…. sind psychisch gestört und zwar durch unsre eigene Schuld, weil wir sie mit einem Jahr in den Kindergarten hier in Schweden gegeben haben.

Ihr da in Deutschland habt ja ziemlich, Entschuldigung, bekloppte Diskussionen, ob nun Kindergarten oder Krippe oder nicht. Und das wiederspiegelt sich dann unter anderm in solchen Talkrunden wie z.B. die von Sabine Christiansen bei einem der öffentlichen Sender( Artikel hier :  http://www.welt.de/fernsehen/article735614/Mixa_und_die_wahnsinnigen_Schweden.html

Geahnt haben wir es schon immer – schließlich hat Pipi Langstrumpf zwei verschiedenfarbige Socken an – dank Sabine Christiansen wissen wir es nun ganz genau: Die Schweden sind alle bekloppt. „Jedes dritte Kind in Schweden ist psychisch gestört“, erzählte Soziologin Gabriele Kuby in der sonntäglichen Gesprächsrunde zum Thema „Ist die Familie noch zu retten?“ mit ernstem Gesichtsausdruck. Schuld daran sei die flächendeckende Kinderbetreuung, das habe eine Studie ergeben. Da konnte selbst die (Ex)-Moderatorin Margarethe Schreinemakers nicht mehr an sich halten und prustete laut los. Das Gefühl nicht verstanden zu werden, kennt Kuby vermutlich gut, schließlich setzt sich die Autorin und bekennende Katholikin nicht nur für eine Neubesinnung auf christliche Werte ein, sondern sieht neben Kinderkrippen auch Harry Potter als große Gefahr für den Nachwuchs.

Soweit von der Talkshow. Nun ist Frau Kuby meiner Meinung selbst nicht so das beste Beispiel einer tollen Familienmutter ( wenn man von ihrer eigenen Vorgabe ausgeht), da sie sich ja vom Vater ihrer Kinder getrennt hat und diese allein dadurch in Augen der Katholischen Kirche (zu der sie sich mit Leib uns Selle zugehörigt fühlt) „geschädigt“ sind.Wer ein wenig mehr über Frau Kuby wissen will der braucht nur auf ihre Homepage gehen: http://www.gabriele-kuby.de/ Ich mag über diese Frau nichts weiter schreiben, es ist einfach nur dumm , was sie von sich gibt.

Aber vielleicht zu uns, wir selber sind ja beide mit einem Jahr in die Krippe gekommen, die damals noch in keinster Weise so war wie heute. Aber ich kann mich an eine Tante dort noch sehr gut erinnern und zwar Oma Ganzer sel.A.,  sie war neben meinem Vater sel.A.,  meinen eigene Oma`s sel.A. und Mutter unheimlich wichtig für mich. Und ich hab garantiert irgendwelche Schäden, aber garantiert nicht durch die Krippe und Kiga. und nicht mal sehr durch die DDR, Obwohl ich es, alles andere als leicht hatte durch meine Intelligenzeltern bis hin zur nicht aufs Gymnasium dürfen. Und nun unsere Kinder, ich weiss mit meinen Grossen, bin ich in D zu Hause geblieben, da kam gerade auf, dass man auch zu Hause bleiben konnte. Und ich weiss noch genau, dass ich irgendwann im Quadrat gelaufen bin zu Hause und froh war auch durch den Kiga Kontakte zu knüpfen. Klar auf der einen Seite will ich natürlich und muss ich Geld verdienen und studieren um die Qualifikation zu erreichen um eventuell im Kiga zu arbeiten. Die andere Seite ist auch die das ich nicht nur zu Hause, auf Spielplätze rumhocken will, sondern das ich auch als Mutter noch ein Eigenleben haben will. Das es meine eigene Entscheidung sein muss was ich kann und will. Im übrigen haben die meisten Mütter früher auch gearbeitet, da haben auf die Kinder oft die Grossmütter oder auch die Geschwister oder irgendeine Nachbarinnen aufgepasst. Friedrich Fröbel hat nicht umsonst den Kindergarten ins Leben gerufen. Und wie viele von den Müttern, die so fein nur Mutter sind, sehnen sich danach auch mal ihr Kind abgeben zu können oder haben sogar ein AuPair. Unsere Kindergärten hier sind sehr unterschiedlich von der Pädagogik, es gibt Freinet, es gibt das Bornholm Modell, es gibt internationale PreSchool, es gibt Montessori, es gibt Waldorf und mehr (auch religionsgebunden wie die jüd. Dagis z.B.) und all das kostenlos oder fast kostenlos, man bezahlt  3 % seines Ein kommens oder weniger bei mehr Kindern , höchstens 1260 Kronen mit Essen ( viermal und oft mit Windeln wenn nötig). Die wenigsten Kinder kommen schon zu um 7 Uhr sondern allermeist um 8 und bleiben dann bis 15 -16 Uhr. Im Sommer hat man 6 Wochen frei, unnd auch über Jul sind die meisten zu Hause. Pro Erzieherin sind es je nach Alter 3 bis 7 Kinder. Die Kinder spielen, malen, bekommen vorgelesen, essen, schlafen(oft draussen-wenn sie noch klein sind), lernen sich anziehen (ausser Noah, im Kiga kann er es und zu hause: Papa helf mir  😉 ) Die Kinder lernen sich ordentlich auszudrücken (gerade bei nichtschwedischen Kinder wichtig) , lernen Rücksicht zu nehmen ( nicht oft vorhanden bei Kindern die zu Hause sind und vielleicht sogar alleine – allerdings gibts solche wie unsere Hannah, die das Prinzessinnendasein konsequent wenigstens zu Hause weiter  praktizieren 😉 ) Sie bekommen sehr gutes Essen, bei uns sowohl ökologisch als auch vegetarisch. Sie lernen Brauche und Traditionen auch die von den ausländischen und andersreligiösen Kindern. Ich ziehe den Hut vor allen Müttern & Vätern  und Kindergartentanten dieser Welt, den es ist eine schwierige Aufgabe so ein kleines Menschlein auf die Welt vorzubereiten, auf der man nicht alleine ist und auf der man auf andere Rücksicht nehmen lernen muss und zugleich sein darf der man ist. Bei uns hier in Schweden sind die Kinder nicht mehr oder weniger psychisch belastet oder geschädigt als in Deutschland und wenn sie es sind, so sind sie garantiert nicht durch den Kindergarten oder in den allerseltesten Fällen. Und kurioser Weise waren gerade Kinder, die lange zu Hause alleine sind, die jenigen die dann in der Schule andere gemobbt haben, so eine Fall hatten wir ja gerade mit Jacob. Also nach 10 jährigem Kindergartenmutterdassein in Schweden kann ich mit Fug und Recht behaupten, ich sehe selten gestresste Väter und Mütter und selten weinende Kinder beim Abgeben/Abholen und wenn oft sehr einfühlende Eltern und Erzieher die dabei helfen das 5 min später alles vergessen ist. Oft nehmen wir uns Zeit bleiben manchmal noch ne Stunde da, lassen uns alles in Ruhe zeigen von den Mäusen, spielen ne Runde mit, quatschen mit den Fröken(Erzieherinnen)und den anderen Eltern, machen Picknik gleich vor Ort. Nein ich kann mich nicht beklagen über einen der drei Kindergärten, wo unsre waren und sind und wenn es was zu meckern gab , dann sag ich es direkt und es wurde bis jetzt meistens auch direkt geändert oder näher erklärt, warum man das und das so macht. Das was ich wichtig finde, ist das man die Kinder wie bei Waldorfs erst mit 7 zur Schule schickt, aber das ist eine ander Disskusion , wieso und warum. Wenn ein Familie für sich entscheidet ihr Kind zu Hause zu behalten bis 3 oder bis zur Schule, dann akzeptiere ich diese Entscheidung, aber ich kann nicht die Meinung einer komischen Soziologin akzeptieren , die niiiie in Schweden gelebt hat, über unsere Kinder hier so zu urteilen, vielleicht nur weil sie ein Probleme mit Pippi Langstrumpf hat ( das hab ich auch, die ist mir zu wild, aber erst als ich selber Mutter war). Der Kindergarten ist kein Ersatz für die Eltern und die elterliche Liebe sondern ein Zusatz und eine Hilfe. Und morgen ist Ausflugtag im Kiga und Hannahle freut such wie doll auf ihren Rucksack und was da wohl drinne sein mag (ätsch ich weiss es, Pfannkuchen)  und freut sich gleichzeitig mit uns auf das Wochenende, wenn endlich Purim ist und sie Prinzessin Lillifee-Esther sein kann.

De som alltid låter barn göra som de vill har fullständigt missförstått begreppet frihet. Det är direkt fegt att säga till sina barn: Gör som ni vill (A.Lindgren)

Diejenigen, die immer ihre Kinder machen lassen, was sie wollen, haben den Begriff Freiheit völlig missverstanden. Es ist direkt feige, zu seine Kindern zu sagen: Macht was ihr wollt. (A.Lindgren)

„Kommt, laßt uns unsern Kindern leben“ (Friedrich Fröbel)