Zum Nachdenken


Ich wünsche Dir Zeit

Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freuen und zu lachen
und wenn Du sie nützt, kannst Du etwas draus machen.

Ich wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken,
nicht nur für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche Dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufrieden-sein-können.

Ich wünsche Dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche sie möge Dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen.

Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche Dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche Dir Zeit: Zeit haben zum Leben.

(Elli Michler)


Yosef Karduner – Shir La’maalot – Brooklyn, Nov ’05

A Song of Ascents. I lift my eyes to the mountains – from where will my help come? My help will come from the Lord, Maker of heaven and earth. He will not let your foot falter; your guardian does not slumber. Indeed, the Guardian of Israel neither slumber nor sleeps. The lord is your guardian; the Lord is your protective shade at your right hand. The sun will not harm you by day, nor the moon by night. The lord will guard you from all evil; He will guard your soul. The Lord will guard your going and your coming from now for all time. psalm-121

sehnsucht

Sehnsucht -Kupferätzung 2002

Ich erhebe meine Augen zu den Bergen,von wannen wird mir Beistand kommen?

Mein Beistand kommt vom Ewigen, dem Schöpfer des Himmels und der Erde.

Er wird nicht lassen wanken deinen Fuss, nicht schlummert dein Hüter.

Siehe, nicht schlummert und schläft der Hüter Jisrael’s.

Der Ewige ist dein Hüter, der Ewige dein Schatten zu deiner rechten Hand.

Tages trifft dich die Sonne nicht, und nicht der Mond bei Nacht.

Der Ewige wird dich behüten vor allem Bösen, behüte deine Seele.

Der Ewige wird behüten deinen Ausgang und Eingang, von nun an bis in Ewigkeit.

( Zunz – Übersetzung der Heiligen Schrift)

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Bodenstein, Blick auf die Berge, 2003

P.S. Hat nicht jemand das auf CD, es wäre wunderbar!

Spurensicherung, weit entfernt von Deutschland, in Czernowitz, einer Stadt im Osten. Darin lebte ein jüdisches Mädchen, das Gedichte über eine Liebe schrieb, die mehr Traum als Wirklichkeit war. Es war die erste Liebe, zu einem jungen Mann und zu einer Sprache, die nicht ihre Landessprache Rumänisch war. Deutsch war die Sprache, die sie liebte.

Selma Meerbaum-Eisinger Portrait Selmas Leben war kurz. 18 Jahre lang hat sie gelebt. Selma Meerbaum-Eisinger starb am 16. Dezember 1942 im deutschen Arbeitslager Michailowska. Was übriggeblieben und auf abenteuerliche Weise gerettet worden ist, sind 57 Gedichte.

Selma liebte Blumen und die Natur. Sie liebte Rilke, Heine und Tagore. Sie liebte den Sommer, und im Sommer schrieb sie über den Herbst. Oft stand sie lange an einen Baumstamm gelehnt, den Blick in die Ferne gerichtet, abwesend hier und anwesend dort, wo Träume geboren wurden. Selma wußte, daß die Stadt, in der ihre Träume hätten Wirklichkeit werden können, “nun ganz fern ist, wie ein Bild aus einem alten Märchen.” In ihrem Gedicht “Rote Nelken” sagt sie es beinahe entschuldigend, so, als ob sie sich damit abgefunden hätte, daß es ihr nicht mehr zustünde, diese Sehnsucht, dieser Wunsch nach Lachen und Glücklich sein:

“So hör, ich hab’ für dich gelacht.”

Und doch beendet sie einen Brief an ihre Freundin Renée Abramovici, den letzten, den sie in ihrem Leben schreiben wird, mit den Worten: “Küße. Chasak–Selma.” Chasak ist Hebräisch und heißt: “Sei stark.”

Weiterlesen hier: http://www.selma.tv/index.php?path=home

Weiterhören hier:

Selma

 Aus Ehrfurcht vor den Toten wird auf der Hompagevon unserm Judiska Center das zu sehen sein, genau 48 h von heute Abend an, seht selbst hier : www.jcl.se

Was in Israel am Yom HaShoa passiert, das kann man sehr gut bei Miriam in ihren beiden Blogs nachlesen:

hier nämlich …..und konnte es wieder mal nicht lassen zu spielen. Man gut, dass die dort nicht nach Spielsüchtigkeit gefragt haben. 😉

Personality Inventory
 
Emotional (76%) […..|||||……….] Logical (24%)
Concerned about self (35%) [……….|||…….] Concerned about others (65%)
Atheist (27%) [……….|||||…..] Religious (73%)
Loner (44%) [……….|………] Dependent (56%)
Laid-back (32%) [……….||||……] Driven (68%)
Traditional (66%) […….|||……….] Rebel (34%)
Impetuous (100%) [||||||||||……….] Organized (0%)
Engineering mind (51%) [………………..] Artistic mind (49%)
Cynical (14%) [……….|||||||] Idealist (86%)
Follower (57%) [………|……….] Leader (43%)
Introverted (43%) [……….|………] Extroverted (57%)
Conservative (64%) […….|||……….] Liberal (36%)
Logical (40%) [……….||……..] Romantic (60%)
Uninterested (41%) [……….||……..] Sexual (59%)
Insecure (40%) [……….||……..] Confident (60%)
 
Take the test!
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Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen. (Cicero)

…und ich mich auf den Weg in die Pre-school mache, wo ich heut einen meiner Blitzeinsätze habe und beim Mittagstisch helfe, fundiere (auwei, ich glaub das heisst auf deutsch: nachdenken) ich nebenbei darüber, wie wichtig Traditionen, Erinnerungen, Werte und auch Religiösität für Kinder sind. Ich glaube wichtiger, als wir manchmal denken und es vielleicht wollen. Denn man ist nicht/niemals ganz frei von seiner Herkunft und Geschichte, seinen Wurzeln. Und heutzutage will man frei sein, möglichst ungebunden, man will sich nicht zu sehr verpflichten und binden. Wohlgemerkt, ich rede von hier, wo ich seit 10 Jahren lebe, von meiner Umgebung. Für mich selber merke ich , dass ich die Familie brauche, diese Bindung, die ich nicht einfach so lösen könnte und auch nicht will. Dass Traditionen mit Kindern noch viel mehr bedeuten, als wenn ich nur alleine wäre und das Mitgeben von Werten und ja auch Glauben ein grosses Geschenk und Belastung zu gleich ist. Kurioserweise fand ich durch Zufall heute morgen, diese rabbinische Geschichte (siehe unten) und ich bin noch immer am Nachdenken über sie und werde mich jetzt gleich auf mein Fahrrad „schwingen“ und auf dem Weg zu den Pre-schoolkindern ( die so eine herrliche Mischung aus allen Herren Ländern, Religionen und Traditionen sind und doch ein Sache gemeinsam haben, sie sind wunderbare Kinder und noch eine zweite gemeinsame Sache, neben ihrer Muttersprache sprechen sie mehr oder weniger gut englisch)noch ein bisschen mehr darüber nachdenken, das geht so gut auf dem Fahrrad mit dem Wind um die Nase und dick eingemummelt an diesem sonst so grauen Tag. Egal, hej Tag ich komme…

Hier nun die rabbinische Geschichte und uns und Euch allen wünsche ich ein gutes Wochenende und gut Shabbes.

„Ein Rabbiner durchquerte ein Dorf, ging in den Wald, und dort, am Fuß eines Baumes, immer desselben, betete er. Und G“tt hörte ihn. Und auch sein Sohn durchquerte immer dasselbe Dorf. Er wußte nicht mehr, wo der Baum war, so betete er am Fuß irgendeines Baumes, und G“tt hörte ihn. Sein Enkel wußte weder, wo der Baum war noch der Wald noch selbst das Dorf. Aber er kannte noch das Gebet. So betete er in seinem Haus. Und G“tt hörte ihn. Sein Ur-Enkel kannte weder den Baum noch den Wald noch das Dorf noch die Worte des Gebets. Er kannte aber noch die Geschichte, er erzählte sie seinen Kindern. Und G“tt hörte ihn.“ (Quelle -Danke Miriam  🙂 : Rabbi Baal Shem Tov und dessen Nachfolger)

Wir kommen gerade aus der Malmöer Synagoge und haben noch Jemand im Auto. Dieser Jemand erzählt: „Ja, es ist schon ein besonderer Tag heute, ich hab meinem Sohn (Jemand ist alleinerziehend mit einem schönen farbigen halbamerikanischen Sohn) Zeitungsartikel aus einer deutschen Zeitung (dort war ein Artikel über die Vatereltern und ihr Leben in einer kleinen deutschen Stadt; ehe sie in Auschwitz starben) vorgelesen und zwei Kerzen angezündet für meine Vatereltern (Farföräldrar).“ „Er will nicht viel zu tun haben mit Religion , mein Sohn“, sagt Jemand und ist ein wenig traurig, weil er nicht mit kam in die Synagoge, in der Jemand eigentlich nicht willkommen ist, weil halachisch ist dieser Jemand nicht Jude, da nur der Vater sein Judentum und seinen Lebensrucksack Jemand mitgegeben hat. Und die Synagoge samt Gemeinde ist orthodox, und somit ist Jemand nicht willkommen, obwohl Jemand mehr jüdisch als wir alle zusammen,mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Ich ziehe den Hut vor Jemand!

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