Samstag, 19. Mai 2007


Nein, das ist kein neues Theaterstück, sondern das ist das, was mir heute morgen passierte, als ich 50 Leute durch Ystad schleusen und ihnen die dortigen Sehenswürdigkeiten  zeigen wollte. Und ich kann mich nicht erinnern, dass es mich jemals so harsch erwischt hätte, das Wetter. Seit sieben Jahren machen wir das nun mittlerweile, und in Ystad war immer schönes, vielleicht mal durchwachsenes Wetter. Dass es einmal eine Stadtführung dermassen zugeregnet hätte, kann ich mich nicht erinnern. Aber die 50 Berliner hielten mutig durch und gaben zum Schluss sogar noch ein recht ansehnliches Trinkgeld für die Urlaubskasse.

Schon die Fahrt runter nach Ystad glich einer Höllenfahrt, bei strömendem Regen und Scheibenwischern, die da arge Schwierigkeiten hatten, das Wasser wieder weg zu putzen. Aber ich bin dort angekommen, und sogar wieder zurück.

Hier in Lund hat es heute morgen auch gegossen, aber dann hielt sich wohl das Wetter (Glück für unsere Nachbarn, die nämlich unsere vier Rangen dankenswerterweise übernommen haben und versorgten und dafür nun nächste Woche zum Abendessen eingeladen werden) – und gegen Abend hatten wir strahlenden, blauen Himmel, Sonnenschein, der das Herze lachen machte – und die Kinder nicht vom Hof liess. Wenn ich nicht irgendwann eingeschritten wäre, würden die wahrscheinlich immernoch, vermutlich halb schlafend draussen in der Koja sitzen und spielen, sich zwischenzeitlich mal zanken, dass der Hof erbebt, dann wieder Freunde sein, dann wieder meckern, zwischendurch, wenn man Hannah heisst, mal heimlich, still und leise zum Trampolin der arabischen Nachbarn abrücken usw. usf. Gegen halb Acht dann endlich der Durchbruch. Sie kamen rein und schlürften meckernd und ein bisschen mäkelnd die Suppe, die wir von eben jenen Nachbarn noch bekommen haben, die aufopferungsvoll den halben Tag mit der Bande zugebracht hatten. Die Mischpoke also rundum versorgt, was wir auch von der Königin hörten und lasen, die heute zusammen mit Yairush den biblischen Tierpark in Jerusalem unsicher machte.

Ein eigenartiger, spiritueller und schoener Shabbes ist zu Ende.

Eigenartig, aber sehr interessant und unbedingt einmal Erlebenswert war mein Shabbesabend. Nach dem Kerzenanzuenden im STI ging es mit der Gruppe im Eiltempo (so richtig ultraorthodox, also schnelles Gehen) in Richtung Westmauer, Kotel, zu Begruessen des Shabbes. Nike und ich sind sogar bis zur Mauer gekommen und das will was heissen bei der Menschenmenge. Tanzende Maedchen und froehliche Menschen, insichgekehrte Beterinnen um uns herum. Dann wieder zurueck zum Jaffagate dort war zwar Miriam nicht mehr aber Yael, die uns ganz wunderbar bis zu den Machlis fuehrte, ein strammer Fussmarsch durch halb Jerusalem von fast 45 min!!!!!. Ich war schon beim Ankommen voellig k.o. . Dann bei Rabbi Machlis und seiner Rebezzin unzaehlige Menschen vor einer relativ kleinen Wohnung, nicht mehr als 50 m2 das Zimmer mit Kueche,und dahinein gingen zum Schluss fast 130 Menschen. Wahnsinn. Menschen von ueberall her, Ultraorthodoxe verschiedener Richtungen, Orthodoxe, Siedler, Christen aus Norwegen, Polen, Schweden und Deutschland, undifinierbare Menschen mit Handtuchturban auf dem Kopf, komischer Mensch aus Amerika und und und. Dazwischen wir, an einem Extratisch schon erwartet. Nach allen Gebeten ging das Essen los, immer wieder unterbrochen von Gebeten, Reden und Liedern bei denen gestampft und geklatscht wurden. Riesenchallot von fast einem Meter, viel Essen, bestimmt 6 Gaenge und Kuchen…. es wahr spannend und eigenartig und es schmeckte sehr gut. Hut ab vor der Rebbezzin und ihren Toechtern. Allerdings liebe ich unsren heimischen Shabbes so viel mehr und freue mich schon jetzt auf naechsten Freitag.

Spirituell und ein mir gutuender Gottesdienst in einer Progressiven Gemeinde in der German Kolonie. Fast so wie ich ihn von zu Hause in Kopenhagen kennen und so konnte ich dann auch meinen Sidur anwenden. Dank an die beiden Rabbiner dort .

Schoen und so guttuend war auch heute der Besuch von hier. Danke Ihr Drei, dass Ihr hier wart und mich in den Jerusalemer Zoo entfuehrt habt. Der unbedingt sehenswert ist , ein Muss mit Kindern, es war nur ein wenig heiss heute, aber ansonsten herrlich. Und einen wunderbaren suessen kleinen Kerl durfte ich heute kennenlernen, ganze 2 Jahre alt und charmant hoch drei. Jetzt Abends waren wir noch gemeinsam essen, auch dafuer riesigen Dank Euch. Einzige kleine Traurigkeit, mit Noahs Geschenk fuer Yair spielen jetzt die Giraffen, es rollte leider runter zu ihnen. Aber da kommt bestimmt bald eines per Post nach Israel! (Polizeimatchboxauto)

Nun noch ein Gang auf die Ben Yehuda zum Treff mit Miriam, die ich nach dem Shabbes bei Machlis wie ein Wunder dort doch noch traf und die uns samt Freundin wieder gut nach Hause geleitete (bestimmt auch wieder 40 min Laufzeit 😦  ).

Vielleicht melde ich mich nachher noch mal, ansonsten bis morgen, einen schoenen Abend noch und eine Gute Woche.