Ich soll seit Stunden nun schon am Praktikumsbericht sitzen und was tue ich, Unnützes. Nämlich Fernsehen und nebenbei Wäsche legen und denken und schimpfen. Nämlich über die Berichterstattung im ZDF, (neben 3 SAT) unsere einzige deutschsprachige Fernsehquelle. Was durchaus reicht, denn die berichten schon so unmöglich und reisserisch, dass man am liebsten den Fernsehsender schliessen möchte. Wie gut, dass ich nur noch Fernsehgebühren für das dooofe schwedische Fernsehen bezahlen muss. Also, wenn es nicht schon genug Katastrophen und Kriege geben würde, das ZDF beschwört garantiert noch mehr hervor. Allein die Berichterstattung über dieses G8-Treffen in Heiligendamm! Würde die Presse nicht so viel Wind machen und würden die Demos alle fein friedlich in den jeweiligen Heimatorten stattfinden und das liebe Fernsehen wäre bereit, auch von sowas Unspektakulärem und doch Wichtigem zu berichten (wie Campino letztens sinngemäss bei Maybritt Illner sagte: Ihr vom Fernsehen wartet doch bloss drauf, dass da etwas passiert. Das sind die Bilder, die Ihr zeigen möchtet, weil sie Euch Einschaltquoten bringen!), würden garantiert viele der Massnahmen, die da so steuerfressend sind, sich erübrigen, und man könnte das Geld direkt den Kindern dieser Welt zukommen lassen können.

Wie sind die Leute nur früher ohne Fernsehen und vor allem ohne Katastrophenpresse ausgekommen. Nächstes Mal lege ich mir Jacobs DVD über Vulkanausbrüche rein zum Wäsche legen, ist mir reisserisch genug.

Kann man denn nicht sich die Leute, sprich: Länderchefs (G8), treffen lassen, ohne solche Randale dagegen zu veranstalten, siehe Rostock, ich hab die Stadt nicht wieder erkannt gestern und hab da ja nun lange genug gewohnt und studiert. Ich finde die Kunstaktion, die dort in Doberan gerade gezeigt wird, viel besser und wirkungsvoller:

„Balance“

Kunstprojekt für Friedfertigkeit im G8-Protest

Höhepunkt der Kunstschau bildet das Projekt „Small Pieces for Peace“ des koreanisch-amerikanischen Künstlers Ik-Joong Kang, der seit acht Jahren über 135.000 Kinderzeichnungen aus fast 150 Ländern zusammengetragen hat. In Bad Doberan will er das Projekt fortsetzen und hat Kinder aus aller Welt aufgerufen, für den G8-Gipfel ihre Ideen und Zukunftsträume zu zeichnen. Rund 25.000 neue Bilder sind nach Angaben des Künstlers bislang im Münster von Bad Doberan eingetroffen und werden dort zu einem großen Werk zusammengefügt. Auf mobilen Ausstellungswänden sollen die Bilder auch in den USA, in Israel und in China gezeigt werden.

 siehe stern.de

Kinder aus aller Welt haben für den koreanischen Künstler Ik-Joong Kang ihre Träume gezeichnet – ein kleiner Beitrag zum Weltfrieden

„Small Pieces for Peace“

So und nun weiter im Text, na mit dem Text, dem Praktikumsberichtstext!