Hier etwas zu Purim und alles was an Purim passiert und warum-wieso-weshalb, sehr gut erklärt, und das hab ich alles nur geborgt (bei www.chabad.org) und zu uns rübergeholt. Dank an den Autor :

 Mizwot & Bräuche, Hintergründe

 Die vier Mitzwot von Purim

1. Die Rolle: Man hört in der örtlichen Synagoge zweimal zu, wenn das Buch Esther (insgesamt 10 Kapitel) aus einer handgeschriebenen Pergamentrolle verlesen wird. Diese Megillat Esther, kurz auch Megilla („Rolle“) genannt, ist eine Schilderung der Purim-Ereignisse.Beim Verlesen der Megilla in der Synagoge wird jedesmal, wenn der Name Haman fällt, Lärm verursacht: Durch Fußstampfen, mit Ratschen und Rasseln.

2. Die Freunde: Man schickt zu Purim Geschenke an mindestens einen Freund, bestehend aus mindestens zwei verschiedenen Arten von Lebensmitteln, die ohne weitere Zubereitung zum Verzehr geeignet sind. Es ist üblich, das Geschenk durch einen Dritten zu schicken. Kinder in Kostümen sind ein toller Botendienst.

3. Geschenke für Bedürftige: Man gibt mindestens zwei bedürftigen Menschen Geldgeschenke zu Purim. Wenn das nicht möglich ist, spendet man mindestens zwei Wohltätigkeits-Organisationen Geld. Um das Herz von Bedürftigen zu erfreuen sollte man mehr Geld aufwenden als für alle anderen Purim-Aktivitäten (Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Megilla 2:17)

4. Das Festmahl: Am Purim setzt man sich mit Familie und Freunden zu einem überschwänglichen Festmahl im Andenken an den Purim-Sieg über die Feinde des jüdischen Volkes. Und ja, es stimmt, an diesem Tag ist es eine Mizwa, zu „trinken, bis man nicht mehr unterscheiden kann zwischen ,Verflucht sei Haman‘ und ,Gesegnet sei Mordechai‘“ (Talmud, Traktat Megilla 7b; Schulchan Aruch, Orach Chajim § 695:2). Die Freude des Purimfestes soll uns helfen, die üblichen Beschränkungen und Grenzen zu überwinden und auf einer höheren spirituellen Ebene zu feiern.
Hinweis: Purim-Trinken heißt verantwortungsvoll trinken, also keine Drinks für Minderjährige, kein Alkohol am Steuer!

Maskerade:

Für den Brauch, zu Purim Masken und Kostüme zu tragen, gibt es mehrere Begründungen. Eine davon führt die Tatsache an, dass G -ttes Name kein einziges Mal im Buch Esther, einem der 24 Bücher der Bibel!, erwähnt wird. Dennoch ist für den geübten Beobachter erkennbar, wie der Allmächtige den Bogen der Ereignisse bis ins kleinste Detail lenkt. Dass G-ttes Einfluss dabei nicht auf Anhieb zu erkennen ist, erinnert an eine Maske.

Was ist Purim?

Purim ist ein Feiertag anlässlich der Rettung des jüdischen Volkes vor dem Plan des persischen Agitators Haman „alle Juden vom Knaben bis zum Greis, Kinder und Frauen an einem einzigen Tag zu vertilgen, zu erschlagen, zu vernichten und ihre Habe als Beute zu plündern.“ (Esther 3:13)

Welche Pläne hatte Haman?

Haman war Premierminister des Perserkönigs Achaschwerosch, dessen Reich sich über 127 Provinzen von Indien bis Äthiopien erstreckte. Von Achaschwerosch gebilligt, hätte Hamans geplante „Endlösung“ die physische Vernichtung jedes einzelnen Juden auf der Welt bedeutet. Abgesehen von der Ermordung der jüdischen Bevölkerung war auch die „Arisierung“ jüdischer Vermögenswerte ein wichtiger Aspekt von Hamans Plan.

Während der weise Mordechai die Juden zu Gebet und Umkehr aufrief, fädelte seine Cousine, die jüdische Königin Esther, den Sturz Hamans bei einer privaten Wein-Party ein, zu der sie den König Achaschwerosch und Haman lud. Sie bewegte Achaschwerosch dazu, ein Dekret zu erlassen, das den Juden das Recht auf Selbstverteidigung gegen antisemitische Attacken zubilligte; Haman selbst endete später am selben Galgen, den er für Mordechai hatte errichten lassen.

Wie kommt dieses Fest zum Namen Purim?

Das genaue Datum des Genozids am jüdischen Volk, so hatte sich Haman in den Kopf gesetzt, wollte er durch einen Loswurf (pers. Pur) festlegen. Doch an diesem Tag, dem 13. Adar im Jahr 3405 (356 v.Z.), erhoben sich die Juden und kämpften um ihr Leben; schon am folgenden Tag, 14. Adar, feierten sie euphorisch ihren umfassenden Sieg.

In den Monaten danach schrieb Mordechai die Ereignisse im Buch Esther nieder, und ein Jahr später wurde erstmals das Purimfest gefeiert.

Woher wissen wir über diese Ereignisse?

Die Purim-Ereignisse werden im biblischen Buch Esther geschildert. Ausführliche Analysen, Kommentare und Hintergrundreportagen finden sich in den Quellen der mündlichen Tora, darunter ein ganzer Traktat des Talmuds (Traktat Megilla).

Wie lese ich die Megilla richtig?

„Wer die Megilla rückwärts liest, hat das Gebot nicht erfüllt“ (Megilla 17a, Schulchan Aruch, Orach Chajim § 690:6), sagen uns die Weisen sel. A. und teilen uns damit mit, dass das Vorlesen des Buches Esther der vorgegebenen Folge der Kapitel zu folgen hat und eine szenische Neu-Ordnung („Wie wär’s, wenn wir dieses Jahr bei Kapitel 10 beginnen und bei Kapitel 1 aufhören?“) nicht zulässig ist.

Von Rabbi Israel Baal Schem Tow stammt die tiefere Deutung dieses Gesetzes: Wer das biblische Buch Esther „rückwärts“ liest – als bloße historische Erzählung über Ereignisse vor vielen, vielen Jahren – hat den Kern und Inhalt dieses Festes nicht erkannt. Die Botschaft der Megilla, das Erkennen g-ttlichen Wirkens im Verborgenen und das Stärken des Verbundes mit dem Schöpfer und Seiner Tora als Wunderpatent gegen Bedrohung von außen, ist heute genauso für jeden von uns relevant.

Das Fasten der Esther

Vor dem Purim-Feiertag, am 13. Adar, war es den Juden in Persien durch ein königliches Dekret gestattet, jeden von Hamans Verbündeten zu bekämpfen, der versuchte, ihnen zu schaden. Sie begleiteten ihre Kämpfe mit Gebeten und Fasten. In Erinnerung an ihr Fasten ist es üblich, jedes Jahr am 13. Adar zu fasten. Das Fasten beginnt vor Sonnenaufgang und endet etwa 35 Minuten nach Sonnenuntergang.

Machazit HaSchekel

Zusätzlich zur Verteilung von Geschenken an Bedürftige ist es auch üblich, die Zeremonie Machazit HaSchekel (halber Schekel) zu zelebrieren. In der Thora (Exodus 30:11-16) wird uns geboten, daß jeder Jude ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich einen halben Schekel für den Tempel spendet, um die Kosten der öffentlichen Opfer zu decken. Die Talmud-Weisen legten fest, daß diese Spenden während des Monats Adar zu leisten seien, des Monats, in dem wir Purim feiern.

Als Erinnerung an die halben Schekel, die zum Tempel gebracht worden waren, spenden die Juden auch heute noch eine ähnliche Summe für einen besonderen wohltätigen Zweck. Um das Konzept des halben Schekels aufrecht zu erhalten, haben spätere Gelehrte vorgeschlagen, daß die finanzielle Einheit, die normalerweise eine Hälfte bedeutet, verwendet werden soll, auch wenn die zeitgenössischen Währungen abweichen: zum Beispiel einen halben Dollar, ein halbes Pfund Sterling usw. Da die Thora in diesem Zusammenhang die Worte „halber Schekel“ drei Mal nennt, geben wir drei Münzen, die den oben genannten entsprechen.

Die biblische Einschränkung dieser Verpflichtung auf Zwanzigjährige oder Ältere wird streng gehandhabt; auch Kinder werden zum Spenden erzogen.

Das Lesen der Megilla

Sowohl Männer als auch Frauen sind aufgefordert, der Lesung der Megilla zwei Mal zuzuhören; und am darauffolgenden Tag. Auch Kinder sollte man dazu erziehen, diese Pflicht zu erfüllen, und die Synagoge zu besuchen. Viele folgen dem Brauch, jedes Mal wenn der Name Hamans erwähnt wird, Lärm zu machen oder „Ratschen“ (lärmendes Spielzeug) zu wirbeln. Dieser Brauch stammt aus dem biblischen Gebot, „den Namen Amaleks auszulöschen“, des ersten Gegners, der die Juden nach ihrem Auszug aus Ägypten angriff (Haman war Abkömmling der Familie Amaleks).

Mischloach Manot

Purim ist ein Fest der Einheit und Freundschaft, durch die es gelungen war, das Wunder geschehen zu lassen. Dieser Einheit und Freundschaft wird gedacht, indem man Freunden und Angehörigen Speisen zum Geschenk macht. Um dieser Verpflichtung nachzukommen, sendet man ein Geschenk, das aus mindestens zwei verschiedenen Sorten eßfertiger Lebensmittel besteht, an mindestens eine Person. Diese Geschenke sollten durch einen Dritten überreicht werden, denn sie werden in der Megilla „Mischloach Manot“ genannt (das Senden von Geschenken).

Die Purim-Mahlzeit

Ein vierter Purim-Brauch lautet „Eßt, trinkt (laut Talmud soll man Alkohol trinken) und seid fröhlich“. Man sollte am Purim-Tag ein festliches Familienmahl veranstalten. Üblicherweise beginnt die Mahlzeit am Nachmittag und dauert bis in die Abendstunden

 

Und hier sieht man die Jüngeren der mischpokischen Kinderschar auf dem Weg zum Purimfest 2006:
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