Danke für die deutlichen Worte bei der Verleihung bzw. äusserst couragierten Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises für Ihr Lebenswerk. Als Mann der tatkräftigen Worte haben Sie dem deutschen Fernsehen den Spiegel vorgehalten, einer seltsamen Mischung aus Stumpfsinn und ganz wenigen Highlights, wie sich bei der Preisverleihung zeigte:

Ich kann das nicht annehmen. Und ich finde das auch schlimm, dass ich das hier vier Stunden erleben musste. Es gibt ja Abende, die man ganz schön erlebt. Nein nicht, ich werde Ihnen jetzt nicht sagen, mit der Lektüre von Goethe oder Bertolt Brecht. Nein, man kann im Arte-Programm manchmal sehr schöne wichtige Sachen sehen. Ich habe auch früher häufig Wichtiges im 3Sat-Programm gesehen, aber das hat sich jetzt geändert. Meist kommen da schwache Sachen, aber nicht dieser Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen haben.

Schade nur, dass Sie dabei dem scharfzüngigen und schlagfertigen Gottschalk auf den Leim gegangen sind, der, kaum dass Sie ein Angebot zur Güte nach Ihrer umfassenden Fernsehkritik gemacht haben, Sie aus dem Saal komplimentiert und Ihnen im Nachhinein noch ein paar dumm-freche Spitzen hinterher warf, so jedenfalls empfand ich einige seiner Äusserungen, nachdem Sie den Saal verlassen hatten:

So, jetzt sind wir wieder unter uns und können weitermachen.

(Dieses Zitat verrät uns Elke Heidenreich, da es bei der Fernsehübertragung am Sonntag – dankenswerterweise vielleicht – herausgeschnitten worden war.)

Oder, sinngemäss zitiert:

Wenn Sie den Martin Walser treffen, sagen Sie ihm, ich hätte einige seiner Bücher mit grossem Genuss gelesen, vor allem Tod eines Kritikers.

Dank auch an Elke Heidenreich, die das Spektakel in Köln-Ossendorf so treffend charakterisiert hat.