Jerusalemer Lebenszeichen


Vor 2 Wochen waren wir in Jerusalem und haben ihn gefeiert, unsern Grossen, er ist am 11. Tamuz, 23.Juni Bar Mitzvah geworden, in der Harel Synagoge in Jerusalem.
Mazal tov Jaschka!

P.S. Wenn das kein Grund ist , hier mal wieder öfter zu schreiben !?

Uff, endlich geht es wieder heim. Und ich bin gluecklich darueber. Koffer sind schon gepackt. Noch die letzten „Kleinigkeiten“ in den Rucksack schmeissen, Fruehstuecken, Karten und Auswertung (!) schreiben, Karten und Paeckel ( gen Israels Norden) zur Post, noch mal runter in die Altstadt, Mittag essen und dann gehts zum Flugplatz. Mal sehen, wie schnell wir durch sind mit der Security und das mein vieles Uebergepaeck  hoffentlich Emilia uebernehmen kann. Sieht jetzt schon warm aus draussen und es ist erst gegen 7. Die meisten schlafen noch.

Gestern waren wir nach einer Vorlesung vom zukuenftigern Institutsdirektor in Jericho Mittag essen und Prinzessin Hannah hat jetzt ein Rosa-Prinzesskleid mehr, Francois hat gleich dasselbe fuer seine Tochter in gruen gekauft. Dann Qumran und Totes Meer baden gehen. Ich nicht, weil  ich mag dieses salzige Wasser ueberhaupt nicht. Andere dafuer haben es defintiv uebertrieben. Ich hab vor mir hin getraeumt und das war auch gut so. Abends dann noch mal ein bisschen politische Beinflussung aus Ramallah, diesmal feministischer Art. Die Frage, die sich mir stellt, wie kommen die Leute hierher, wenn dann alles so zu ist?

Ich stuerze mich jetzt ganz in Ruhe in der Tag und wuensche gut Shabbes noch aus Jerusalem.

Viel Glueck lieber Koenig bei der Deutschpruefung, wir sind fast auf dem Weg nach Jericho, Qumran und zum Toten Meer. Alles andere heute Abend. Freue mich auf morgen, werden so gegen halb 10 abends landen (Genaueres kommt noch). Denk an naechste Woche , Mittwoch brauchst Du einen Ersatzlehrer!!!

Bin ich nun beim Kurs “ Children of Abraham“ oder ist es doch eher ein Kurs „Israelisch-Palaestinensischer Konflikt“. Nachdem in der Reflection ebend schon in der kleinen Gruppe angefangen wurde, wie schlimm doch Israel die Palaestinenser behandelt und wie grosszuegig doch die Einladung zur palaestinensischen Familie war (Mittagessen), deren Haus abgerissen werden soll, weil die Mauer dorthin kommen soll ( was echt eine Tragoedie in sich ist) und was fuer ein friedvoller Platz doch der Tempelplats/Haram el Sharrif ist und und und, mag ich nicht zur grossen Runde gehen , zumal der andere jued. Teil sich gleich verzogen hat. Ich kann sie gut verstehen. Das heute Shavuot ist und ich wider meinem Vorhaben doch alle zum Kaesekuchenessen eingeladen habe, das war kein Thema zum Erwaehnen. Das schlimmste ist, ich fuehle mich so hilflos und alleine. Meine ganzen Argumente nuetzen gar nichts, weil alles was gezeigt und gesagt wurde, zum grossen Teil einseitig ist und man (die Gruppe) sich ihre Meinung zu Israel gebildet hat – ein Militaerstaat der ein anderes Volk okupiert hat, das tyrannisiert, vom Geld Amerikas existiert, die Demokratie nur auf dem Papier steht und dazu sind die Juden noch ueberheblich, wenn selbst die liberale Rabbinerin ueber das nie zu vergessene Sklavendasein redet. Dazu kommt der staendige Mauerbesuch real und verbal. Und komisch sind sie (die Juden) auch, siehe all die Juden von Mea Shearim.Aber das Nachtleben auf der Ben Yehuda geniessen und shoppen gehen, das nutzt man dann schon noch aus. Und kein Treffen mit israelischen und palaestinesischen Studenten, kein Besuch in Kibbutz Harduf oder Neve Shalom/Wahat al Salaam und warum nicht ein Treffen mit Siedlern? War ja ganz interessant die Shabbeseinladung, muss man doch alles mal mitgemacht haben. Aber das reicht dann auch mit Annaeherung und Verstaendnis fuer die Juden. Den komisch sind sie ja schon die Juden. Dann die vielen Festtage von denen und wie kann man Yom Yerushalajim feiern, denkt doch an die armen Palaestinenser, denen doch fast ganz Jerusalem weggenommen wurde…….

Ich weiss nur eines, ich schreibe eine Auswertung des Kurses als Essay. Ich will nicht, dass es Anderen nach mir genauso geht wie N. und mir und denen die zuvor an diesem Kurs teilgenommen haben (und uns davor gewarnt hatten zu fahren und uns gelobt haben, wir wuerden uns nicht gut fuehlen nach diesem Kurs). Einseitigkeit und Verdammung hat noch nie zu einem Dialog oder besser Trialog gefuehrt, oder?

Ein sehr besonderes und positives Erlebnis hatte ich noch am fruehen Morgen, mit vielen Tausenden am Kotel die Sonne aufgehen sehen und Schacharit Shabbat feiern (leider nur zum Teil, da wir ja puenktlich wieder daheim sein mussten). Viel Schlaf hatte ich heute Nacht nicht, max 3 Stunden, aber eigentlich soll man ja sogar durchlernen 😉 .Da fuer die Diaspora 2 Tage Shavuot feiern gilt, so wuensche ich von Herzen: Chag sameach aus Jerusalem und freue mich schon riesig auf zu Hause.

Nur ganz kurz. Zwischen allen theologischen Seminaren gab es heute 2 Hoehepunkte fuer mich. Einmal hatten wir  Rabbi Rachel Sabath Beit-Halachmi als Vorleserin heute morgen und sie hat sehr gut ,ohne irgendwelche negativen Vorhaltungen wie andere bei ihren Vortraegen, uebers Judentum gesprochen und auch eine kleine Studienrunde abgehalten, sehr professionell. Hier etwas ueber sie: http://apps.limmudny.org/lny_2005/limmud_pub_schedule/schedule_v1.pl?op=p&id=89  Sie hat mir dann noch einen Vorschlag gemacht, doch zum Hebrew Union College zu gehen. http://www.huc.edu/. Mal sehen. Wir wollen eigentlich zur Kotel, Emilja und ich, heute Nacht gegen 4Uhr.

Dann hatten wir kurioserweise 2 Stunden frei und ich habe viel Geld ausgegeben und doch gespart (weil der religioese Verkaeufer mir zu Shavuot ein Geschenk machen wollte , habe ich nur die Haelfte bezahlt/ da dieselben T. bei Chabad auch so viel kosteten glaub ich nicht, dass er mich uebers Ohr „gehauen“ hat) ) und meinem liebsten Koenig was ganz besonderes gekauft und 2 Kaesekuchen natuerlich, 2 weil sie so billiger waren  😉 .

So und nun haben wir an Shavuot wie treffend noch eine Stunde mit Bischof Younan und dann will der andere juedische Teil unsrere Gruppe ( bis zum geht nicht mehr sekulaer 😉 ) aus Geltungsdrang etwas zu Shavuot mit der Gruppe machen. Ausschliessen darf/kann ich mich wiedermal nicht. Die Rabbinerin sagte heute morgen nur, wie schade, dass die Gruppe nicht Shavuot in einem Kibbutz ist oder in einem der vielen Synagogen ein Teil Studium mitmacht. Aber die Gruppe interessiert das eigentlich nicht so richtig, das heisst dem groessten Teil. So und ich esse meine Kaesekuchen nicht mit denen,  nur mit meiner kleinen Gruppe aus Polen, Kanada und USA. Haette ja auch ein anderer mal an sowas Simples denken koennen, oder??? ( Ok ich bin ja nicht so, es bekommen alle eins ab, ein Stueck vom Kaesekuchen, mein ich) Der Erzbischof a.D. fragte mich heute so nebenbei, was den Shavuot bedeutet. Auweia nicht mal der weiss was.  So nun aber Schluss. Chag sameach und eine wache Nacht!

Es tut mir so leid, aber wieder mal wurde was beim Kurs einfach geaendert und ich konnte nicht zu Miriam gehen, bitte verzeih das Warten. Und ich waere so gerne Shavuot bei Lila und ihrer Familie gewesen. Aber auch da wurde mir ein Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bin traurig. Und sauer auf mich, nicht noch deutlicher zu protestieren und aufzubegehren. Feigling ich. Wenigsten habe ich mich getraut bei dieser angeordneten Gruppen“therapie“sitzung heute Abend um 21 bis jetzt einiges zusagen, was ich voll daneben finde. Denn es gibt ihn schon den Trialog hier in Jerusalem und in Israel. Aber wer es nicht wissen will, der sucht sich natuerlich die passenden Gespraechspartner aus und guckt weg. Auch wenn der Kurs Children of Abraham heisst.

Nun ist morgen Shavuot und ich weiss nicht, wohin ich gehen kann und bin mitten in Jerusalem. Natuerlich ist fuer die Gruppe nichts geplant, es wurde bis jetzt nicht mal erwaehnt das Shavuot ist, und was das ist. Aber es weiss auch keiner das morgen Abend alles zu ist und uebermorgen auch 😉 . Na da werden sie komisch gucken, denn hier oben ist nun mal Mea Shearim und das juedische Westjerusalem. Hoffentlich kann ich Miriam noch erreichen und sie ist nicht zu sauer auf mich.

Uebrigens, einiges von meinen Ivritkenntnissen kommt dann doch so ein bisschen zurueck, siehe oben slicha=Entschuldigung. nun ist es ja schon einige Jahre her das Ronit meine lehrerin sich mit unsrer Sprachklasse am Rutenberg Institut (http://www.rutenberg.org.il/rutenberg/) und insbesondere mit mir geqaeult hat. Es war so warm den Sommer und wir /ich hatten so gar keine Lust zu lernen.

Morgen ist nun der theologische Tag (man gab mir deutlich zu verstehen, dass ich mich davon defintiv nicht ausschliessen darf) mit einer Rabinerin, einem lutherischen arabischen Pfarrer und einem muslimischen Professor.Und Abends kommt Bischof Younan um ueber arabsiche Christen zu sprechen, soviel zu Shavuot, denn darueber wird er nicht sprechen. Vielleicht sollte man ihn danach fragen oder ich gehe wenigstens einfach Abends von hier weg.

Ebend kam er gerade wieder, unser Ungluecksrabe. Adam, ein Austauschstudent aus USA, ein sehr lieber herzerfrischender „Junge“. Bei unser Fahrt durch das Siedlergebiet hielt unser“Guide“ an einer komischen Stelle und wir mussten alle mehr oder weniger unter einem Riesenplakat (Werbung fuer diese Siedlung) durchgehen. Adam ist ein wenig groesser und hatte nicht richtig den Kopf eingezogen und so stiess er sich den Kopf. Zu unserer d… Guidin, die sofort als er mich fragte mal zu gucken um Ruhe und unbedingte Aufmerksamkeit, nicht bat, sondern befahl, schnauzte ich zurueck , das er sich gestossen haette und er einen Medizinkasten brauchte um es zu desinfizieren. So wurde uns Beiden erlaubt zum Bus zu gehen und den Fahrer, einen sehr netten Palaestinser zu fragen, ob er so was hat. Er hatte einen Medizinkasten , sogar alles auf deutsch, weil der Wagen war aus D. Aber es war nichts an Desinfektionszeug drinne und ich war ein bisschen aengstlich es einfach so abzutun, auch wenn Adam sagte , ach so schlimm ist es bestimmt nicht. Und so hat der Fahrer gleich einen Freund angerufen, der beim Magen David als Sanitaeter arbeitet (auch Palaestinenser) und dieser kam auch gleich und hat alles gereinigt, meinte aber er muesste noch ins Krankenhaus. Unsere uebereifrige Guidin wollte aber noch ihre Tour fertig machen und so konnte er dann erst hier heute Nachmittag zum Sankt Josefhospital gleich um die Ecke gehen. Und nun nach 2 Stichen , mehreren Spritzen (u.a. Tetanus) und Antibiotika ist er wieder bei uns angelangt und meinte nur freudestrahlend ,dass es sehr interessant und billig war, rund 300 Shekel alles zusammmen, in den Staaten waere es viel teurer. Jetzt sieht er ein wenig aus wie ein Muselmane und wir haben ihn noch lieb bedauert.  Jaja meinte der arabische Professor ( der uebrigens interessant war) das ist das Ergebnis von so einem Kurs. Also: Be careful !

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