Sonntag, 24. Juni 2007


Oder was soll die Giraffe Brownie auf der Documenta darstellen? Ich weiss es nicht. Nur eines weiss ich, schon zu Lebzeiten ging es dem Tier schon nicht sehr gut , in einem viel zu engen Käfig und mit viel zuwenig Futter……

Aber lest selbst:

Der Focus schreibt zu dem „Kunstwerk“:

Sie ist ein bisschen geschrumpft, ihr Fell ist eingefallen, die Beine stehen schief. „Brownie“ blickt traurig vor leuchtend blauen Wänden und weiß nicht so recht, was sie in der Documenta-Halle verloren hat. „Brownie“ ist eigentlich ein „Er“ und 2002 an Herzversagen gestorben – als Folge eines Schocks nach einem Angriff der Israelis auf die Hamas im palästinensischen Westjordanland. „Brownie“ war die Attraktion im Westbank-Zoo Kalkilja, dem einzigen Tiergarten in Qalqiliyah und in der Gegend überhaupt.Hohes Tier in Kassel

Der Transport des präparierten Tiers aus der 45 000-Einwohner-Stadt, munkelt man in Kassel, sei der teuerste der Documenta gewesen. Der Österreicher Peter Friedl hat die vom Tierarzt des Zoos amateurhaft ausgestopfte Giraffe für seine „Zoo Story“ auf der Documenta 12 ausgeliehen. Für ihn ist sie auch Sinnbild einer ganz anderen Geschichte: über den Wahnsinn des Krieges. Aber auch über die Ohnmacht der Medien und deren Umgang mit „kolateralen“ Opfern.

Die FAZ schreibt dazu:

Das Kunstwerk, über das vermutlich sehr viel gestritten werden wird in den kommenden Wochen, ist eine Giraffe. Die Giraffe sieht so, wie sie da ausgestopft in der Documenta-Halle wartet, mitleiderregend aus; sie hat einen verbogenen, klumpigen Hals und steht unbeholfen und schräg da, wie ein Comic-Tier, das gerade bremst. Das Werk, das nur aus dem ausgestopften Tier besteht, heißt „Zoo story“. Man sieht aber keine Story, nur die Giraffe.

 

Die sei jedoch ein besonderes Tier, hatten uns die Documenta-Leiter Roger M. Buergel und Ruth Noack erklärt; bevor der österreichische Künstler Peter Friedl sie nach Kassel in die Documenta-Halle brachte, habe sie in Kalkilia im einzigen palästinensischen Zoo im Westjordanland gelebt. Als die israelische Armee eine Stellung der Hamas angriff, stürzte das Tier um, erstickte und wurde von den Zoobetreibern ausgestopft. Jetzt steht die Giraffe unkommentiert in der Documenta-Halle; gegenüber hockt ein gigantischer Stoffhund von Cosima von Bonin. Warum?

 

„Der Brownie“ – das ist die Giraffe – „ist ein Modell für Erzählungen“, hat der Künstler Peter Friedl gesagt, der die Giraffe nach Kassel holte. Aber was wird hier erzählt, und wie, und warum? Und was erzählt all das über die Documenta? Wir warten auf den Künstler.

…….

Aber die Giraffe: Was aktiviert die „ästhetische Erfahrung“ hier? Eine traurige Geschichte, erzählt Friedl: „Die Giraffenfrau, die Ruthi, war schwanger. Aus Gram über den Tod ihres Giraffenmannes hatte sie zehn Tage danach einen Abortus.“ Das totgeborene Giraffenjunge wurde ebenfalls ausgestopft und neben dem Vater aufgestellt. Nun ist das leidende, wehrlose Tier ein bekannter Topos in der Kunstgeschichte: In Picassos Antikriegsbild „Guernica“ berühren einen die schreienden Pferde fast mehr als die leidenden Menschen. Auch die ausgestopfte Giraffe ist eine Anklage. Man erfährt nichts über die Gründe des Angriffs, bei dem die Giraffe starb; wurden Stellungen beschossen, von denen aus Israel beschossen wurde? All das steht der Giraffe nicht ins Fell geschrieben, man würde es gern in einer Reportage lesen – die Kunst wirkt hier doch vollkommen überfordert von der politischen Tragik.

 

Befragt, ob die „ästhetische Erfahrung“ im Fall der Giraffe nur zur Not der Palästinenser führe oder auch die existentielle Angst Israels, die Bombenopfer in Tel Aviv im Bild halte, sagt Friedl nur, es gebe dort ja „sehr viel mehr Verkehrstote“. Es ist diese erstaunliche Kälte, die einen ratlos macht und die so gar nicht zum utopischen, festartigen Charakter der Documenta passt. Buergel und Noack werden noch einige Arbeit haben, zu erklären, was genau hier warum wohin migriert.

 

Hier ist er zusammen mit seinem ebenfalls ausgestopften Baby. (Bild aus Kalkilia)

Ebend schien sie noch und versucht auch weiterhin gegen die Wolken anzukämpfen, die mit voller Kraft oben am Himmel angeschwebt kommen. Ein fantastisches Schauspiel. Als Kind habe ich mich oft auf die Wiese gelegt und in den Himmel gestarrt, stundenlang und den Wolken hinterhergeguckt und geträumt.

So, jetzt scheint sie wieder und meine Mischpoke, das heisst ein Teil hat sich per Rad auf den Weg in die PreSchool gemacht zum Saubermachen. Ich werde versuchen den Wäscheberg abzuarbeiten und Mittag zu zaubern und heute Nachmittag wollen wir zur Pfütze (das ist ein grosser Springbrunnen im Park hinter dem Studentenwohngebiet, wo man auch drin baden kann, allerdings Wasserhöhe 50cm, zum Planschen reichts und die Kinder lieben es, und es ist erlaubt da zu toben im Wasser, es gibt rund herum Bänke und die meist gesprochene Sprache ist immer Sommer arabisch dort.) Unsere Kinder haben das Riesenplanschbecken Pfütze getauft und das ist eine Sache, die wir in Mårtens Fälad (wo wir hinziehen) bestimmt vermissen werden. Also bitte Sonne scheine weiter!!!!!

Die kommende Woche ist so fast die richtig letzte in dieser Wohnung, auch wenn wir bis Jacobs Geburtstag noch hier schlafen werden… dann steht sie leer unsere liebe Wohnhöhle.

Viel viel ist zu tun nächste Woche:

  • alte Wohnung ab September abmelden
  • nach Dänemark rüber, 3 Schlösser besuchen, als Vorbereitung für den König der soll die nämlich am Mittwoch Touris zeigen und war da noch nicht bzw schon lange her
  • Erste Sachen packen und vor allem aussortieren
  • 3 Essays fertig schreiben, sonst gibts kein Studiengeld für die Regierung nächstes Studienhalbjahr!!!!
  • Geld zusammenkratzen für 2 Miete gleichzeitig und die sonstigen Rechnungen 😦
  • Hannah zu Salomon-Asthma ist im Anmarsch und Medizin alle
  • Burg Glimingehus- König muss zur Guideausbildung
  • Donnerstag den König zum Geld verdienen auf Tour nach Dänemark schicken – Schlösser rund um Kopenhagen- eine Busladung voll deutscher Touris
  • am Freitag in aller Frühe die Regierung nach Brüssel schicken, dass Zweittöchterlein abholen und Brüssel unsicher machen- von wegen Waffeln und Bier (oder Stina)- man gut dass der König reichlich Trinkgeld von seinen 2 Touren mitgebracht hat, das darf die Regierung als Extrabudget angreifen.
  • Noah muss eigentlich Freitag zur Klumpfussuntersuchung, weigert sich aber ohne Mama- also das müssen wir verschieben.
  • Und Sonntag ist die Regierung von der Reise samt Mitbringsel (Marielle unser Brüsselkind wird zum Lundenser Studenten) wieder zurück und es ist juchhu Schlüsselübergabe!

Ja eine Menge vor nächste Woche und so ganz nebenbei , müssen auch die Kinder noch bespasst werden, man gut das Lotta da ist……. naja im Monet schnarcht sie noch, wieso brauchen eigentlich 18jährige so viel Schlaf und das nur am Tage?

Eine gute Woche uns und allen und möge die Sonne für alle ein wenig scheinen, nicht zu heiss und möge der Regen auch manchmal heruntertröpfeln, nicht zuviel.