Bin ich nun beim Kurs “ Children of Abraham“ oder ist es doch eher ein Kurs „Israelisch-Palaestinensischer Konflikt“. Nachdem in der Reflection ebend schon in der kleinen Gruppe angefangen wurde, wie schlimm doch Israel die Palaestinenser behandelt und wie grosszuegig doch die Einladung zur palaestinensischen Familie war (Mittagessen), deren Haus abgerissen werden soll, weil die Mauer dorthin kommen soll ( was echt eine Tragoedie in sich ist) und was fuer ein friedvoller Platz doch der Tempelplats/Haram el Sharrif ist und und und, mag ich nicht zur grossen Runde gehen , zumal der andere jued. Teil sich gleich verzogen hat. Ich kann sie gut verstehen. Das heute Shavuot ist und ich wider meinem Vorhaben doch alle zum Kaesekuchenessen eingeladen habe, das war kein Thema zum Erwaehnen. Das schlimmste ist, ich fuehle mich so hilflos und alleine. Meine ganzen Argumente nuetzen gar nichts, weil alles was gezeigt und gesagt wurde, zum grossen Teil einseitig ist und man (die Gruppe) sich ihre Meinung zu Israel gebildet hat – ein Militaerstaat der ein anderes Volk okupiert hat, das tyrannisiert, vom Geld Amerikas existiert, die Demokratie nur auf dem Papier steht und dazu sind die Juden noch ueberheblich, wenn selbst die liberale Rabbinerin ueber das nie zu vergessene Sklavendasein redet. Dazu kommt der staendige Mauerbesuch real und verbal. Und komisch sind sie (die Juden) auch, siehe all die Juden von Mea Shearim.Aber das Nachtleben auf der Ben Yehuda geniessen und shoppen gehen, das nutzt man dann schon noch aus. Und kein Treffen mit israelischen und palaestinesischen Studenten, kein Besuch in Kibbutz Harduf oder Neve Shalom/Wahat al Salaam und warum nicht ein Treffen mit Siedlern? War ja ganz interessant die Shabbeseinladung, muss man doch alles mal mitgemacht haben. Aber das reicht dann auch mit Annaeherung und Verstaendnis fuer die Juden. Den komisch sind sie ja schon die Juden. Dann die vielen Festtage von denen und wie kann man Yom Yerushalajim feiern, denkt doch an die armen Palaestinenser, denen doch fast ganz Jerusalem weggenommen wurde…….

Ich weiss nur eines, ich schreibe eine Auswertung des Kurses als Essay. Ich will nicht, dass es Anderen nach mir genauso geht wie N. und mir und denen die zuvor an diesem Kurs teilgenommen haben (und uns davor gewarnt hatten zu fahren und uns gelobt haben, wir wuerden uns nicht gut fuehlen nach diesem Kurs). Einseitigkeit und Verdammung hat noch nie zu einem Dialog oder besser Trialog gefuehrt, oder?

Ein sehr besonderes und positives Erlebnis hatte ich noch am fruehen Morgen, mit vielen Tausenden am Kotel die Sonne aufgehen sehen und Schacharit Shabbat feiern (leider nur zum Teil, da wir ja puenktlich wieder daheim sein mussten). Viel Schlaf hatte ich heute Nacht nicht, max 3 Stunden, aber eigentlich soll man ja sogar durchlernen 😉 .Da fuer die Diaspora 2 Tage Shavuot feiern gilt, so wuensche ich von Herzen: Chag sameach aus Jerusalem und freue mich schon riesig auf zu Hause.