Nun ist genau das eingetreten, wovor mich nicht nur ein Mensch gewarnt hat. Ich bin mit der „grauen Eminenz“ des Kiga zusammengestoßen, und diese, in ihrer überheblichen und allwissenden Weise merkt gar nicht, wie sie jemanden  (in diesem Fall mich) bis ins Mark verletzt. Und leider sind wir nur 3 in unsrer Gruppe. Die Dritte ist so ängstlich darauf bedacht, der Ersteren alles Recht zumachen, da sie sowieso stückweise außen vor ist wegen ihrer anderen Religion und weil sie dadurch nicht die geringste Ahnung hat vom Tuten und Blasen. Leid tut mir unsere sehr liebe menschliche Chefin, die zwischen allen Stühlen steht. Nach unserm Stressbeginn im Sommer haben ja 2 von hier unten ganz plötzlich gekündigt bzw. sind einfach weggeblieben und beide waren schon Jahre zuvor hier. Was soll ich machen, Zähne zusammen beißen und erstmal weitermachen oder aufgeben. Drei Gründe sprechen fürs Weitermachen:

  1. Meine „Kinder“ im Kiga sind wunderbar.
  2. Meine Arbeit ansich dort macht mir Spaß, wenn ich denn auch weiter denken darf und nicht nur ausführen.
  3. Wir brauchen auch mein Einkommen dort, auch wenn es relativ wenig ist, ich bin ja auf niedrigster Stufe bezahlt.

Jedenfalls gehe ich heute wieder hin, werde möglichst nichts Eigenes einbringen, alles schnellstens erledigen, was sie anweisen, und so durch den Tag hetzen, was eines der wichtigsten Maxime zu sein scheint, also auch da mitmachen und versuchen, doch noch zu überleben dabei und den Kinder gut zu tun, denn die sollten doch das Wichtigste für uns sein.

Was nicht heißt, dass sie total machen können, was sie wollen und dass man doch gerade bei Tisch auf gewisse kleine Regeln achten sollte. Und wenigstens zusammen anfangen zu essen könnte man doch, oder….. Ohje ich fange schon wieder an, selbstständig zu denken. Aber warum klappt das im Kiga unsrer Kinder so gut, und die sagen zwar kein Gebet aber einen Essenspruch vor dem Essen.

So nun gehts los, Kinderle wecken, was essen und dann hoffe ich, denTag gut zu überstehen mit schweren Kopf und voller Traurigkeit über mich und meine Unzulänglichkeit. Der Arbeitstag heute ist ein Kurzer, nur 4 Stunden. Dann ist nur noch Elternversammlung bei Waldorfs draußen.

Mein größter Wunsch wäre ein jüdischer Waldorfkiga. Vieleicht sollten wir doch nach Harduf ziehen….

november06-050.jpg Mein Besuch im Waldorfkiga in Harduf