Dienstag, 20. März 2007


  Unser Yori hat gestern in der Schule mit seiner Klasse sieben Fabeln aufgeführt, u.a. von Lessing und Aesop. Er war dreimal der Fuchs und einmal der Erzähler und hat soverän gespielt. So sind also Mutters gefilzte Nachtfuchsohren zur Anwendung gekommen. Eine der Fabel, die sie aufführten ist die folgende:

 Der Fuchs und die Trauben  

Eine Maus und ein Spatz saßen an einem Herbstabend unter einem Weinstock und plauderten miteinander. Auf einmal zirpte der Spatz seiner Freundin zu: „Versteck dich, der Fuchs kommt“, und flog rasch hinauf ins Laub. 

Der Fuchs schlich sich an den Weinstock heran, seine Blicke hingen sehnsüchtig an den dicken, blauen, überreifen Trauben. Vorsichtig spähte er nach allen Seiten. Dann stützte er sich mit seinen Vorderpfoten gegen den Stamm, reckte kräftig seinen Körper empor und wollte mit dem Mund ein paar Trauben erwischen. Aber sie hingen zu hoch. 

Etwas verärgert versuchte er sein Glück noch einmal. Diesmal tat er einen gewaltigen Satz, doch er schnappte wieder nur ins Leere. 

Ein drittes Mal bemühte er sich und sprang aus Leibeskräften. Voller Gier huschte er nach den üppigen Trauben und streckte sich so lange dabei, bis er auf den Rücken kollerte. Nicht ein Blatt hatte sich bewegt. 

Der Spatz, der schweigend zugesehen hatte, konnte sich nicht länger beherrschen und zwitscherte belustigt: „Herr Fuchs, Ihr wollt zu hoch hinaus!“ 

Die Maus äugte aus ihrem Versteck und piepste vorwitzig: „Gib dir keine Mühe, die Trauben bekommst du nie.“ Und wie ein Pfeil schoß sie in ihr Loch zurück. 

Der Fuchs biß die Zähne zusammen, rümpfte die Nase und meinte hochmütig: „Sie sind mir noch nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben.“ Mit erhobenem Haupt stolzierte er in den Wald zurück. 

Danke Yoram und ihr anderen Kinder und Danke Katalin (dem Klassfröken) für die wunderbaren Aufführung und die lehrsame Darbietung der kleinen aber feinen Fabeln.

Und hier noch eine der anderen gestrigen Fuchsfabeln:

Der Fuchs und der Rabe

 Ein Rabe hatte einen Käse gestohlen, flog damit auf einen Baum und wollte dort seine Beute in Ruhe verzehren. Da es aber der Raben Art ist, beim Essen nicht schweigen zu können, hörte ein vorbeikommender Fuchs den Raben über dem Käse krächzen. Er lief eilig hinzu und begann den Raben zu loben: »O Rabe, was bist du für ein wunderbarer Vogel! Wenn dein Gesang ebenso schön ist wie dein Gefieder, dann sollte man dich zum König aller Vögel krönen!« Dem Raben taten diese Schmeicheleien so wohl, daß er seinen Schnabel weit aufsperrte, um dem Fuchs etwas vorzusingen. Dabei entfiel ihm der Käse. Den nahm der Fuchs behend, fraß ihn und lachte über den törichten Raben.

… für sehr gut befunden. Danke Lila  . Gestern war nämlich ein etwas stressiger Tag, nicht nur, dass wieder Mal Montag war, nein, am Morgen waren die Kinder voller Fragen und Vorhaben und Mutters Kopf eigentlich darauf ausgelegt, wie schaffe ich das oder jenes. Oder könnt Ihr direkt auf solche Fragen antworten: Mama, Gott ist doch jüdisch, oder? Oder warum ist ein Fuchs rot? Wieso hat das B zwei Bäuche? Mama, warum wächst Theas Haar nicht? Ich musste leider erstmal alle Fragen unbeantwortet lassen, ausser Hannahles, weil die liess sich nicht auf später vertrösten. Nun ist zwar Thea ihr Kind, aber eben doch eine Puppe, und Puppen bekommen nun mal nicht so einfach längeres Haar (ausser Thea, weil die eine Oma – die Regierung – hat, die ihr so schnell wie möglich das schüttere Haar erneuern wird – wie gut, dass Waldorfpuppen handgemachte Haare haben). Aber davon weiss Hannah noch nichts – Überraschung. Zum Glück sind dann alle Dank Vater König Richtung Waldorfs abgedampft. Und die Regierung versuchte sich daran, Regierungsgeschäfte zu erledigen. Was aber nicht so einfach ist, wenn sich die Aufträge und Forderungen häufen und eigentlich endlich die beiden Museumsessays geschrieben werden müssten. Na gut, die sind also vertagt worden direkt und dann waren da noch Forderungen und selbstgestellte Aufgaben und Bitten wie 2 mal was zum Essen zu zaubern, möglichst einfach, gut schmeckend und eindrucksvoll. Weitere Aufträge waren, solche komischen Plastperlengebilde zu bügeln, damit die haltbar werden ( im Hause Krachmacher – unser Zweitname – wird ja sonst nichts gebügelt, aber so ein Mist) Wer hat bloss diese Bügelperlen erfunden, keine Mensch kauft die bei uns, aber Dank wohlmeinender Leute gibt’s hiervon Massen bei uns, zuletzt auch Dank Chabad, die doch glatt den Kindern als Geschenk, Magen David Platten und dazugehörige Bügelperlen zukommen liessen. Klasse, Kinder waren und sind glücklich, Muttern verzweifelt über rumliegende Perlen und die Kreativität und Massenproduktion ihres Nachwuchses. BRAUCHT jemand feine Bügelperl-Magen-Davids zum Aufhängen, Aussehen oft so a la Hundertwasser (schön bunt) oder auch andere bunte Gebilde ???? Das nur zum Thema Kreativität und Bügelperlen.

Weiter gehts mit dem Essbaren, also einmal brauchte ich was für meine dreistündige Mentorszeit mit Filmgucken gestern und dann hatte auch noch Yoram Theaterspielen mit seiner Klasse für die Eltern und Geschwister mit anschliessenden Beisammensein samt Essen. Alles sehr schön, wenn da nicht irgendwas zu essen mitgebracht hätte werden müssen. OK, die Regierung ist flexibel und macht alles für ihre Brut und auch noch für Andere (Studenten, Eltern u.ä.), also fielen ihr Lilas Käsewaffeln ein. Juchhu, das war’s, also machen wir die, aber solche Mengen mit nur einem kleinen Waffeleisen ist eine absolute Fleissarbeit. Und was meint Ihr, diese Käsewaffeln waren ein Hit, sowohl bei Studenten als auch bei den Eltern. Nun ist kurioserweise hier in Schweden am 25. März Waffeltag, hat irgendwas mit Maria zu tun, fragt mich nicht was, ich muss noch mal nachlesen (jaja, die protestantischen Schweden!!). Und deshalb gibt es überall hier Waffeleisen zu kaufen und es gibt seit neuesten Doppelwaffeleisen, und was meint Ihr?Genau! Die Regierung kauft sich vom heute gekommenen Kindergeld, ein Doppelwaffeleisen (na, Lila soll ich Dir eins mitbringen ???). Definitiv beschlossene Sache. Kostet um 30 Euro, also erschwinglich. Danke noch mal an Lila und Nichtdanke an die Erfinder der Bügelperlen. Und hier nun das hervorragende Waffelrezept :

Käsewaffeln

Man nehme:

  • 200 Gramm Butter
  • 4 Eier
  •  Salz und Pffer und andere Gewürze, ich hab Pizzagewürz noch rangemacht
  • 200 Gramm Mehl
  • ½ Teelöffel Backpulver /halbes Tütchen
  • 4 Esslöffel lauwarmen Wasser
  • 5 Esslöffel geriebener Käse
  • gehackte Petersilie, ich hab gefrorene genommen, man kann auch Dill nehmen

Alles gut verrühren und ab ins Waffeleisen. Lila hat Recht mit Vollkornmehl wirds knuspriger.Hier in Schweden gibts sogar schon fertiges Waffelvollkornanrührzeug.

Na dann gutes Nachmachen !