Sonntag, 15. April 2007


Alles war prima beim Chedercamp, nur 2 Sachen nicht, erzählt Yoram und Jacob nickt zustimmend: Wir sind doch aus Deutschland, Mama, wir sind doch auch deutsch, und der eine Junge hat gesagt, Deutschland ist schlecht und böse. Nun hat die Hälfte der Kinder eine Familiengeschichte die z.B. so aussieht, dass gerade noch ein Kind samt Bruder aus einer riesengrossen Familie den Holocaust überlebte und nach Schweden kam. Und da gibt es keine Uroma/Uropa und Tante und Onkel und andere mehr für die Generation der Väter und Mütter. Für die der heutige Yom haSoah immer ein direkter Teil ihres Leben sein wird. Unsere Kinder wachsen ja nun sowieso ohne direkte Verwandschaft auf, wenn es jemand gibt wie beim König , der ja noch massig Geschwister hat, dann sind ja nun auch alle in Dtschld. Bei des Königs Mutter ist auch niemand mehr da, allerdings mit dem Unterschied, dass niemand ganz nahes  im Holocaust oder im Krieg umgekommen ist, es gab nur die Mutter als Nachkommen, ein Brüderchen starb sehr zeitig – aber die Familie ist wieder gross geworden, 4 Kinder und 17 Enkelkinder! Und sehr viel Verwandschaft gibts bei der Regierung besonders von Vaters Seite auch nicht mehr.

So müssen unsere Kinder also auch mit ihrer deutschen Seite leben und werden mit unsrer Hilfe und Aufklärung begreifen, dass andere jüdische Kinder hier in Schweden Deutschland von zu Hause aus als was Schreckliches erklärt bekommen. Und sie können zusammen mit uns ihnen sagen und zeigen, dass das heutige Deutschland nicht mehr das Nazideutschland von vor 62 Jahren ist. Ein Deutschland, in dem genau wie in Schweden wieder Juden leben, es jüdische Gemeinden gibt und in dem es genau wie in Schweden es nicht einfach ist als Jude zu leben, weil es immer wieder Menschen gibt, die das nicht wollen, dass dort wie hier Juden in Frieden leben.

Und dann war doch ein Schönheitsproblem, dass der arme Yori, der sehr viel Wert auf sein Äusseres legt, hatte: Ein Mädchen, sagte er, hat Diamanten als Augen, ein Junge (leider derselbe wie mit dem Deutschlandproblem) behauptet, er hätte komische Augen, Streichholzaugen, was immer er auch damit gemeint haben mag. Und das nahm er sich halt zu Herzen.

… geht das hier und schmeckt auch noch prima:

Schwedischer Äppelpaj

1 dl ( rund 6/7 Esslöffel) Weizenmehl oder nur die Hälfte und die andere Hälfte Haferflocken
2 Teelöffel Zucker
50 gr Margarine

  • Vermische das alles zusammen das einen streuselförmiger dicker Teig entsteht (am Besten mit den Händen kneten).
  • Äpfel schälen und teilen oder man kann auch Rhabarber nehmen oder Beeren (da muss ein wenig Zucker drüber.
  • Das Obst unten in die ausgefettete Pajform (Kuchenform) legen. Darüber den Teig verteilen , so rüberstreuseln.
  • Dann ab in den Ofen bei vorgeheizten 225 Grad  20 min ungefähr backen. ( bisschen honigfarben sollte der Teig aussehen)  Ein bisschen Zimt mit wenig Zucker rüberstreuen.
  • Das ganz mit Vanillesosse oder -eis servieren.

 Geht super schnell und schmeckt allen!

Die Jungs schaffen es innerhalb eines Wochenendes vielerlei Kontakte in der Malmöer Gemeinde zu knüpfen und der König das dann auch noch via Nachtwache … und jetzt wollen sie natürlich zum Sommercamp und wer weiss, vielleicht fangen wir doch wieder mit Cheder an, auch wenn es mit Fahrerei verbunden ist. Und der König konnte sogar russisch sprechen und eingeladen wurden wir auch…..

Mein König scheint auch trotz Nachtwache überhaupt nicht müde zu sein, der Anruf ebend zeugt von einem fröhlichen ausgeschlafenen ( nur 3 Stunden Intensivschlaf) Vater mit glücklichen Kindern.

….was ich nun schreiben soll in dem Essay für das Seminar“Children of Abraham“. Gestern Abend kam die Aufgabenstellung und hurra ,ich darf auf deutsch schreiben. Alle Achtung, unser englischer Professor scheint also neben schwedisch, hebräisch und und… auch noch deutsch zu können. Nun muss das Essay erst recht sehr gut werden.

Nun könnte ich es auch nach Jerusalem schreiben, aber es ist ja noch so vieles anderes was geschrieben werden muss und Anfang Juni muss es schon abgegeben sein:

So sahen u.a. die Themen der letzten Jahre aus, er hat sie uns mal mitgeschickt:

1)      Examples of essay titles from previous years

·        Do Jews, Christians and Muslims Worship the Same God? Assessment of the arguments of John Hick and Han Kung

·        Die Chancen einer Ökumene unter Abraham

·        Hagar, Sarah and their husband – Assessing Abraham in relationship to his women

·        Daughters of Abraham – Does feminist analysis offer a way out of a patrarchal impasse?

·        Des Opfer in den abrahamitischen Religionen

·        Jews, Christians and Muslims in Medieval Spain: was it a “Golden Age”?

·        From Convivencia to Inquisition and Expulsion: analysis of religious, cultural and political factors in the Christian Reconquista of Spain

·        How did the European Englightenment change affect the evolution of Jewish-Christian-Muslim relations?

·        The Divided Land: Religio-Political Factors in the current Israel/Palestine conflict

 Interessant ist, dass im Kurs doch wieder Vertreter aller drei abrahamitischen Religionen sitzen (komisches Wort). Wenn auch die Muslime und Juden in der absoluten Minderheit sind. Und dass wir sehr international sind, u.a. 5 Deutsche (mich rechne ich nicht dazu), Polen, Kanadier, Bengali, Franzose, US Amerikaner und natürlich Schweden.

Kann mir nicht jemand helfen, wir sollen nämlich das Thema des Essay so schnell wie möglich an ihn senden !!!!

 

Gerade habe ich mal wieder intensiv bei Chajm gelesen, Dank ZDF Kindersonntagsprogramm, wo Noah und Hannah intensiv Lotta aus dem Krachmacherhaus geguckt haben.

Und habe das hier gefunden:

 http://www.sprachkasse.de/blog/2007/04/11/eines-tages-moglicherweise/

So und nun muss ich mich profaneren Dingen zuwenden:Kuchen backen und Kinder raus schmeissen, bei uns ist das herrlichste Sommerwetter hier, echt komisch.