Zum Nachdenken


                                              Ich sah gestern die Bilder

aus
Kaunas
Babji Jar
Iasi
Warschau

aus
Sobibor
Treblinka
Majdanek
Auschwitz

Ich sah
meine Liebe
mit meinem Sohn
auf dem Arm

Ich sah
meine Tochter
versunken weinend
an ihrer Hand

Ich sah
meine Liebe
meine Tochter
meinen Sohn
an der Rampe
stehen
aus dem Güterzug
steigen
sich in die endlose Schlange
einreihen

Ich sah sie
sich entkleiden
nackt in der Kälte
stehen
auf ihrem letzten Weg
in die Dusche

Ich sah meine Liebsten
auf dem Weg
in den
Tod

Ich fühlte
mein Herz sich verkrampfen
sprang auf
rannte
zu den Betten
meiner Kinder
streichelte
umarmte
küsste sie
spürte sie

Es war nur ein Film

Doch
für
Millionen
war
das
kein
Film

Und ich sah

Es gibt kein
Verzeihen

Es kann keines geben

Nicht in Deutschland
Nicht in Litauen
der Ukraine
Rumänien
Polen

Nicht in Uganda
Nicht in Rwanda
Nicht in Bosnien
dem Kosovo
Osttimor

Nirgendwo

Und ich sah

Es gibt kein
Vergessen

Es darf keines geben

Nirgendwo

28. Januar 2000

Steven Marlauer, unveröffentlicht

bei uns hier im Kulturen in Lund:

Roy Andersson vill krossa myten / Roy Andersson will den Mythos brechen

Die Ausstellung, die morgen am Holocausttag eröffnet wird, ist ein Teil einer grossen Ausstellung,  die zuvor in Stockholm gezeigt worden ist. Sie will mit aller Deutlichkeit zeigen, dass die Schweden in der Zeit von 1933 bis 45 nicht so unschuldig waren, wie sie es immer gerne sein wollen und von Neutralität nicht zu sprechen sein kann. Angefangen von rassenbiologischen Untersuchungen (es gab bestimmte Rassengesetze bis in die siebziger Jahre!, da gibt es seit neuestem auch eine Film drüber) bis zu Experimenten an „Behinderten“ geht es auch um die Abweisung von Deutschen mit dem J im Pass, und das obwohl bekannt war, was in Nazideutschland mit Juden gemacht wurde….

På Förintelsens minnesdag den 27 januari öppnas utställningen ”Sverige och Förintelsen” på Kulturen. Det är en utställning där bland andra regissören Roy Andersson vill krossa den svenska självbilden. Så oskyldiga var svenskarna inte.
http://sydsvenskan.se/lund/article212971.ece

…. diesmal von Beatrice Wood, die 104 war, als sie diese Worte sagte und sie sprechen mir aus dem Herzen:

„Drei Dinge im Leben sind mir sehr wichtig: Ehrlichkeit, die aus dem Herzen kommt; Mitgefühl für andere, weil uns erst dies zu Menschen macht; und Neugier, denn nur ständiges Hinterfragen bewahrt uns vor Langeweile und Sterilität“

Und jetzt geh ich mit Sonnenschein in mir und draussen (trotz Sturm) daran Shabbbes vorzubereiten,den Islam auf Sonntagfrüh zu verschieben und nun als erstes die Parasha Shemot von Miriam mir auszudrucken, hab ich gestern schon machen wollen, aber hatte es vergessen. Diesmal ist die Geschichte von Moses dran, Hannahle liebt sie so sehr,kein Wunder – ein Baby im Korb und eine Prinzessin.

Shabbat Shalom und ein schönes ruhiges Wochenende.

 

…nicht nur angesichts dessen, dass ich, wenn ich aus dem nächtlichen Fenster schaue, nur noch Nacht sehe, die anscheinend immer näher rückt. Ein Stromausfall, oder was immer es auch sein mag, scheint uns hier Hof für Hof näher zu rücken. Nach und nach gehen alle Lichter des Viertels aus. Bei uns bislang noch nicht, aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit.

Dazu passt die Lektüre von Lilas Blog, in dem sie heute einen Artikel aus der Welt vorstellte, und dem, was die Sydsvenskan von gestern unter Berufung auf englische Quellen zu diesem Thema zu berichten hat.

Aber einen Lichtblick gab es an diesem fürchterlich grauen Tag auch. Er kam aus Kopenhagen, und Ihr solltet diesen Lichtblick tief in Euch hinein sinken lassen, auch wenn er klingt wie ein Märchen aus längst vergangenen Tagen und mit dieser Kraft, die Ihr daraus schöpft, am 28. Januar nach Berlin kommen.

Vielleicht gibt’s auch eine Chance für uns, das zu ermöglichen.

Wurde ich irgendwann mal in der Komvux ( Komunale Erwachsenenschule an der auch Einwanderer schwedisch lernen) in einem Religionskurs für Erwachsene gefragt. Viele antworteten gar nicht und die Antwort einer aufgestylten süssen blonden Schwedin fand die Zustimmung von über der Hälfte der Klasse. Sie antwortete so: Religion ist für mich, es lustig im Leben zu haben.  Ich war so ziemlich baff. Dieselbe Person sagte später auch noch, dass sie immer erst ihrem Pferd helfen würde, als dem vielleicht am Unfall beteiligten Menschen. Nun bin ich teils auf dem Bauernhof meiner Grosseltern aufgewachsen und von daher Tieren gegenüber sehr realistisch eingestellt, und so steht an erster Stelle bei mir der Mensch und dann natürlich sofort das Tier.  Aber das nur nebenbei. Diesen Kurs habe ich nicht bis zu Ende besucht, weil er mir zu oberflächlich und ungenau war. Das wiederum ist kein Wunder, da viele Religionslehrer (Religion an der schwedischen Schule ist niemals konfessionsgebunden, was auch gut ist) kaum Ahnung haben, von dem, was sie unterrichten. Ich finde, und heute ist es auch oft so, dass man, wenn man Religion unterrichten will, zumindest einen Grundkurs in Islam, Judentum und Christentum studiert haben muss. Bei meinen Mentorsstudenten sind auch viele zukünftige Relilehrer dabei. Also kann es nur besser werden mit dem Unterricht und nicht so wie unsere Töchter noch hörten von einem ihrer Relilehrer, dass die Kirche der Juden Synagoge genannt wird und vieles anderes Kurioses mehr.

Ja, was bedeutet Religion nun für mich/uns? Aufgewachsen sind wir, wie viele andere aus der ehemaligen DDR auch, sehr unreligiös. Es gab viele, die feierten Weihnachten und Ostern, ohne zu wissen warum, oder es als Jahresendfest und Frühlingsfest bezeichneten. Warum auch nicht, da beide Feste ja um den Winter- und Frühlingswendpunkt herum fallen. Fehlt nur noch Midsommar und irgend was im Herbst, aber da war ja Tag der Republik.

Nun zu uns. Erst als wir uns trafen, der König und ich wurde das Thema Religion wieder wichtig für uns und eigentlich noch viel wichtiger, auch insofern, dass wir uns mit unsern Wurzeln beschäftigten und auch für die Frage der Erziehung unsrer Kinder: was wollen wir ihnen mit auf den Weg geben. Wir haben viel darüber gesprochen, diskutiert, gestritten und dann irgendwann angefangen, mit ihr zu leben, und so ist unsre Religion zu einem wichtigen Bestandteil unsres Lebens geworden, zu einem Teil unsrer Beziehung, sie bestimmt die Erziehung unsrer Kinder, sie bestimmt unser Leben ohne uns zu vereinnahmen. Denn all das machen wir freiwillig, und wir tun es bewusst und sind in keinster Weise gezwungen zu irgend etwas. Religion oder besser gesagt mein Glaube ist also ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, ist mir Halt und Richtung weisend, ist mir Freude und ja auch Pflicht, ist das Beschäftigen mit meiner Herkunft und mit mir selbst, ist mir Hilfe bei der Erziehung unsrer Kinder …   Dazu kommt, dass ich es wichtig finde, zu wissen wohin man gehört und dass man sich zu einer Gemeinschaft zugehörig fühlt und weiss, wo sein zu hause ist, es gibt mir Geborgenheit und Kraft, aber auch die Beachtung des Menschen neben mir. Und es bedeutet aber auch Zweifel an Manchem und ist Diskussionsgrundlage, ob nun zu hause, in der Gemeinde oder an der Uni.  Ja, das alles bedeutet Religion/Glauben für mich und noch viel mehr. Und Klartext gesprochen, ist den Shabbes mit den Kindern feierlich mit Kiddush zu begrüssen, ein wichtiger Bestandteil unsrer Woche geworden. Genau wie unser Essen sich geändert hat und ändert (wir denken viel mehr darüber nach, was wir essen, wie wir es zubereiten und kaufen noch mehr ökologische Sachen), das Vorbereiten  der Feiertage mit allen guten und schlechten Seiten ( ich kann Matze nicht leiden, ich leide… aber die anderen dieser Familie nicht), die Paraschalesung mit den Kindern und das Erklären dieser, der Besuch in unsrer Gemeinde und das Beteiligen an den Veranstaltungen im jüdischen Zentrum hier in Lund und da besonders bei Dreidlach mit den Kindern. Was ich mir wünsche, ist eine Rosh Chodesh Gruppe und dass wir hier jeden Shabbes Schacharit Shabbat haben können, aber irgendwie ist das noch nicht möglich. Aber vielleicht schicken wir die Jungs doch wieder zum Cheder nach Malmö, was aber wiederum eigentlich die Mitgliedschaft in der dortigen orthodoxen Gemeinde erfordert.

Nun ja, mal sehen, was kommt. Jetzt auf alle Fälle Rosenzweig und sein Stern der Erlösung, sehr hilfreich bei Fragen über Religion, aber schwer ganz kurz wieder zu geben und noch dazu auf schwedisch.

Adi von Blog: http://adi5767.wordpress.com/ , schreibt folgendes:

da ich hoffe mit dem blog mehr zu erreichen als mit einer email kette, leite ich euch hiermit eine mail von heute weiter. wenn ihr wollt, schneidet den text aus und sendet ihn an freunde und bekannte weiter

It is now more than 60 years after the Second World War in Europe ended. This e-mail is being sent as a memorial chain, in memory of the six million Jews who were massacred. Now, more than ever, with Iran , among others, claiming the Holocaust to be “a myth,” it is imperative to make sure the world never forgets.

This e-mail is intended to reach six million people worldwide! Join us by e-mailing it to your friends and be a link in the memorial chain and help us distribute it around the world. Please don’t just delete it. It will only take you a minute to pass this along – Thanks!

« Vorherige Seite