an dem um halb sieben der Gong der grossen Uhr im Flur ging. Dies war keine gewöhnliche Uhr. Es war eine Uhr, die sich dadurch auszeichnete, dass sie nur zu den Zeiten gongte, die vorher engestellt worden waren. Und die erste dieser Zeiten war halb sieben – Zeit zum Aufstehen.

Doch an diesem Tag war alles anders. Während die Zwergenbande, oder besser das, was davon übrig war – von den eigentlich sieben Zwerge waren nämlich nur noch vier da, nachdem sich die anderen drei, die festgestellt hatten, dass sie mittlerweile zu Riesinnen herangewachsen waren, auf eigene Faust auf den Weg gemacht hatten, die Welt zu erkunden – dieser Rest also fiel nach dem Gong der Uhr im Flur einer nach dem anderen aus den Bettchen. Das an sich war nichts besonders. Oder doch? Es bedurfte nicht aufwendiger Weckaktionen, keine Wassereimer, die heute in die Betten gegossen werden mussten, keine Trillerpfeifen, die ganz dicht an den Öhrchen zum Tönen gebracht werden brauchten, nicht einmal aufwendige Küsschenrituale waren von Nöten, um die drei Zwerge und die kleine Zwergin davon zu überzeugen, dass es schon Tag geworden war, trotz dem draussen noch stockdunkle Finsternis herrschte und nur ein klitzekleiner Lichtschein davon zeugte, dass auch heute ein heller Tag anbrechen würde. Während all das geschah, räkelten sich Zwergenma und Zwergenpa noch einmal in aller Ruhe in ihrer Kiste, als wäre heute Sonntag oder sonst ein Feiertag.

Und tatsächlich: Entgegen aller sonstigen Abmachungen war es den Zwergen heute erlaubt, den Quasselkasten im unteren Zimmer der Behausung anzustellen, aus dem in einer ihnen wohl vertrauten Sprache über die Reisen eines seltsamen Wesens berrichtet wurde, das den ebenso seltsamen Namen Vicky trug. Das war äusserst ungewöhnlich. Diese Sprache im Quasselkasten an einem gewöhnlichen Freitag um diese Uhrzeit, das war ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher war es, dass Zwergenma nach einiger Zeit mit einem kleineren Kästchen am Ohr in den Raum trat, den Finger auf den Mund legte, der allen bedeutete, mit ihren kleinen und grossen Gesprächen innezuhalten, um dann auf ein geheimes Zeichen hin, dass wohl aus dem Ohrkästchen kam, wild mit den Armen zu gestikulieren, als wäre sie Herbert von Karajan mit dem Taktstock. Dann stimmte sie einen Gesang von schwanenhafter Schönheit an, in den die Zwergenbande sofort voller Inbrunst einfiel. Auch Zwergenpa liess sich nicht lumpen:

Weil heute dein Geburtstag ist, da haben wir gedacht,
wir singen dir ein schönes Lied, weil dir das Freude macht.

Sogar ein bunter Blumenstrauß, schmückt heute deinen Tisch,
und wenn du ihn ins Wasser stellst, dann bleibt er lange frisch.

Und wenn du einen Kuchen hast, so groß wie’n Mühlenstein
und Schokolade auch dazu, dann lad uns alle ein.

Grattis, Stini, Zwergin Nr. 2,

die du mittlerweile

eine (wenn auch kleine) Riesin

geworden bist,

Grattis zum 22.! 

Grattis på din födelsedag, blommor av alla det slag, till ditt behag!

 

Das und noch viel viel mehr wünschen Dir MaPa und die Zwergenbande!