Mai 2007


Noch lauter Hoffnungen, aber keine Resultat. Ja oder Nein, Freuen oder Abfinden, Träumen oder die Realität akzeptieren.Ein Teil meines zunichtskommenden und zunichtsgebrauchenden Ichs kommt von dieser Ungewissheit, die von dem Wohlwollen eines Einzelnen abhängt , der nicht nach Bedarf und brauchen geht sondern nach seinem Gutdünken. Oh bitte Frau/Herr Sozialamt, wir wollen keine Almosen und nicht ihr Geld, wir brauchen nur einen Bürgen, eine Mietgarantie, bittte – denn Sie müssten sowieso zahlen, wenn wir in Not geraten, auch für diese Wohnung…. aber wir haben uns seit 10 Jahren ohne staatliche Hilfe über Wasser gehalten, wir schaffen es auch weiter!

… zum saubermachen, dann macht es wie wir, gebt ein bisschen Geld für Lustmacher aus ;), zum Beispiel mit diesem Besen, fegt es sich bei Mischpokes jetzt einfach leichter:

Und heute kommt dazu noch dieses Teil, es muss einfach sein!

 Der Aufnehmer neben dem Klo!

Das ganze Zeugs heisst Beso Bandera und kommt von Casa Vigar aus Spanien.

So und jetzt gehe ich unser Klo putzen und Rechnungen bezahlen und dann letzter Tag PreSchool Mittagsdienst. Studium muss heute noch warten.

Keine Ahnung woran es liegt, aber ich bin nur noch muede und abgschlafft und muesste doch dringend meine Essays schreiben und so einiges hier sotieren. Ausser meiner 2,5 stuendigen PreSchoolarbeit schaffe ich nichts….

Wie gut, das es den König gibt, der so ganz nebenbei mal wieder eine Pruefung mit Sehr gut absolviert hat. Glueckwunsch Liebster.

… Regierung nach etwas anstrengender Rückreise, wieder gut zu Hause gelandet und nach relativ ruhigen Shabbes nun auch mental fast gelandet. Nun auf zu Neuem. Erstmal Dreidlach- Abschluss und heute Abend Tschüsssage-Nachtreffen der Jerusalemer Extragang ( das waren die 4 + manchmal Meinereiner, die immer aus der Reihe tanzten – Adam aus USA, Julia aus Kanada, Micha und Emilia aus Polen), da alle ausser meine Wenigkeit Schweden Hejdå sagen. Und der König hat zur Tilgung aller Mitbringausgaben ( jaja die Regierung, lebt über ihre verhältnisse 😉 ) schon wieder 2 Guidtouren hinter sich. Uns allen eine gute Woche  und bitte estwas von der Wärme aus Jerusalem. (Wir können mit Regen dienen).

Ich sitze hier in der Bibliothek und warte darauf, dass es noch Mittagessen gibt und dann mein Uebergepaeck samt ich und der Rest der Gruppe gen Ben Gurion Flughafen faehrt und was ist das draussen auf einmal – russisch hoch viele. Eine ganze Reisegruppe mitsamt Guidin die mit  lauter hoher Stimme den Leuten im wahnsinnigen Tempo was auf russisch erzaehlt. Und ich dachte wenigstens hier in den Jerusalemer schwedischen Gefilden gibt es die russische Sprache nicht, weil draussen auf der Strasse, im Fernsehen und bei den Zeitungen findet man sie ueberall vertreten. Herr Koenig hier wurden Sie sich sehr wohl fuehlen.

Uff, endlich geht es wieder heim. Und ich bin gluecklich darueber. Koffer sind schon gepackt. Noch die letzten „Kleinigkeiten“ in den Rucksack schmeissen, Fruehstuecken, Karten und Auswertung (!) schreiben, Karten und Paeckel ( gen Israels Norden) zur Post, noch mal runter in die Altstadt, Mittag essen und dann gehts zum Flugplatz. Mal sehen, wie schnell wir durch sind mit der Security und das mein vieles Uebergepaeck  hoffentlich Emilia uebernehmen kann. Sieht jetzt schon warm aus draussen und es ist erst gegen 7. Die meisten schlafen noch.

Gestern waren wir nach einer Vorlesung vom zukuenftigern Institutsdirektor in Jericho Mittag essen und Prinzessin Hannah hat jetzt ein Rosa-Prinzesskleid mehr, Francois hat gleich dasselbe fuer seine Tochter in gruen gekauft. Dann Qumran und Totes Meer baden gehen. Ich nicht, weil  ich mag dieses salzige Wasser ueberhaupt nicht. Andere dafuer haben es defintiv uebertrieben. Ich hab vor mir hin getraeumt und das war auch gut so. Abends dann noch mal ein bisschen politische Beinflussung aus Ramallah, diesmal feministischer Art. Die Frage, die sich mir stellt, wie kommen die Leute hierher, wenn dann alles so zu ist?

Ich stuerze mich jetzt ganz in Ruhe in der Tag und wuensche gut Shabbes noch aus Jerusalem.

Viel Glueck lieber Koenig bei der Deutschpruefung, wir sind fast auf dem Weg nach Jericho, Qumran und zum Toten Meer. Alles andere heute Abend. Freue mich auf morgen, werden so gegen halb 10 abends landen (Genaueres kommt noch). Denk an naechste Woche , Mittwoch brauchst Du einen Ersatzlehrer!!!

Bin ich nun beim Kurs “ Children of Abraham“ oder ist es doch eher ein Kurs „Israelisch-Palaestinensischer Konflikt“. Nachdem in der Reflection ebend schon in der kleinen Gruppe angefangen wurde, wie schlimm doch Israel die Palaestinenser behandelt und wie grosszuegig doch die Einladung zur palaestinensischen Familie war (Mittagessen), deren Haus abgerissen werden soll, weil die Mauer dorthin kommen soll ( was echt eine Tragoedie in sich ist) und was fuer ein friedvoller Platz doch der Tempelplats/Haram el Sharrif ist und und und, mag ich nicht zur grossen Runde gehen , zumal der andere jued. Teil sich gleich verzogen hat. Ich kann sie gut verstehen. Das heute Shavuot ist und ich wider meinem Vorhaben doch alle zum Kaesekuchenessen eingeladen habe, das war kein Thema zum Erwaehnen. Das schlimmste ist, ich fuehle mich so hilflos und alleine. Meine ganzen Argumente nuetzen gar nichts, weil alles was gezeigt und gesagt wurde, zum grossen Teil einseitig ist und man (die Gruppe) sich ihre Meinung zu Israel gebildet hat – ein Militaerstaat der ein anderes Volk okupiert hat, das tyrannisiert, vom Geld Amerikas existiert, die Demokratie nur auf dem Papier steht und dazu sind die Juden noch ueberheblich, wenn selbst die liberale Rabbinerin ueber das nie zu vergessene Sklavendasein redet. Dazu kommt der staendige Mauerbesuch real und verbal. Und komisch sind sie (die Juden) auch, siehe all die Juden von Mea Shearim.Aber das Nachtleben auf der Ben Yehuda geniessen und shoppen gehen, das nutzt man dann schon noch aus. Und kein Treffen mit israelischen und palaestinesischen Studenten, kein Besuch in Kibbutz Harduf oder Neve Shalom/Wahat al Salaam und warum nicht ein Treffen mit Siedlern? War ja ganz interessant die Shabbeseinladung, muss man doch alles mal mitgemacht haben. Aber das reicht dann auch mit Annaeherung und Verstaendnis fuer die Juden. Den komisch sind sie ja schon die Juden. Dann die vielen Festtage von denen und wie kann man Yom Yerushalajim feiern, denkt doch an die armen Palaestinenser, denen doch fast ganz Jerusalem weggenommen wurde…….

Ich weiss nur eines, ich schreibe eine Auswertung des Kurses als Essay. Ich will nicht, dass es Anderen nach mir genauso geht wie N. und mir und denen die zuvor an diesem Kurs teilgenommen haben (und uns davor gewarnt hatten zu fahren und uns gelobt haben, wir wuerden uns nicht gut fuehlen nach diesem Kurs). Einseitigkeit und Verdammung hat noch nie zu einem Dialog oder besser Trialog gefuehrt, oder?

Ein sehr besonderes und positives Erlebnis hatte ich noch am fruehen Morgen, mit vielen Tausenden am Kotel die Sonne aufgehen sehen und Schacharit Shabbat feiern (leider nur zum Teil, da wir ja puenktlich wieder daheim sein mussten). Viel Schlaf hatte ich heute Nacht nicht, max 3 Stunden, aber eigentlich soll man ja sogar durchlernen 😉 .Da fuer die Diaspora 2 Tage Shavuot feiern gilt, so wuensche ich von Herzen: Chag sameach aus Jerusalem und freue mich schon riesig auf zu Hause.

…ist kurz voher auf dem Hof, wo unsere Grosse lebt und mit Pferden arbeitet, das langersehnte Fohlen geboren worden. Nun muessen wir schnellstens mal zu Besuch kommen und es bewundern. Herzlichen Glueckwunsch! Wie heisst es eigentlich, Jule?

Nur ganz kurz. Zwischen allen theologischen Seminaren gab es heute 2 Hoehepunkte fuer mich. Einmal hatten wir  Rabbi Rachel Sabath Beit-Halachmi als Vorleserin heute morgen und sie hat sehr gut ,ohne irgendwelche negativen Vorhaltungen wie andere bei ihren Vortraegen, uebers Judentum gesprochen und auch eine kleine Studienrunde abgehalten, sehr professionell. Hier etwas ueber sie: http://apps.limmudny.org/lny_2005/limmud_pub_schedule/schedule_v1.pl?op=p&id=89  Sie hat mir dann noch einen Vorschlag gemacht, doch zum Hebrew Union College zu gehen. http://www.huc.edu/. Mal sehen. Wir wollen eigentlich zur Kotel, Emilja und ich, heute Nacht gegen 4Uhr.

Dann hatten wir kurioserweise 2 Stunden frei und ich habe viel Geld ausgegeben und doch gespart (weil der religioese Verkaeufer mir zu Shavuot ein Geschenk machen wollte , habe ich nur die Haelfte bezahlt/ da dieselben T. bei Chabad auch so viel kosteten glaub ich nicht, dass er mich uebers Ohr „gehauen“ hat) ) und meinem liebsten Koenig was ganz besonderes gekauft und 2 Kaesekuchen natuerlich, 2 weil sie so billiger waren  😉 .

So und nun haben wir an Shavuot wie treffend noch eine Stunde mit Bischof Younan und dann will der andere juedische Teil unsrere Gruppe ( bis zum geht nicht mehr sekulaer 😉 ) aus Geltungsdrang etwas zu Shavuot mit der Gruppe machen. Ausschliessen darf/kann ich mich wiedermal nicht. Die Rabbinerin sagte heute morgen nur, wie schade, dass die Gruppe nicht Shavuot in einem Kibbutz ist oder in einem der vielen Synagogen ein Teil Studium mitmacht. Aber die Gruppe interessiert das eigentlich nicht so richtig, das heisst dem groessten Teil. So und ich esse meine Kaesekuchen nicht mit denen,  nur mit meiner kleinen Gruppe aus Polen, Kanada und USA. Haette ja auch ein anderer mal an sowas Simples denken koennen, oder??? ( Ok ich bin ja nicht so, es bekommen alle eins ab, ein Stueck vom Kaesekuchen, mein ich) Der Erzbischof a.D. fragte mich heute so nebenbei, was den Shavuot bedeutet. Auweia nicht mal der weiss was.  So nun aber Schluss. Chag sameach und eine wache Nacht!

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