten sein können und wenn ich sie hatte, habe ich sie wissend oder unwissend nicht genutzt. Weil ich es hasse , wenn man nur durch Beziehungen zu was kommt. Und was bringt es mir , gar nichts. Weil  in Schweden kommst Du nur zu was,  wenn Du auch genügend Beziehungen oder Verbindungen hast. Oder Du hast Glück, aber das ist selten.

Es geht nämlich so: Ich kenne jemanden, der kennt jemanden und der wiederum kennt den und den und der könnte Dir helfen. Oder so: ja, meine Nichte die braucht dringend mal einen Arbeitsplatz, hier wird doch gerade was frei, sie ist zwar nicht das und das und eigentlich hat sie ja noch gar nichts an Berufserfahrungen und Ausbildungen, aber das macht doch nichts, ist ja meine Nichte.

Ich habe als weder Beziehungen und auch kein Glück, nur das grosse Glück mit der Liebe,keine Angst, ich weiss es sehr zu schätzen, bloss davon kann man so schlecht leben, also ernährungstechnisch oder doch “ Luft und Liebe“. Also bekomme ich auch nicht so einfach einen Praktikumsplatz in einem Museum, da ich ja niemanden kenne und ich auch nicht das Glück hatte schon vor der Ausbildung durch einen Bekannten zu erfahren das man am bestens schon anfängt sich zu bewerben, ehe man überhaupt angenommen ist. Ja, so sitze ich jetzt da und weiss nicht, wo ich meine 8 Wochen Praktikum verbringen soll, am besten wohl in Berlin oder Kopenhagen, in den Jüdischen Museen, aber das wäre ja acht Wochen ohne Mischpoke, nej das geht nicht. So nun versuche ich ohne Beziehungen/Hilfe  ins Stadtarchiv zu kommen, und der Vorteil wäre,  da kann ich forschen wegen dem Jüdische Viertel hier in Lund. Schade Kulturen ( Kulturhistorische Museum) wäre ja auch zu passend gewesen. Aber so brauch ich dann auch kein schlechtes Gewissen haben, wegen der 2 Wochen Jerusalem, pöh erstens ist es von der Uni und die Museumsfritzen interessiert ja eigentlich überhaupt nicht richtig was ihre Studenten machen, hauptsache Praktikum.

Danke fürs Meckerndürfen und jetzt gehe ich zum Yori und nebenbei mein Ansuchen im Kopf formulieren: Warum eine Judiastik- Studentin die Museologie studiert so wichtig ist für das Lunder Stadtarchiv!